Tierwissen für Kids: Eichhörnchen

201706 Kinder1Von Baum zu Baum rauf und runter

Eichhörnchen  sind  extrem  flink  und  richtig  gute  Kletterkünstler. Daher stammt ihr Namensbestandteil „Eich“ auch  nicht von  ihrer  Lieblingsnahrung,  den  Eicheln,  und  auch  nicht von den Eichen, auf die sie gerne klettern, sondern  vom alten indogermanischen Wort „aig“, das übersetzt in  etwa „schnelle Bewegung“ bedeutet. Und das trifft auf unsere  Eichhörnchen  zu  100  Prozent  zu,  denn  sie  klettern  den  ganzen Tag  auf  Bäumen  rauf  und  runter  oder  springen von Ast zu Ast, um Nahrung zu suchen oder sich ein  Nest zu bauen. Da sie sehr leicht sind und nur maximal 500  Gramm wiegen, können sie sich selbst auf dünnste Äste  trauen, ohne Gefahr zu laufen, runterzufallen. Und wenn  ein Ast doch einmal bricht, spannen sie einfach ihren dicken buschigen Schwanz auf und gleiten wie ein Vogel zu  Boden. Der buschige Schwanz ist fast so lang wie das Eichhörnchen selbst und dient bei ihren Sprüngen von Ast zu  Ast und Baum zu Baum als Steuerruder. So halten sie problemlos die Balance, auch wenn sie sich sehr schnell bewegen. Im Winter spendet der Schwanz Wärme und dient  dem  Nachwuchs  als  Decke.  Auch  kommunizieren  Eichhörnchen über ihren Schwanz, sodass sich an Stellung und  Haarkleid leicht ihr Befinden ablesen lässt.

201706 Kinder2Verstecken und Wiederfinden

Eichhörnchen  ernähren  sich  am  liebsten  von  Eicheln,  Nüssen und Beeren. Aber auch  Kastanien, Pilze, Knospen,  Schnecken,  Insekten,  Eier und Jungvögel stehen  auf  ihrem  Speiseplan.  Die  harten  Nüsse  knacken  sie  problemlos  mit  ihren  kräftigen  Nagezähnen,  mit  denen  sie  sowohl  im Ober- als auch im Unterkiefer  ausgestattet  sind.  Da  Eichhörnchen keinen Winterschlaf halten, müssen sie auch im Winter essen, um zu überleben. Doch die Nahrungssuche im  Winter  ist  schwierig,  deshalb  sammeln  Eichhörnchen  ihr  Winterfutter  bereits  im  Herbst.  Sie  fressen  sich  einen  dicken  Winterspeck  an,  vergraben  den  Rest  der  Nahrung  im  Boden,  um  ihn  im  Winter  wieder  auszugraben.  Wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge benutzen sie dazu  überwiegend ihren gut ausgebildeten Geruchssinn, aber  auch ihr Gedächtnis. Da sie sich jedoch nicht immer jedes  Versteck merken können und sich die Nahrung durch den  Schnee auch schlecht riechen lässt, bleiben viele Samen,  Nüsse usw. bis zum Frühjahr im Boden und gedeihen dann  zu neuen Pflanzen heran. Man vermutet, dass sich davon  das Sprichwort „Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen“  ableitet.

201706 Kinder3Hoch oben lebt sich’s am besten

Da Eichhörnchen auch natürliche Feinde haben, zu denen  Greifvögel ebenso zählen wie Mader, Luchse und Wiesel,  bauen die kleinen Fellnasen ihre Nester hoch oben in den Bäumen. Um sicher zu gehen,  gut  geschützt  zu  sein,  legen sie immer zwei Ausgänge an und bauen sich gleich  mehrere,  sodass  ein  Umzug  im  Notfall  schnell  vonstattengehen  kann.  Das  Nest  ist  ca.  50  Zentimeter  groß  und  wird  aus  Zweigen, Nadeln und Blättern in eine Astgabel  gebaut.  Damit  es  auch  im Winter  schön warm  ist,  wird es innen mit Moos, Federn und Gras gepolstert.  Zur  Paarungszeit  ziehen  die  Elterntiere zusammen und bringen ihren  Nachwuchs im gemeinsamen Nest  zur Welt. Nach etwa vier Wochen  kommen  die  Jungen  zur  Welt,  nur  zwölf  Monate  später  gründen  diese  bereits  ihre  eigene  Familie.

201706 Kinder4Ein schönes Fell, doch bitte kein Pelz

Viele  Tiere,  die  ein  schönes,  weiches  Fell  haben,  werden  vom  Menschen  leider zur Herstellung von Pelzen missbraucht. Beim Eichhörnchen  wäre  das  sicher  auch  so,  wenn  die  Bundesrepublik  Deutschland  die  flauschigen  Nager  nicht  unter  Artenschutz  gestellt  hätte.  So  dürfen Eichhörnchen bei uns  weder  gejagt  noch  zur  Pelzherstellung  verwendet  werden.  Fangen  darf  man sie nur, wenn sie krank  sind und behandelt werden  müssen.  Doch  nach  der  Behandlung  müssen  sie  wieder  in die Natur entlassen werden.  Und  man  darf  sich  nicht  täuschen: Eichhörnchen sehen zwar  putzig aus, sind aber alles andere als Schmusetiere. Es sind kleine Raubtiere, die nicht als Haustiere gehalten werden können.

Foto: © sleepyhobbit – stock.adobe.com, zatevakhin – Fotolia, Black – Fotolia, Burton – Fotolia, Warner – Fotolia, schulzfoto – stock.adobe.com, giedriius – stock.adobe.com

< zurück