Abschied nehmen: Tierbestattungen

201506 Tierbestattungen1Von Emanuel Holle, Kleintierkrematorium IM ROSENGARTEN GmbH

Die Euthanasie eines Tieres ist nicht nur eine Belastungsprobe für die Tierhalter, sondern auch für alle Dienstleister, die mit dem Tier zu Lebzeiten zu tun hatten. Hier gilt es, den professionellen Umgang mit dieser schwierigen Situation zu beweisen. Je länger die Betreuung angedauert hat, umso betroffener sind auch wir als betreuende Menschen. Betreut man die Tierhalter dem Anlass entsprechend auch nach dem Versterben des Tieres weiter, gibt es ihnen das Gefühl, dass seitens der Vertrauten der Tierhalter ganz ehrlich Anteil genommen wird. Das stärkt die Bindung zwischen den Menschen. Der Umgang mit Mensch und Tier in den letzten Monaten im Leben des tierischen Begleiters prägt das Bild zu den Unternehmen, für die sich die Tierhalter entschieden haben, nachhaltig. Wenn man als kompetenter und mitfühlender Dienstleister für die Tiergesundheit nach den Möglichkeiten der Bestattung bzw. des Verbleibs des verstorbenen Tieres gefragt wird, sollte man ebenso kompetent und mitfühlend antworten können. Aus diesem Grund möchten wir hier die gängigsten Möglichkeiten aufzeigen, für die sich ein trauernder Tierhalter entscheiden kann.

Tierkörperbeseitigungsanstalt oder Tierkörperverwertung

Im Volksmund werden diese Anlaufstellen immer noch gerne als „Abdeckerei“ bezeichnet. Hier halten sich die Kosten und der Aufwand in Grenzen. Sollte das Tier in der Tierarztpraxis versterben, kann man das Tier gegen eine Pauschale dort lassen. Üblicherweise gehen die Tiere dann in die Tierkörperverwertungsanlage. Mancherorts kann man sein verstorbenes Tier auch selbst zu diesen Unternehmen bringen. In einem industriellen Prozess findet hier eine Weiterverarbeitung der Tierkörper und der sonstigen tierischen Materialien, wie z. B. Schlachtabfällen, statt. Daraus entstehen Produkte wie Schmierstoffe, Biodiesel oder Brennstoffe für Kraftwerke. Die genauen Arbeitsabläufe kann man auf den Internetseiten der ausführenden Firmen nachlesen. Eine Verarbeitung zu Tierfutter oder Ähnlichem ist nicht mehr erlaubt. Wer für seinen tierischen Liebling einen würdevollen letzten Weg wünscht, sollte sich eine Alternative zur Verwertung überlegen. Viele Tierärzte bieten verschiedene dieser Alternativen an bzw. vermitteln die passenden Dienstleistungsunternehmen.

Eigener Garten

Eingangs muss man festhalten, dass die Bestattung im eigenen Garten nicht überall erlaubt ist. Auf der einen Seite ist die Bestattung in Wasserschutzgebieten verboten, auf der anderen Seite untersagen Städte und Gemeinden diese Form der Beisetzung. Die Tierhalter sollten sich daher immer im Vorfeld bei den Behörden informieren. Und auch wenn in der Vergangenheit eine solche Möglichkeit bestand, kann sich die gesetzliche Grundlage verändert haben.
Die Ausrichtung dieser Bestattung kann natürlich sehr individuell gestaltet werden. Zudem besteht die Chance, auch Kinder in die Zeremonie einzubinden. Kosten fallen hier üblicherweise nur an, wenn man für die Gestaltung der Grabstelle besondere Wünsche hat. Zu diesem Thema finden sich im Internet die passenden Anbieter. Zu beachten ist bei der Beisetzung im eigenen Garten aber, dass eine Mindestbestattungstiefe einzuhalten ist, damit das Grab von anderen Tieren nicht wieder freigelegt werden kann. Wenn man sich dem nicht gewachsen fühlt, kann bei Tierbestattern oder bei Gartenbaufirmen nach Hilfe gefragt werden. Vielleicht findet man aber auch im privaten Umfeld die notwendige Unterstützung. Sollte das Grundstück nur gemietet sein, muss im Vorfeld der Vermieter um Erlaubnis gefragt werden.

Tierfriedhof

Mittlerweile gibt es in vielen Regionen Tierfriedhöfe, auf denen die Bestattung von Haustieren oder von Urnen mit tierischer Asche möglich ist. Die Anzahl kann mit ca. 120 – 150 beziffert werden. Hier gilt es zu beachten, dass zu Anfang eine feste Belegungszeit vereinbart wird, für die eine Gebühr zu entrichten ist. Diese Belegungszeit liegt zu Beginn in der Regel zwischen drei und fünf Jahren. Für eine längere Zeit wird bei den meisten Betreibern eine erneute Zahlung berechnet. Ein weiterer Punkt, über den man sich Gedanken machen sollte, ist die Gestaltung des Grabes. Auf den meisten Tierfriedhöfen gibt es dazu feste Regeln. Wenn man alles Bedenkenswerte erfasst hat, erhält man einen klaren Kostenrahmen für diese Form der Bestattung. Eine individuelle Gestaltung einer Trauerfeier ist vielerorts möglich und wird mitunter vom Betreiber direkt angeboten. Eine ähnliche Art der Beisetzung bieten Friedwälder für Tiere an. Auch hier kann sowohl der Tierkörper als auch die Urne mit der tierischen Asche begraben werden.

Einäscherung (Kremierung) in einem Krematorium für Haustiere

Foto: RosengartenIn diesem Bestattungszweig hat sich in den letzten Jahren sicher am meisten getan. Gab es im Jahr 2002 erst zwei dieser Anlagen, so sind heute fast 30 verschiedener Größe in Betrieb. In fast jedem Bundesland kann man sein Tier zu einem Kleintierkrematorium bringen. Zwei Krematorien bieten ergänzend dazu ein Netz von Filialen bzw. Tierbestattungspartnern an, die alle vorbereitenden Dienstleistungen wie die Abholung und Überführung der verstorbenen Tiere und die liebevolle Betreuung der trauernden Tierhalter übernehmen.
Die meisten Krematorien unterscheiden zwei verschiedene Einäscherungsformen. Da gibt es die Einzeleinäscherung, bei der die Rückgabe der Asche des Tieres in einer Urne an den Tierhalter möglich ist. Die Urne mit der Tierasche darf mit nach Hause genommen werden, da es für die Asche von Tieren keine Beisetzungspflicht gibt. Bei der zweiten Variante werden in einer Sammeleinäscherung mehrere Tiere gleichzeitig eingeäschert. Die hieraus entstehende Asche wird üblicherweise ausgestreut. Bei der Tierbestattung IM ROSENGARTEN unterteilt sich die Sammeleinäscherung in zwei verschiedene Arten der Kremierung: Auf der einen Seite gibt es die Gemeinschaftskremierung mit weiteren Gestaltungsmöglichkeiten und dem Ausstreuen der Asche an den Tiergedenkstätten der Krematorien des ROSENGARTENs, auf der anderen Seite wird die einfachere Basiseinäscherung zu günstigeren Konditionen angeboten.
Durch die Vielfalt der Möglichkeiten gibt es bei der Einäscherung von Haustieren eine große Preisspanne. Diese bewegt sich je nach Anbieter und Form der Kremierung zwischen unter 30 bis zu mehr als 400 Euro. Die Abholung und Überführung der verstorbenen Tiere sowie der Urnen und Erinnerungsschmuckstücke müssen hier extra berechnet werden. Einige Krematorien bieten daher den Tierhaltern die Möglichkeit an, bereits im Vorfeld den Betrag für die Bestattungswünsche anzusparen. Wer sich besondere Sicherheit und Transparenz wünscht, entscheidet sich für ein Unternehmen, welches sich und seine Dienstleistungen extern, z. B. durch die DEKRA, überprüfen lässt.

Der Mensch/Tier-Friedhof

Wer gerne mit seinem Tier bestattet werden möchte, hat seit Juni 2015 die Gelegenheit dazu. Das Unternehmen „Unser Hafen“ bietet geneigten Tierhaltern die neue Form der Bestattung an. Auf derzeit zwei Friedhöfen, in Essen/Ruhr und in Braubach, können die Urnen von Mensch und Tier in einer Grabstelle beigesetzt werden. Eine Bestattung der Körper ist nicht möglich. Die Kosten für die gemeinsame Bestattung kann man auf der Internetseite von „Unser Hafen“ erfahren.

Unterstützend zu allen hier vorgestellten Formen des Verbleibs seines tierischen Begleiters kann man seinem Tier auf Trauer- und Gedenkseiten im Internet gedenken. Auch in diesem Bereich hat sich einiges getan.

Zusammenfassend kann man sagen, dass sich jedem Tierhalter eine Vielzahl von Möglichkeiten bietet. Wichtig bleibt zum Abschluss zu sagen, dass die Trauer um ein Tier etwas ganz Normales ist. Jeder sollte und darf sich die Zeit dafür nehmen.

Fotos: © Eugene Ivanov – Shutterstock

< zurück