Jin Shin Jyutsu: Japanisches Heilströmen für Tiere - Teil 2

Jin Shin JyutsuTeil 2

Während der Artikel in der Ausgabe 2/2013 die Möglichkeit der Anwendung von Jin Shin Jyutsu beim Tier vorstellen wollte, werden wir uns heute konkret anschauen, wo am Tierkörper geströmt werden kann, wenn gesundheitliche Probleme oder Verhaltensstörungen auftreten.

Wenden wir uns zuerst noch einmal den Grundlagen zu. Jiro Murai, der Begründer des Jin Shin Jyutsus, konnte im Laufe seines Lebens nachweisen, dass der Körper von Energiebahnen, die im weiteren Verlauf als Ströme bezeichnet werden, durchzogen wird. Der Energie, die den Körper ständig umkreist, ihn bis in seine tiefsten Schichten durchdringt und sowohl Mensch als auch Tier mit der universellen Lebensenergie verbindet, gab er den Namen Hauptzentralstrom: Ohne Anfang und ohne Ende fließt er in der Mitte des Körpers an Hals, Brust und Bauch die Vorderseite hinunter und entlang der Wirbelsäule bis zum Kopf die Rückseite wieder hinauf. Aus ihm gehen alle anderen Ströme hervor, bevor sie dann später wieder in ihn einmünden, um sich zu regenerieren. Zum einen gibt es die zwölf Organströme, von denen jeder in einer einzigartigen Beziehung zu einem bestimmten Organ steht, dann die beiden Betreuerströme, die spiegelbildlich zueinander verlaufen und die linke und rechte Körperseite „betreuen“ und schließlich noch die Vermittlerströme, die die beiden Körperhälften miteinander verbinden. Auf den Betreuerströmen wiederum befinden sich die Sicherheitsenergieschlösser (SES), 26 auf der linken und 26 auf der rechten Körperseite. Die Auswahl der Energieschlösser für die Behandlung der diversen Krankheiten und Verhaltensstörungen kann auf unterschiedliche Art und Weise erfolgen.


Auswahl nach der Indikation

Die einfachste Möglichkeit besteht darin, die Energieschlösser nach der Indikation auszuwählen. Das heißt, die Anwendung erfolgt organbezogen, vorzugsweise bei akuten Erkrankungen, so, wie wir es beispielsweise auch von der homöopathischen Hausapotheke her kennen. Geströmt werden also Energieschlosskombinationen, die sich für bestimmte Symptome bewährt haben.

Hier ein paar Beispiele:

Verdauungsbeschwerden: SES 14
Kniebeschwerden:  SES 1
Schmerzen: SES 5 in Kombination mit SES 16
Rückenschmerzen: SES 12 in Kombination mit SES 25
Augenprobleme: SES 20



Tina von der Brüggen bei der Jin Shin Jyutsu Behandlung eines Mopses

Auswahl nach der Lage am Körper

Eine andere Möglichkeit besteht darin, die Schlösser nach dem Ort, an dem sie sich befinden, zu strömen. Wir legen unsere Hände also dort auf, wo das Tier gesundheitliche Probleme hat.
Greifen wir dazu das Beispiel „Verdauungsbeschwerden“ auf und spüren in unseren eigenen Körper hinein. Wo würden wir instinktiv unsere Hände auflegen, wenn wir zu viel oder vielleicht sogar etwas Verdorbenes gegessen haben und nun über Völlegefühl und Unwohlsein klagen? Richtig, auf den Bauch! Ziemlich genau unterhalb des Rippenbogens. Und genau dort befindet sich SES 14. Was machen wir oft automatisch, wenn wir etwas nicht verstehen, also das berühmte „Brett vor dem Kopf“ haben? Wir schlagen unsere Hände vor den Kopf, sodass unsere Finger auf der Stirn zu liegen kommen. „Strömen“ wir, ob bewusst oder in dem von mir genannten Beispiel unbewusst, die Gegend über unseren Augenbrauen, helfen wir uns zu „Erinnern“. Auch Tiere können Schwierigkeiten haben sich zu erinnern. In einer Studie der Universität Zaragoza in Spanien wurde festgestellt, dass es bei Hunden eine Krankheit gibt, die der Demenz beim Menschen ähnelt. Das richtige Schloss für diese Problematik wäre SES 20: Wir legen unserem Tier sanft die Hände auf die Stirn und unterstützen so das Denken. Dieses Energieschloss hilft also nicht nur den Augen (siehe Indikation), sondern durch seine spezielle Lage am Kopf auch der Hirnfunktion. Grundsätzlich kann man also sagen, dass die Schlösser dort helfen, wo sie sich befinden. So wird ein SES in der Brustgegend u. a. dem Herzen helfen, ein SES in der Nierengegend den Nieren und die SES 1 und 8 am Knie den Knien.


Tina von der Brüggen bei der Jin Shin Jyutsu Behandlung eines MopsesAuswahl nach der Benennung

Werfen wir einen Blick in einschlägige Literatur, fällt sofort auf, dass jedem Schloss nicht nur eine genaue Lage zugeordnet ist, sondern auch ein Name und eine Zahl. Eine willkürliche Aufzählung in der Reihenfolge, in der die SES von Jiro Murai im und am Körper erspürt wurden? Weit gefehlt, die entsprechenden Zahlen sind untrennbar mit den Namen der Schlösser verbunden und haben überall wo sie auftauchen dieselbe Bedeutung und erfüllen mit ihrer Energie die dazugehörige Aufgabe. Das hört sich vielleicht ein wenig verwirrend an, wird aber leicht verständlich, wenn wir uns als Beispiel die Zahl 1 anschauen: Die heutige Naturwissenschaft bezeichnet den Urknall als den Anfang unserer materiellen Welt. Im Jahr 1983 stellte der russische Physiker Andrej Linde in Moskau seine Theorie von der „chaotischen Inflation“ vor und behauptete, das ganze Universum sei aus dem Nichts entstanden, und auch die christliche Theologie vertritt den Glaubenssatz, Gott habe die Welt aus dem Nichts erschaffen. Im Bezug auf die Bedeutung der Zahlen gesprochen kann man sagen: Die Schöpfung kommt aus der Null, dem Nichts, in die Einheit der Eins.
Nicht nur im Jin Shin Jyutsu, auch in anderen philosophischen oder religiösen Lehren und Traditionen geht man davon aus, dass zwischen den Zahlen, ihren Namen und den Bedeutungen, die sie haben, ein objektiver Zusammenhang besteht. So trägt im Jin Shin Jyutsu die „1“ den Namen „Urbeweger“, was so viel bedeutet wie „der Beginn von Allem“. Auch in der Numerologie, der Astrologie und dem Tarot symbolisiert diese Zahl den Anfang aller Dinge. Sie steht für den Ursprung, nicht nur aller Zahlen, sondern des Lebens überhaupt. Bezeichnender Weise liegt im Jin Shin Jyutsu die „1“ am Innenknie und schon der weise Lao Tse wusste: „Jede Reise beginnt mit dem ersten Schritt.“ Ohne die Bewegung der Knie können wir nicht vorwärtsschreiten. Strömen wir unseren Tieren die 1, so helfen wir den Dingen, auf allen Ebenen in Bewegung zu bekommen. Die 1 hilft der Atmung und den Knien, beschleunigt die Geburt, hilft bei allen Arten von Schock uvm.

Teil 3 der Serie Jin Shin Jyutsu in der nächsten Ausgabe.


Tina von der Brüggen Tina von der Brüggen
Heilpraktikerin und Tierheilpraktikerin
Selbstständig in eigener Praxis

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Tätigkeitsschwerpunkte:

  • Jin Shin Jyutsu für Menschen und Tiere
  • Traditionelle Chinesische Medizin
  • Tierkommunikation
  • Klassische Homöopathie
  • Tierhomöopathie und Bach-Blütentherapie
  • Autorin der CD „Aus Liebe zum Tier – Tierkommunikation mit der universellen Sprache der Musik“ sowie des Buches „Tierkommunikation für Kinder“
  • Dozentin an der Paracelsus Schule Rosenheim

Fotos: Shutterstock

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