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Fallstudie: Wiederkehrende Durchfälle

VORGESCHICHTE

Beerchen kommt aus Rumänien, ist ein unkastrierter Rüde und 3,5 Jahre alt. Er kam mit 1 Jahr in seine neue Familie, wurde dann aber aufgrund der Trennung des Paares zurück ins Tierheim gebracht, kurz darauf aber vom Besitzer wieder nach Hause geholt. Wie Beerchen im Tierheim ernährt wurde, ist unbekannt. In seiner neuen Familie bekam er Dosenfutter. Der Besitzer berichtet, dass Beerchen immer wiederkehrende Durchfälle und stumpfes Fell aufwies, sodass in einem BARF-Laden eine Beratung vorgenommen und auf Fleisch mit Gemüse umgestellt wurde. Daraufhin wurden die Durchfälle zwar besser, traten aber immer noch auf. Beerchen nahm ab und wiegt jetzt noch 20kg (Idealgewicht 23kg). Seine Rippen sind stark sichtbar, sein Fell nach wie vor stumpf. Beerchen hat wenig Energie, setzt sich beim Spaziergang schnell hin und möchte nicht weitergehen.

BEHANDLUNGSSCHRITTE

Zunächst führte ich eine Rationsüberprüfung durch und stellte dabei fest, dass Beerchen zu wenig Kalorien erhält. Zudem herrschte ein Mangel an Vitaminen und Mineralstoffen. Auf Kohlenhydrate wurde wegen der BARF-Beratung komplett verzichtet. Daher entschloss ich mich, die Ration komplett zu überarbeiten. Beerchen erhält nun bedarfsdeckend Energie, ausreichend Vitamine und Mineralien, die durch ein Zusatzprodukt ergänzt werden. Beerchen kommt mit der neuen Ernährung gut zurecht und hat innerhalb von 6 Wochen 2,5kg zugenommen. Auch der Kot veränderte sich zum Positiven, Durchfall kommt nur noch sehr selten vor. Wir führten vorsorglich ein Darm-Screening durch und stellten beiläufig fest, dass die Pankreas-Elastase (Verdauungsenzym, das von der Bauchspeicheldrüse gebildet wird) bei Beerchen erniedrigt ist. Laut Labor sollte der Wert bei einem gesunden Hund über 180 liegen, bei Beerchen lag er nur bei 54. Daraufhin habe ich das Fett in der Ration auf 7Prozent gesenkt und mit einem naturheilkundlichen Produkt aus Kurkuma, Bitterkräutermischung, Reiskeime, Madagaskarrinde, Mariendistel und Spirulina gearbeitet.

Beerchen zeigte in dieser Zeit „Fresskapaden“ und hat aus Frust eine Kekspackung gefressen, eine Tüte Hasenohren zerlegt und Trauben erwischt, weswegen er auch vom Tierarzt rasch mit einem Brechmittel behandelt werden musste.
Beerchen hat daraufhin auf 22,1kg abgenommen. Genau 4 Wochen später haben wir die Pankreas-Elastase überprüft. Der Wert war weiter abgesunken und betrug noch 32.
Da das naturheilkundliche Produkt allein nicht ausreichend war, empfahl ich das Zufüttern von Pankreasenzymen. Die Enzyme sollen das Fett vorverdauen und die Bauchspeicheldrüse entlasten. Beerchen hat die Enzyme gut angenommen. Nach 6 Wochen überprüften wir die Pankreas-Elastase erneut, der Wert war auf 94 gestiegen. Beerchen bekommt nun weiterhin die Enzyme und wir werden in 8Wochen nochmal seine Werte checken, sind uns aber sicher, dass wir den richtigen Therapieansatz gefunden haben.

VERENA SCHÄDLER
Tierheilpraktikerin

TÄTIGKEITSSCHWERPUNKTE
Ernährung und Futterberatung, Mykotherapie, Bach-Blüten und Akupunktur

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Fotos: © V. Schädler, © Kolesnikovserg – Adobe, Supamas – Adobe, Andriigorulko – Adobe, J. Kasawa – Adobe, Womue – Adobe, Wiha3 – Adobe