Hund-Mensch-Beziehung: Dream-Team

VERTRAUEN ZWISCHEN MENSCH UND HUND

Wenn Menschen sich entschließen, mit einem oder mehreren Hunden Leben und Alltag zu teilen, spielt Vertrauen zwischen ihnen eine wesentliche Rolle. Leider ist aber nur selten von „Vertrauen“ die Rede, vielmehr geht es meist um Ausbildung und Ernährung. Dabei ist Vertrauen die Basis für eine gute Verbindung zwischen Mensch und Tier. Aber was ist die Grundvoraussetzung dafür, dass unsere Hunde uns auch wirklich vertrauen?

DEIN HUND UND DU

Wenn ich mit meiner Hündin Kira im Wald spazieren gehe oder durch die Stadt laufe, fällt mir immer wieder auf, wie viele Menschen mittlerweile „auf den Hund gekommen“ sind. Da ich seit meiner Kindheit mit Hunden lebe, kann ich sagen, dass sich heute die Begegnungen mit Hunden, die ihre Menschen begleiten, vervielfacht hat – und dafür ist nicht nur die zurzeit vorherrschende Corona-Pandemie verantwortlich. Meinen Beobachtungen nach ist der Umgang vieler Menschen mit ihrem Hund nicht immer der Beste, teilweise sogar ein No-Go, denn wer als Mensch meint, seinen Hund beherrschen zu müssen, ist Lichtjahre davon entfernt, seinen Vierbeiner als engsten Freund und Begleiter ein Leben lang an seiner Seite zu wissen.
Einen Hund zu haben, sagt nicht mehr oder weniger aus, als dass ein Hund zu seinem Herrchen oder Frauchen „gehört“, Einen Hund an seiner Seite zu wissen, beinhaltet viel mehr: Vertrauen, Einssein, miteinander verbunden sein. Bevor wir von unseren Hunden eine innere Verbundenheit mit uns erhoffen, müssen wir zunächst an uns selbst arbeiten. Wie eng sind wir mit uns selbst verbunden? Ruhen wir gelassen in uns? Sind wir wirklich in uns zuhause?

LIEBE UND EIGENLIEBE

Ich glaube, dass wir Menschen in den vergangenen Jahrhunderten verlernt haben, was Liebe tatsächlich bedeutet. Der Satz „Ich liebe dich!“ ist schnell gesagt, und wer diese Worte einem anderen Menschen gegenüber ausspricht, befindet sich meist noch in jener verklärten Anfangsphase einer Beziehung, in der die Verliebtheit, jener angenehme Trancezustand, in dem wir die Welt durch eine rosarote Brille sehen, eine wesentliche Rolle spielt. Wird diese Verliebtheit vom Partner erwidert, schweben beide zusammen auf „Wolke sieben“. Doch der Aufenthalt auf diesem traumhaften Wölkchen ist leider begrenzt, denn irgendwann holt uns das Leben mit seinen alltäglichen Anforderungen ein, und wir sind zurück in der Realität. Nun müssen wir funktionieren, um allem möglichst gerecht zu werden. Das ist anstrengend, kostet Nerven und Zeit. Hektik, Stress und Zeitmangel sind Faktoren, die einer Liebe zusetzen, ihr schaden und sie sogar auflösen können, wenn wir uns nicht bewusst darum bemühen, die Gefühle zu erhalten. Oftmals sind es Kleinigkeiten oder lieb gemeinte Gesten, die uns die Erinnerungen an die Liebe zum Partner zurückbringen: ein Blumenstrauß, ein paar liebe Worte, auch nur ein tiefer Blick, der durch die Augen direkt ins Herz geht. Eine Liebe benötigt Achtsamkeit und lebt nach mehreren Jahren Dauer nur noch dann, wenn wir es geschafft haben, das innere Feuer wenigstens sanft am Lodern zu erhalten. Leider ist es oftmals anders, weil unser Kopf mit all seinen Forderungen und Vorstellungen die Stimme unseres Herzens leiser werden lässt, bis sie eines Tages ganz verstummt. Die Folge sind Trennungen, in denen einstmals in Liebe verbundene Menschen zu erbitterten Feinden werden können und sich gegenseitig nicht mal mehr die Butter auf dem Brot gönnen.
Zum Glück ist das nicht immer der Fall, aber die hohen Zahlen der Trennungen und Scheidungen in den vergangenen Jahren sprechen für sich.
Mit der Liebe zu uns selbst sieht es nicht viel besser aus. Wir geben oft zu viel und bekommen nicht dasselbe zurück (was wir uns insgeheim aber erhoffen oder erwarten), das Maß läuft über und wir fühlen uns schlecht. Wir werfen uns alles Mögliche vor und ziehen uns zurück. Danach suchen wir unser Heil im Außen mit all seinen Ablenkungen, bis es erneut schiefläuft. Das ist kein Wunder, denn die Liebe zu anderen Menschen, zur Natur, zur Umwelt, den Tieren und all dem, was wir tun und zu sein glauben, beginnt bei uns selbst. Wenn wir in uns selbst „zuhause“ sind, unsere Stärken und Schwächen kennen, es schaffen, andere Lebewesen in ihrer Individualität so anzunehmen, wie sie sind, und ihre Natur und Lebensweise unterstützen, schaffen wir es, dem nahezukommen, was Liebe beinhaltet und bedeutet. Nun müssen wir nur noch lernen, uns selbst anzunehmen und uns mit allen Ecken und Kanten zu lieben.
Wir Menschen sind nicht einfach nur da und freuen uns daran, dass wir leben. Es gehört vielmehr eine Menge dazu, damit wir zufrieden, sogar glücklich sind. Unser persönliches Seelenheil liegt überwiegend im Außen, in den Ablenkungen, und es ist meist von unserem Einkommen, unserem Beruf und unserem Alter abhängig. Alt sein wird oft als „Abstellgleis“ wahrgenommen, und man fühlt sich nicht allzu weit vom Tod entfernt. Von Liebe zu uns selbst ist nicht mehr viel zu spüren, denn sie haben wir zwischen Jugend und Alter irgendwo verloren. Übrig geblieben ist nur unser Ego, das zuverlässig dafür sorgt, dass wir uns von uns selbst so weit wie möglich entfernen.
Nun angenommen, wir wären ein Hund. Würden wir dann gerne bei uns leben? Könnten wir als Hund tiefes Vertrauen zu uns selbst fassen? Für viele sicher schwer zu beantworten, doch unsere Hunde fragen nicht, ob sie uns vertrauen können – sie tun es einfach. Sie schenken uns Aufmerksamkeit, bedingungslose Liebe und ihr ganzes Vertrauen. Dieses Geschenk an uns ist alles, was sie haben, es ist ihr gesamtes Sein. Wenn man sich das bewusst macht, kann man nur noch ganz still werden.
Ein Hund bleibt in seinem Wesen stets er selbst, und dafür benötigt er keine psychologische Behandlung. Er ist und bleibt sich treu, er schenkt uns alles, was er hat. Einfach so, ohne Wenn und Aber.
Entsprechend sind es unsere Hunde, die uns etwas lehren. Wir können ihnen etwas beibringen, können dafür Sorge tragen, dass sie sich ihren Fähigkeiten und Leidenschaften entsprechend entfalten können und diese leben dürfen, dass es ihnen gut geht und an nichts fehlt, dass sie ein inhaltsreiches, freudiges und schönes Leben mit uns haben. Aber über Liebe und Vertrauen lehren können wir ihnen nichts. Wir sollten sie genauso aufrichtig und ehrlich lieben wie sie uns, denn das ist das wichtigste Geschenk, das wir ihnen zurückgeben können.

ANDREA LIPPERT
HEILPRAKTIKERIN

TÄTIGKEITSSCHWERPUNKTE
Zhineng Qigong, Facial Harmony, Dorn/Breuß-Therapie, TCM, Yoga, Dozentin an den Paracelsus Schulen

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