Homöopathie-Rätsel: Eine kulinarische Anamnesis

201501 Homoeo2Mit diesem Beitrag möchten wir Euch zeigen, wie vielfältig und kreativ wir Homöopathie lehren und lernen. Überzeugt Euch, wie wir es schaffen, trotz allem Büffeln von Arzneimittelbildern unheimlichen Spass an der Arbeit zu haben. Seid Ihr neugierig? – Lest weiter, vergesst aber nicht, vorher Repertorium und Materia Medica bereitzulegen. Dieser Text ist als Rätsel gestaltet, bei dem Ihr Euer Arzneimittelwissen gleich ein wenig überprüfen könnt.

201501 Homoeo3Wir haben einen Unterrichtstag der ganz besonderen Art abgehalten: In Arzneimittelbilder (AMB) verwandelt trafen wir uns in der Münchner Paracelsus Schule zu einem Theaterspiel. Jeder Teilnehmer bekam eine Rolle zugewiesen und hat diese im Laufe des Tages so gut wie möglich verkörpert. Jeder kannte nur seine eigene Rolle, niemand wusste, welches AMB hinter den anderen steckt. Am Ende des Tages haben wir repertorisiert, die Materia Medica studiert und die Darsteller letztlich enttarnt. Es war ein unglaublich unterhaltsamer Tag und wir möchten Euch einladen, einige der homöopathischen Genüsse mit uns zu teilen und mitzurätseln: Welche Darstellerin hat wohl welches AMB verkörpert? An welchen Leitsymptomen kann man die Mittel erkennen?
Die Auflösung des Rätsels findet Ihr unten. Vorhang auf, das Spiel beginnt:

201501 Homoeo1SZENE

Der homöopathische Gourmettempel DAS ANAMNESIS, ausgezeichnet mit 5 Künzli-Punkten, ist bereits seit Jahren ein beliebter Ort der Begegnung für Tierhomöopathinnen der Paracelsus Schulen. DAS ANAMNESIS wurde bereits mehrfach von der internationalen Liga-Jury mit dem begehrten Globuli Award als eines der besten homöopathischen Restaurants ausgezeichnet. In diesem Lokal trafen sich am 21. 12. 2014 auch diesmal wieder die Mitglieder des Münchner Similibus- Treffs zur Weihnachtsfeier. Die Plätze im Restaurant waren gut gefüllt: 12 geladene Gäste kamen ins ANAMNESIS zum Feiern und, was für Homöopathen auch an Festtagen ganz selbstverständlich ist, zum Arbeiten.

MITWIRKENDE

201501 Homoeo5

REGIE

MMag. Isolde Heim

201501 Homoeo4DIE FEIER

CLEO WAAGE, DIE BETREUENDE ÄRZTIN, kommt als erstes in den Raum. Wie immer ist sie absolut korrekt gekleidet: weiße, frisch gestärkte Bluse, schwarze Nadelstreifenhose mit exakter Bügelfalte und perfektes Make-up. Sie blickt nervös und prüfend im Raum umher und entdeckt ein offenes Fenster. Sofort wickelt sie ihren Schal enger um ihren Hals und verlangt vom Personal, das Fenster schnellstmöglich zu schließen, weil es ihr im Raum zu kalt ist. Cleo geht zur Bar und begrüßt ihre (beinahe) Kollegin AMANDA GABE, DIE HOMÖOPATHIN der Gruppe. Die beiden sind nicht immer einer Meinung, was die beim jeweiligen Patienten anzuwendende Methode betrifft, aber diese Problemchen können Amanda nicht aus der Ruhe bringen. Strahlend stürzt sie auf Cleo zu und bevor Cleo ausweichen kann, hat Amanda sie umarmt und ihr zwei Küsse auf beide Wangen gedrückt. Das Buffet ist noch nicht eröffnet, doch Amanda hat in der kurzen Zeit, in der sie hier ist, bereits an einigen der köstlichen Vorspeisen genascht. Vor ihr steht ein beinahe geleertes großes Glas mit Wasser und einigen Eiswürfeln (im Winter! Unglaublich!).

201501 Homoeo6Die Tür fällt laut ins Schloss und SALLY SCHNELL steht im Raum. Sie zieht einen kleinen Rollkoffer hinter sich her, den sie gleich öffnet, um Dokumente herauszuholen. Sally ist die ASSISTENTIN VON ELLI MARSCHALL, DER BÜROLEITERIN. Bis zur letzten Minute hat Sally an wichtigen Planungsunterlagen gearbeitet. Für sie gibt es kein Weihnachten, keinen Feierabend, kein Wochenende. Sally arbeitet rund um die Uhr. Für Sally ist das heute ein besonderer Tag. Elli, die rechte Hand vom Chef, erwartet ein Baby und wird in einigen Monaten in Babypause gehen. Auf diese Chance hat Sally schon lange gewartet. Für sie ist Elli eine Konkurrentin um das Amt der Bürochefin. Die ehrgeizige Sally möchte endlich befördert werden. Sie hat sich daher besonders gut auf den heutigen Abend vorbereitet, die Entwicklung des Unternehmens während der letzten Jahre in grafischer Form aufbereitet, Modellrechnungen zur Beurteilung der Wirtschaftlichkeit der eingereichten Projekte durchgeführt, kurz und gut: Sie hat während der letzten Tage rund um die Uhr gearbeitet. Aber müde ist sie nicht, eher aufgekratzt.

Sie bestellt jetzt schon den dritten doppelten Espresso, dazwischen hat sie aber auch schon zwei Gläser Prosecco mit SONJA SPROSS, DER LEITERIN DER AUSSENSTELLE FÜR TIERSCHUTZ, getrunken. Sonja ist untröstlich. Schon wieder ist eine Liebesbeziehung in die Brüche gegangen. Unter großem Seufzen und lautem Schluchzen erzählt sie ihren Kummer: In München hatte sie sich vor einem Jahr in einen weißen Massai verliebt, der nach einer kurzen stürmischen Liebesbeziehung mit Sonja doch wieder dem Ruf seiner fünf Frauen gefolgt und nach Tansania zurückgekehrt war. Sonja wollte ihm zunächst nachreisen, konnte dann aber dazu überredet werden, die Leitung der Außenstelle für Tierschutz in Sesimbra (einem malerischen Küstenstädtchen in Portugal) anzutreten. Für die romantischen Träumereien von Sonja eine ideale Aufgabe. Mit großem Idealismus hatte sie sich dort in die Arbeit gestürzt. Häufig war sie abends enttäuscht und verbittert, weil nicht alles so gut lief, wie sie wollte, und letztlich, na, da hatte sie sich wieder verliebt. In einen Ziegenhirten! DAS sollte jetzt die große Liebe werden und zunächst lief auch alles bestens. Dann jedoch wollte ihr Freund Sonja seinen Eltern vorstellen. Da passierte das Unglaubliche: Sonja hatte die Lieblingsziege der Familie falsch gemolken, woraufhin die Familie die Hochzeit verbat, weil Ziegen melken nun eben die Aufgabe zukünftiger Schwiegertöchter sei. Sonja war untröstlich gewesen und hatte tagelang vor Kummer geweint. Sie will jetzt wieder zurück nach Hause und sucht eine Stelle. Aufgrund ihrer internationalen Erfahrung käme sie unter Umständen auch für die Vertretung in der Babypause von Elli in Betracht. Die ehrgeizige Sally versucht daher, sie ein wenig auszuhorchen, um für die späteren Verhandlungen Informationsvorteile zu erlangen. Niemals würde Sally so ein seufzendes Etwas in ihrer Nähe wollen.

201501 Homoeo7ELLI MARSHALL, DIE RECHTE HAND VOM CHEF UND BÜROLEITERIN, beobachtet die Begegnung zwischen Sally und Sonja aus einiger Entfernung. Für eine Frau, noch dazu eine schwangere, zeigt sie kaum Emotionen. In korrekter Bürokleidung, die Haare straff nach hinten gesteckt, steht sie mit ihrem Notizblock da, beobachtet und schreibt immer wieder einige Zeilen auf. Diese Ansammlungen von laut sprechenden Menschen sind ohnehin nicht ihr Fall, sie reagiert in Gesellschaft häufig gereizt, und seitdem sie dieses Kind erwartet, ist alles noch viel schlimmer. Sie wird nicht darum herum kommen, mit der Arbeit zu pausieren. Aber nicht länger als unbedingt nötig. Mit ihrem Mann ist alles schon geklärt. Er muss Babypause für Väter beantragen und beim Kind bleiben. Es kommt ihr gar nicht in den Sinn, zu Hause zu kochen, die Wäsche zu waschen und für ihre Familie zu sorgen. Nein, das ist nichts, sie wird gleich nach dem Klinikaufenthalt wieder anfangen zu arbeiten.

Im Raum macht sich ein Duft nach Weihnachtsgebäck breit. Das ist das Zeichen, dass ROSA KÄCKS eingetroffen ist. Rosa ist das genaue Gegenteil von Elli. Sie ist mit Leib und Seele Hausfrau, sie liebt es zu kochen und zu backen, strickt Pullover mit eingewebten Leuchtbändern für Hunde und kleine Ohrwärmer für Outdoorkatzen. Sie kümmert sich um das leibliche Wohl aller bei den verschiedensten Treffen. Man sieht ihr das aber auch an – seit dem letzten Zusammensein hat sie sicher wieder ein paar Kilo zugenommen. Sie liebt einfach alles, was süß schmeckt. Kaum hat sie ihren rosafarbenen Mantel mit dem Plüschkragen ausgezogen, greift sie in eine ihrer vielen Taschen und beginnt Kekse zu verteilen. Sie hat natürlich auch an die Hunde im Restaurant gedacht (Hunde sind im ANAMNESIS immer willkommen). Rosa hat eine eigene Sorte von Hundekeksen entwickelt, die natürlich sofort verkostet werden muss: Weihnachtsglückssternchen mit Hühnchen- Rosmaringeschmack. Den Hunden gefällt diese Sonderbehandlung und Rosa strahlt entzückt.

201501 Homoeo8Sofort kippt ihre Stimmung aber ins Gegenteil um: Dort drüben sitzt LENA PAW, DIE HUNDEEXPERTIN, und blickt missbilligend auf die Keksverkostung. Ein Teil ihres verzwickten Gesichtsausdrucks ist sicher auf die Tatsache zurückzuführen, dass Lena ständig an irgendwelchen Magenschmerzen leidet. Das kennen alle in der Gruppe schon zur Genüge: Sie nascht gerne, aber danach klagt sie über Blähungen. Und das ist nur eines der Nahrungsmittel, welches ihr Unwohlsein verursacht – es gibt viele davon. In Rosa hat sie ein geeignetes Opfer gefunden, ihren Ärger abzureagieren. Ihre neue Mitarbeiterin, die junge Hundepflegerin, hat sie auch schon mit ihrem tyrannischen, arroganten Verhalten gekränkt, als die Arme neulich am Morgen in ihr Büro kam. Zu Elli und auch zu Cleo Waage ist sie hingegen immer außerordentlich höflich und zuvorkommend. Von Rosa Käcks möchte sie jetzt die genaue Nährstoffzusammensetzung der neuen Hundekekse wissen. Nicht weil sie das unbedingt interessiert, sondern weil es ihr Spaß macht, Rosa zu ärgern. Und als Rosa ihr erklärt, dass die Kekse auch für den menschlichen Verzehr geeignet sind, nimmt sie sich eine große Handvoll aus dem Körbchen und beginnt zu essen. Es ist schon einige Stunden her, seitdem sie das letzte Mal Nahrung zu sich genommen hat und Lena plagt der Heißhunger. Komisch ist allerdings, dass sie bereits nach dem ersten Keks wieder aufhört zu essen und behauptet, satt zu sein.

Am Tisch links wird heftig diskutiert. DANIELA PENDEL, DIE LEITERIN DER FORSCHUNGSABTEILUNG, stellt ihr allerneuestes Projekt vor: den Hundetrainings- und Freizeitpark Wuffolino. Daniela ist ein Genie, ihren außerordentlichen Einfällen haben wir schon viele kreative Tierschutzprojekte zu verdanken. Ständig brütet sie über neuen Plänen. Allerdings schafft sie es auch immer wieder, alle in Erstaunen und Entsetzen zu versetzen – so auch heute. Das ANAMNESIS ist ein elegantes Restaurant, die Gäste haben sich bemüht, in möglichst festlicher Kleidung zu erscheinen – Daniela nicht. Ihre äußerliche Erscheinung scheint sie nicht zu kümmern. Der Laborkittel ist zerschlissen und verkehrt zugeknöpft. Die Blicke der anderen sind Daniela völlig egal, sie besitzt ein gesundes Ego. Mit riesengroßem Enthusiasmus erzählt sie von ihrem neuen Projekt: einem Hundepark, der alle Grenzen sprengen wird. Mit einem riesigen Schwimm- und Tauchbecken, Spielplatz, Hindernisparcours inkl. Labyrinth, Rennstrecke für die ganz Schnellen, Ruhezonen, Welpenkindergarten u. v. m. Auch einen Seniorentag wird es geben und natürlich naturheilkundliche und tierärztliche Betreuung vom Allerbesten. Amanda findet diese Idee herrlich, die Hunde werden die Gesellschaft lieben (so wie sie). Tierbesitzer können mit ihren Lieben nach Herzenslust spielen, streicheln, knuddeln, die Hunde können einander beschnuppern, toben, spielen. Schon melden sich aber die kritischen Stimmen. Allen voran Cleo, sie erinnert an die Hygienevorschriften: Wie kann dafür gesorgt werden, dass die Hunde im Park alle ungezieferfrei und auch gesund sind? Ohne diese Absicherung ist es wohl unmöglich, dass fremde Tiere miteinander in Kontakt kommen.

Und auch eine zweite Stimme meldet sich. Diese Frau gehört nicht in die Gruppe, irgendwie hat sie vom Treffen erfahren und ist einfach aufgetaucht: Frau EHRENTRAUD VON PINGEL, DIE DAME VOM VETERINÄROBERAUFSICHTSAMT. Frau von Pingel ist eine von den ganz Genauen. Sie hat ein dickes Buch unter dem Arm, eine Sammlung von Gesetzen und Verordnungen, an die sie sich ihr Leben lang streng gehalten hat. Niemals würde sie dulden, dass jemand auch nur einen Millimeter von den Buchstaben des Gesetzes abweicht. Sie will wissen, ob Daniela die erforderlichen Genehmigungen bereits eingeholt hat. Und überhaupt, Projekte dieser Art sind eigentlich nicht vorgesehen. Wo käme man denn hin, wenn jeder einfach so einen Park errichtet, nur weil er glaubt, eine gute Idee zu haben. Daniela sieht das zwar gelassener („Wir haben da so unsere Beziehungen, das wird schon gehen“), Frau von Pingel ärgern solche Aussagen aber furchtbar, und überhaupt: Es ist viel zu laut in diesem Raum, zu kalt, es zieht und Frau von Pingel hat Rückenschmerzen. Seit Tagen hat sie nicht mehr gut geschlafen, sie muss ständig an ihre wichtigen Aufgaben denken. Sie spürt jetzt wieder den stechenden Schmerz in den Schläfen, der immer stärker wird, seitdem sie auf dem Fest ist.

Ganz unerträglich findet sie die penetrant laute Stimme von NORA CAT, DER KATZENEXPERTIN. Nora redet ununterbrochen und mit allen am Tisch. Sie ist mit einem knappen Leopardenkleid, engen Leopardenstrumpfhosen und hochhackigen Stiefeln bekleidet und sie redet und redet. Die Themen wechseln ständig. Eine Kollegin fragt sie nach ihrem Liebesleben, die nächste nach Urlaubsplänen, sie erzählt aber von ihrem letzten Shoppingtrip. Den Gesprächspartnern bleibt keine Zeit zum Antworten. Kaum ist sie mit einem Satz fertig, dreht sie sich weg und beginnt mit dem nächsten Gast zu sprechen. Nora interessiert sich sehr für die traurige Geschichte von Sonja und dem weißen Massai. Unmöglich, dass man in solchen Ländern offiziell mit mehreren Frauen leben darf. Das würde Nora niemals ertragen. Sie ist extrem eifersüchtig und wenn sie von einem Mann so behandelt würde, gäbe es einen riesengroßen Rachefeldzug. Mitten im Satz reißt sich Nora den Schal vom Hals. Sie findet, dass es im Raum extrem heiß ist, und außerdem kann sie enge Halstücher ohnehin nicht ertragen.

201501 Homoeo9Vom anderen Ende des Tisches ertönt die unverwechselbare, sehr ungeduldige Stimme von Sally. „Linda, wo bleibt denn mein Grappa? Ich habe schon vor einer Weile bestellt und Du hast ihn immer noch nicht gebracht. Jetzt mach endlich schneller, den ersten hab ich schon lange ausgetrunken.“ Das ist typisch Sally, sie kann einfach nicht warten, Geduld ist nicht ihre Stärke. Dabei ist Linda so bemüht, es gerade heute allen recht zu machen. LINDA SERVUS IST DAS UNENTBEHRLICHE MÄDEL FÜR ALLES. Auf sie kann man zählen. Als die Kellnerin des ANAMNESIS kurzfristig krank wurde, war es natürlich Linda, die sofort bereit war, einzuspringen. Sie arbeitet eigentlich im Schichtdienst und hatte nur eine Stunde Schlaf. Und sie muss auch noch dringend die 10 kg Weihnachtskekse für eine Freundin backen;… dennoch, trotz dieser Arbeitsüberlastung und ziemlicher Erschöpfung hat sie keine Sekunde lang gezögert, sich als Hilfe anzubieten, um den Abend zu retten. Ihr Pflichtbewusstsein ist beispielhaft. Sie gibt ihr Bestes, um alle Gäste zufriedenzustellen. Allerdings ist sie nicht die Schnellste bei der Arbeit, sie ist ein wenig übergewichtig und es fällt ihr schwer, auf alle Wünsche der Gäste rasch zu reagieren. Das liegt aber auch an der exklusiven Speise- und Getränkekarte, die das ANAMNESIS gestaltet hat. Es scheint fast so, als wären die Geschmäcker und Zubereitungsformen auf die bunte Vielfalt der Gäste eigens abgestimmt worden: Amanda, die eine extrem nette und herzliche Person ist, hatte z. B. fast böse reagiert, als Linda ihr eine Tasse Tee serviert hatte. Amanda wollte doch das eisgekühlte Wasser trinken. Und bei Lena Paw gab es auch ein Missverständnis. Sie reagierte sehr ungehalten, als sie von Linda den Bretonischen Bohnentopf auf Krautbett vorgesetzt bekam. Sie würde das niemals essen, sagte sie, weil sie davon immer starke Blähungen bekomme. Und Sonja Spross hat auch eigentümliche Ernährungsgewohnheiten, findet Linda. Alle Speisen, die Sonja bestellt, bestehen hauptsächlich aus Käse. Tzzz. Aber für Linda ist das alles o. k. Sie gibt ihr Bestes, will allen eine Freude machen. Nur dieses schnelle Gehen ist halt sehr anstrengend für sie, sie schwitzt schon stark und muss sich mit einem Tuch immer wieder den Nacken trocken wischen. Damit sie halbwegs fit bleibt, nascht sie zwischendurch immer an der Schokotorte, die in der Küche steht. Es vergeht kein Tag, an dem sie nicht irgendwelche Süßigkeiten zu sich nimmt. Und wenn sie eine Speise auf der Karte hätte wählen müssen, wäre es das All-youcan-eat-Angebot gewesen. Linda ist da nicht so wählerisch: Die Teller müssen gut gefüllt sein, das ist für sie das Wichtigste.

201501 Homoeo10Das Dinner im ANAMNESIS nimmt seinen Lauf. Die Gäste essen, plaudern, lachen. Ein Gast fällt aber immer wieder aus dem Rahmen. Man kann eigentlich nicht wirklich von Gast sprechen. Es handelt sich um eine schillernde Persönlichkeit, die sich die Gelegenheit nicht entgehen ließ, alle Mitarbeiter des Similibus- Treffs auf einen Schlag kennen zu lernen: MELINDA TRAUM, DIE STARJOURNALISTIN DES HOMEOGLOBE. Der Homeoglobe ist eine der führenden Fachzeitschriften für Tierhomöopathie und Melinda ist die erfolgreichste Reporterin des Magazins. Sie ist mit ihrem Fotografen zum heutigen Termin erschienen, den sie ohne Erbarmen hin und her scheucht, um gute Shots zu ergattern. Sie scheint fast zu platzen vor Energie. Das Wort Geschäftigkeit bezeichnet ihre Art, von einem Gast zum anderen zu schwirren, nur sehr milde. Dummerweise hat sie ihr iPad vergessen, jetzt muss sie alle Notizen händisch machen, was ihr schwer fällt, weil ihre Finger eiskalt sind. Dafür ist ihr Gesicht vor Aufregung hochrot. Sie wartet daher recht ungeduldig auf ihre Zitronenlimonade, die sie vor geraumer Zeit bei Linda bestellt hat. Limonade ist ihr absolutes Lieblingsgetränk, schon beim Gedanken daran rinnt ihr der Speichel im Mund zusammen, und langsam wird sie richtig wütend, dass Linda sich so lange Zeit lässt. Das passiert ihr häufig, dass ihr grausame Gedanken in den Sinn kommen, wenn etwas nicht nach ihren Vorstellungen verläuft. Linda würde sie jetzt am liebsten erdolchen. Die Temperaturverhältnisse im Restaurant sind für sie auch nur schwer zu ertragen. Zu Hause, in ihrer Wohnung, hat sie exakt 21,4 Grad Raumtemperatur, aber hier ist es ihr entweder zu kalt, weil Amanda und Nora ständig das Fenster aufreißen, oder es wird stickig und warm, weil Cleo und Frau von Pingel sich beim Schließen der Fenster abwechseln. Sie läuft von einem Gast zum anderen, um möglichst viele Informationen zu erlangen. Laufen ist für sie ohnehin besser als sitzen, der Stuhl ist ihr zu hart. Auch das Sitzkissen, welches Linda nach 3-maligem Nachfragen endlich gebracht hat, kann keine Abhilfe schaffen. Melinda nimmt all diese unerquicklichen Umstände in Kauf, um diese außergewöhnliche Reportage unter Dach und Fach zu bringen.

Der Abend schreitet voran und das Essen nähert sich dem Ende. Die Teilnehmer sind sehr zufrieden. Gemeinsam haben sie viele der Probleme, die es im Laufe des Jahres in der Zusammenarbeit gegeben hat, gelöst und eine Menge neuer Pläne geschmiedet. Sie sind zuversichtlich, dass sie sehr viele davon im nächsten Jahr umsetzen können. Schließlich sind sie eine ganz besondere Teamzusammensetzung. In ihren individuellen Charakteren unterscheiden sie sich stark. Jeder von ihnen hat seine besonderen Fähigkeiten und kann hervorragende Leistungen erbringen, sofern er zum richtigen Zeitpunkt für die passende Aufgabe eingesetzt wird. Die Kunst ist es, zu erkennen, wer von ihnen welche Stärken hat. Das ist genauso wie im Berufsalltag eines Tierhomöopathen: Jedes Mittel kann heilen, man muss nur wissen, welches Arzneimittel unter welchen Bedingungen angezeigt ist.

Liebe Kolleginnen und LeserInnen, jetzt seid Ihr dran. Habt Ihr erkannt, welche Arzneimittel hinter diesen Charakteren stecken? Nehmt Euer Repertorium und die Materia Medica zur Hand und schmökert ein wenig. Die Gäste des ANAMNESIS haben sich bemüht, Euch die Leitsymptome der 12 homöopathischen Arzneien vorzustellen. Versucht, ob Ihr sie enttarnen könnt!

MMAG. ISOLDE HEIM MMAG. ISOLDE HEIM
TIERHEILPRAKTIKERIN UND HUMANENERGETIKERIN

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

TÄTIGKEITSSCHWERPUNKTE

  • Tierhomöopathie
  • Traditionelle Chinesische Tiermedizin
  • Phytotherapie
  • Tierpsychologie
  • Dozentin an den Paracelsus Schulen 

Fotos: © upixa – Fotolia, GöttePhotoArt – Fotolia, AllebaziB – Fotolia, Shutterstock, AllebaziB – Fotolia, Claus Mikosch – Fotolia, AllebaziB – Fotolia


Lösung

201501 Homoeo12

< zurück