Tierwissen für Kids: Igel in Oma Hildes Garten

Autorin: Sophie Ferstl

AdobeStock 95932218Hallo! Ich bin Pieksi.
Als Igelbaby bin ich im wilden Garten von Oma Hilde geboren worden, denn hier lebten schon meine Eltern.

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Oma Hildes Garten ist ein Igelparadies, denn überall gibt es schöne Verstecke wie Hecken oder Laubhaufen, es wachsen viele Obstbäume, und das Futterangebot ist besser als im Schlaraffenland. Ich wurde mit meinen Geschwistern nach 35 Tagen Tragzeit, so heißt die Schwangerschaft, am 25. August geboren.

AdobeStock 17497864 Wir waren nur 5 cm groß und 20 g schwer, also gerade so groß wie der kleine Finger an Oma Hildes linker Hand. Die ersten 25 Tage verbrachten wir bei Mama im Nest, das sie sich in einer Hecke gebaut hatte. Dafür nutzte sie vor allem Laub, das sie im direkten Umkreis der Hecke mit dem Maul eingesammelt hat. Hier hat sie uns gesäugt, und langsam gingen unsere bei der Geburt geschlossenen Augen und Ohren auf und uns wuchsen kleine, spitze Zähnchen.

AdobeStock 353849128Nach dieser Zeit erklärte uns Mama, wie wir nachts Nahrung finden können. Vor allem Insekten hat sie uns gezeigt. Wir Igel mögen außer Wespen, Mücken, Schmetterlingen und Käfern auch gerne Regenwürmer, Schnecken oder ein leckeres Vogelei. Auch sonst gibt es noch einiges auf unserem Speiseplan, was ich jetzt nicht aufgezählt habe. Wenn es dich interessiert, kannst du ja noch ein wenig recherchieren. Wenn wir einen Apfel anknabbern, dann nur, um den darin versteckten Wurm zu vernaschen, denn pflanzliche Kost können wir nicht verwerten.

AdobeStock 180961727 Im Herbst fraßen wir so viel wir konnten, denn wir brauchten eine dicke Speckschicht, um die kalten Monate im Winterschlaf gut zu überstehen. 1 kg sollten wir schon wiegen, sonst wird es eng. Wenn im Spätherbst einer von meinen Freunden noch weniger als 600 g wiegt, kann er deine Hilfe beim Überwintern sicherlich brauchen. Wenn du ihm jetzt eine flache Schale mit Katzenfutter, das du mit Haferflocken oder Weizenkleie mischst, aufstellst, tust du ihm einen großen Gefallen, denn dann kann er noch einmal so viel zunehmen, dass sein Winterschlaf gerettet ist. Aber bitte gib ihm ausschließlich Wasser zu trinken, Milch vertragen wir Igel überhaupt nicht.

AdobeStock 54372439Als dann der Winter einbrach und die Temperaturen auf unter 5°C fielen, begann mein Winterschlaf. Ich hatte wunderschöne Träume von leckeren Schnecken und Spinnen sowie von einem hübschen Igelmännchen, das ich im Frühling kennenlernen wollte. Als es dann durchgehend wieder mehr als 10°C tagsüber hatte, wurde ich langsam wach. Das dauerte mehrere Stunden. Ich glaube, wenn du mal 3 Monate geschlafen hast, springst du auch nicht wie Sonntags, wenn du keine Schule hast, aus dem Bett. Ich war beim ersten Mal echt erstaunt, wie viel zu groß mir nach den Wintermonaten meine Haut war. Ich wog jetzt nur noch 700 g und meine Stacheln schlotterten um mich herum, als hättest du die Hose deines Vaters an.

AdobeStock 66912565Und ich hatte einen Bärenhunger! Gut, dass mein erster Frühling so mild war, dass ich gleich ausreichend Nahrung fand. In Oma Hildes Garten muss, auch wenn es noch nicht genug zu futtern gibt, kein Igel verhungern. Sie stellt uns dann nämlich mal ein rohes Ei oder etwas Katzenfutter hin, sodass es uns hier an nichts fehlt. Ich bin ja eigentlich als Igel lieber allein, aber während der Paarungszeit lasse ich mich schon mal auf einen hübschen Igeljungesellen ein. Bei dem weiß ich, dass er bereit war, bis zu 5 km für mich zurückzulegen. Er umkreiste mich, aber ich stieß ihn mit meinen Kopfstacheln immer wieder weg. Ich fand, er darf sich schon anstrengen, wenn er mich erobern möchte. Als Oma Hilde das mal beobachtete, lachte sie fröhlich und meinte, es erinnere sie an ein „Igelkarussell“.

AdobeStock 4363329Direkt nach der Paarung verschwand er, und ich genoss es, wieder meine Ruhe zu haben. Ich fühlte mich, wie alle Igelmütter, sehr wohl dabei, meine Jungen allein großzuziehen und ihnen in Oma Hildes Garten alles beizubringen, was ich hier schon von meiner eigenen Mama lernen durfte. Ich hoffe, euch hat es Spaß gemacht, etwas aus meinem Leben zu erfahren. Und wenn euch im nächsten Frühling ein dünner Igel begegnet, wisst ihr ja jetzt, über welchen Snack er sich freut.

Fotos: © Coatasy – Adobe, Lange Naturfoto – Adobe, C. Kuchem – Adobe, © Tomasztc – Adobe, I. Rottländer – Adobe, E. Isselee – Adobe

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