Fallbericht: Hunde fressen gerne - leider auch Knochen!

THP 5 20 Page40 Image1Zusammenarbeit von Tierarzt und Tierheilpraktiker

Das ist die Geschichte von Barney, einem großen und starken Beagle. Sein liebstes Hobby ist das Essen. Ich möchte euch heute diese anfangs traurige Geschichte erzählen. Aber eines kann ich schon verraten: Sie hat ein schönes Happy End!

Die Diagnose

Barneys damaliges Herrchen brachte ihn zu uns in die Tierarztpraxis, weil es ihm nicht gut ging. Er konnte keinen Kot mehr absetzen und erbrach sich ständig. Nach einem langen Gespräch mit der Tierärztin gab der Besitzer zu, Barney einen Eisbeinknochen gereicht zu haben. Der schmeckte dem Hund natürlich, hatte aber zur Folge, dass er nun schnellstmöglich notoperiert werden musste. Es war eine komplizierte OP, und meine Chefin sagte damals, sie hätte noch nie so viel Knochen aus einem Darm entfernt. Nach der dreistündigen Operation hatte Barney das Gröbste überstanden. Sein Herrchen sah das leider nicht so positiv. Er schrie meine Chefin an, sie solle ihn einschläfern. Ich verstand die Welt nicht mehr, da er den Hund ja zu uns brachte, damit wir ihm helfen sollten. Und dann sagt er, er habe für ihn keine Zeit, deshalb sollen wir ihn erlösen! Das wäre seiner Meinung nach das Beste für alle Beteiligten. Für alle? Nein, das gilt nur für ihn, da er sich wohl aus seiner Verantwortung ziehen will. Meine Chefin sagte ihm, dass das überhaupt nicht in Frage käme und der Hund hier bleiben würde. Barneys Lebensretterin wurde also zum Frauchen auf Zeit.

THP 5 20 Page41 Image2Barney war zwei Jahre bei uns. Er war ein Zwinger-Hund und urinierte erstmal überall hin, machte Betten kaputt und brachte uns immer wieder an unsere Grenzen. Trotzdem liebten wir unser Dickerchen. Nach der OP ging es Barney schlecht, er konnte immer noch keinen Kot absetzen, da sich sein Darm erst erholen musste. Er bekam spezielles Futter und bei jeder Mahlzeit einen Löffel Hanf- öl, damit sein Kot gleitfähig und so der Kotabsatz erleichtert wurde. Hanföl unterstützt auch die Haut. Das war in Barneys Fall dringend notwendig, da er auch eine schlimme Haut sowie Ohrenprobleme hatte. Er bekam deshalb das Öl plus homöopathische Medikamente gegen den Juckreiz. Mit der Zeit ging es Barney immer besser, auch das Urinieren bekamen wir mit viel Zuneigung und Geduld in den Griff. Das Happy End Inzwischen geht es Barney wieder sehr gut. Er hat ein wunderschönes neues Zuhause bei einer lieben älteren Familie gefunden, die viel Zeit und Platz für ihn hat. Er hat einen großen Garten und bekommt viel Aufmerksamkeit, was für ihn besonders wichtig ist. Barneys Geschichte zeigt, wie verantwortungslos Menschen sein können und wie schnell das vermeintlich liebe Tier zur Last wird. Meine Chefin hatte sich von diesem Besitzer nicht unter Druck setzen lassen und Barney Gott sein Dank nicht eingeschläfert. Dafür gab es ja auch keinen Grund. Barney brauchte nur längere Zeit Pflege.

Fazit

Mit dieser Geschichte möchte ich allen sagen: Bitte füttert keine gekochten Knochen, und wenn ihr euch ein Haustier zulegt, dann rechnet auch damit, dass das Tier einmal krank werden kann und dann die Chance haben will, wieder gesund zu werden. Dafür danken uns unsere Haustiere mit ganz viel Liebe und Treue!

ZU KNOCHENFÜTTERUNG BEACHTEN:

  • Besser keine Knochen füttern!
  • Keinesfalls zuviele geben, denn es besteht die Gefahr von sog. „Knochenkot“. Dieser kann nur unter heftigem Pressen abgesetzt werden oder führt zu schmerzhafter und gefährlicher Verstopfung.
  • Manche Hunde vertragen Knochen grundsätzlich nicht.
  • Nur rohe Knochen verfüttern.
  • Keine Geflügelknochen (wegen Splittergefahr).
  • Knochen von jungen Schlachttieren bevorzugen.
  • Knochen nur unter Beobachtung verfüttern.

MELANIE GONNERMANN

MELANIE GONNERMANN TIERHEILPRAKTIKERIN
TIERARZTHELFERIN

TÄTIGKEITSSCHWERPUNKTE
Futterberatung, Laserakupunktur, Bioresonanztherapie, Novafontherapie

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Fotos: © lifeonwhite – Adobe, © M. Gonnermann

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