Praktikumsbericht: Paracelsus Schule Kiel - Hydrolate

Herstellung und Einsatzmöglichkeiten

AUTORIN: MAYA SEYER

Wir halten unsere Praktika oft auf dem Rinderhof Seyer, da wir dort eine große Küche zur Verfügung haben, in der wir u . a. eine Destille nutzen. Im Rahmen des Phytotherapie-Unterrichts sprechen wir über Hydrolate (Pflanzenwasser), die bei der Herstellung Ätherischer Öle anfallen. Hydrolate eignen sich vor allem für die Behandlung von Tieren, da sie die Eigenschaften eines Ätherischen Öls aufweisen, aber nicht so stark ätzend und hautreizend wirken. Auch riechen sie sanfter als Ätherische Öle, sodass sie auch bei Katzen angewendet werden können. Bei Tieren, die sich ablecken, z. B. Hunde und Katzen, müssen keine Vorsichtsmaßnahmen ergriffen werden.

Im Rahmen des Praktikums besprechen wir mit den Schülern der THP-Klasse zunächst die einzelnen Pflanzen und ihre Wirkung, und gehen anschließend hinaus, um Pflanzen zu sammeln. In der Regel ist das die Kamille, die großflächig an unseren Wiesenrändern wächst. Dann bestimmen wir den Unterschied zwischen Echter Kamille und Hundskamille. Auch Lavendel und Spitzwegerich lassen sich auf unseren Pflanzenexpeditionen gut finden und pflücken.

Mithilfe eines Pflanzenführers üben wir gleichzeitig, wie man eine gefundene Pflanze richtig bestimmt und diese und ihre Teile verwerten kann. Die gesammelten Pflanzen bringen wir in die Küche, entfernen Stängel und Blätter, sodass wir nur noch die Blüten zur Verwendung übrig haben. Dann bauen wir gemeinsam die Destille auf, damit die Schüler lernen, wie eine Destille funktioniert, woraus sie besteht und wie sie genutzt werden kann, denn gerade die praktische Handhabung der sehr heiß werdenden Destille bedarf einiger Übung. Schließlich werden die Blüten in der Destille zu Hydrolaten destilliert, wobei der angenehme, dezente Duft der angesetzten Hydrolate bereits während des Prozesses wahrnehmbar ist.

Betrachtet man den Ablaufschlauch der Destille mit der angesetzten Kamille, lässt sich feststellen, dass sich dieser bläulich verfärbt, was uns den Beweis dafür liefert, dass es sich um Echte Kamille handelt.

Damit jeder Schüler etwas von den selbst hergestellten Hydrolaten mit nach Hause nehmen kann, bringen alle Praktikumsteilnehmer kleine Gefäße mit, in die wir das Hydrolat abfüllen können. Nach Fertigstellung aller Hydrolate überlegen wir gemeinsam, für welche Einsatzbereiche sie sich verwenden lassen, und testen die Anwendung vor Ort. Ziege Emma hatte zum Zeitpunkt des Praktikums eine Verletzung am Auge, sodass wir diese mit dem hergestellten Kamillenhydrolat spülten und behandelten.

Auch Kater Hannes, der sich gerade im schlechten Zustand befand, bekam ein wenig Hydrolat auf sein entzündetes Zahnfleisch gesprüht, um die Entzündung zu lindern. Hierbei konnte gleichzeitig geübt werden, wie man eine Katze richtig festhält, um weder die Katze noch sich selbst bei einer Behandlung zu verletzen.

Der auf dem Hof lebende Kater Ernie, der als Findelkind aufgenommen wurde, konnte ebenfalls behandelt werden. Ernie hat einen inoperablen, schnell wachsenden Tumor direkt auf der Nase. Die Schüler hatten in vorhergehenden Praktika Ernie bereits mit der Herstellung einer Autonosode, mit Akupunktur und kinesiologischer Futtertestung unterstützt. Jetzt durfte sich Ernie noch ein Hydrolat zur Behandlung „aussuchen“. Festgestellt werden konnte außerdem, dass der Tumor Dank der Behandlungen während der Praktika geschrumpft ist. Zuvor war er so groß, dass Ernie nur noch aus einem Spezialnapf fressen konnte. Durch die Behandlungen während der Praktika kann Ernie, der „Nasenbär“, wie er von den THP-Studenten liebevoll genannt wird, mit dem jetzigen Zustand des Tumors gut leben.

Eines der Pferde war vor Ort gerade kastriert worden und wir konnten die Wunde mit Hydrolat behandeln. Diesen Fall haben wir genutzt, um die psychische Wirkung der Düfte und ihre positiven Eigenschaften auf den Heilungsprozess zu besprechen.

Die anderen auf dem Hof lebenden Tiere, darunter ein Hund, Rinder und ein paar Katzen, durften auch ohne Behandlungsbedarf an den Hydrolaten schnuppern, sodass wir beobachten konnten, wie unterschiedlich Tiere auf die einzelnen Düfte reagierten. Sehr spannend zu sehen war, dass insbesondere Katzen den Duft von Hydrolaten viel besser annehmen als den von Ätherischen Ölen.

Am Ende des Tages hatte jeder Schüler gelernt, welche Behandlungen mit Hydrolaten durchgeführt werden können. Auch konnten alle ein paar Proben mit nach Hause nehmen, um diese an den eigenen Tieren oder an sich selbst auszuprobieren. Von den vielen Düften des Tages betört, endete dieser lehrreiche, interessante Praktikumstag auf dem Rinderhof Seyer, und alle freuen sich schon auf das nächste Mal!

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