Achatschnecken in der Pädagogik: Gedanken vom tier-menschlichen Diwan

THP 1 21 Page54 Image2WAS HAT DER ZAPPELPHILIPP MIT DER ACHATSCHNECKE ZU TUN?

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Schnecken haben eine beruhigende Wirkung auf den Menschen. So hat ein Kindergarten die Achatschnecke als Haustier entdeckt. Die Schnecken werden zur Beruhigung von lebhaften und hyperaktiven Kindern eingesetzt. Schon am frühen Morgen kehrt am Tisch Ruhe ein, wenn die Kinder die Schnecken aus dem Terrarium herausnehmen und auf ihren Händen halten.
Still und leise müssen sie dabei sein, sonst lassen die Schnecken ihre Köpfchen in ihren Häusern. Kommen sie hingegen heraus und legen ihre Schleimspur auf Hände und Arme der Kinder, zaubern sie ihnen ein Lächeln ins Gesicht.
Die Achatschnecke kann eine Größe von über 20 cm erreichen und 15 Jahre alt werden. Alle vier Wochen haben die Kinder die Aufgabe, das Gehäuse mit Zahnbürste und Wasser zu säubern, damit sich keine Algen ablagern. Für Kinder ist diese Putzaktion ganz normal, da sie Zahnbürsten als Putzwerkzeug vom morgendlichen Zähneputzen kennen. Doch Vorsicht: So einfach ist die Schneckenhaltung nicht und für Kinder auch nicht wirklich geeignet. Die Schnecke benötigt ein Terrarium, das am besten mit Waldbodenerde und einfachen Pflanzen bestückt ist. Blumenerde ist ungeeignet, da sie meist gedüngt ist und für Schnecken giftig sein kann. Auch muss das Terrarium gut klimatisiert sein. Die Temperatur muss kontrolliert werden, da sie nicht unter 18 °C fallen darf, da die Schnecken sonst sterben würden.

THP 1 21 Page55 Image13Auch die Ernährung von Schnecken ist nicht ganz einfach, denn neben Salat, Obst und Gemüse benötigen sie gelegentlich auch Fleisch (hier kommt z.B. Katzenfutter zum Einsatz). Auch Sepiaund Eierschalen sind wichtig, damit sie ihre Gehäusestruktur aufbauen und erhalten können.
Schnecken fressen mit der Radula. Das ist eine Zunge, mit der sie Nahrung aufnehmen und diese raspeln können. Wenn man genau hinhört, lässt sich ein leichtes Raspelgeräusch wahrnehmen, wenn sie die harte Sepiaschale zu sich nehmen.
Geschlechtlich gehört die Achatschnecke zu den Zwittern, sie kann sich selbst befruchten und legt alle 3 – 4 Wochen mehrere Hundert Eier in den Boden. Der Boden muss regelmäßig kontrolliert und die Eier entfernt werden, da sich die Schneckenpopulation ansonsten extrem erhöhen würde. Die entfernten Eier sollten auf keinen Fall in den Hausmüll gegeben werden, denn dort könnten sie schlüpfen und würden dann jämmerlich verenden. Um sie tierschutzkonform abzutöten, sollten sie gefrostet, also tiefgekühlt werden.
Für Kinder ist diese Prozedur weniger geeignet, sodass die Haltung von Achatschnecken als Haustier für Kinder infrage gestellt werden muss. Wenn sich Kindergärtner bzw. -betreuer jedoch engagieren und den Kindern nur kontrollierten Zugang zu den Schnecken gewähren, kann dieses Projekt durchaus eine Erfolgsgeschichte sein. Ein positives Beispiel hierfür ist der Kindergarten „Schlaumäuse“ (www.kita-schlaumaeuse.de).

Ich wünsche Ihnen einen guten Start in 2021 und freue mich auf Ihre Inspirationen und Anregungen. Teilen Sie mir mit, wenn Sie ein ähnliches Beispiel einer exotischen Tierhaltung mit positiver Auswirkung für Tier und Kinder kennen. Ich freue mich darauf!

Bis zum nächsten Gedanken
Ihre Monika Heike Schmalstieg

Foto: © W. Fellner – Adobe, @ All – Adobe

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