Mein ganz besonderer Abschied: Nachruf auf Luna

201506 Abschied1Katharina Everding, Besitzerin von Labradorhündin Luna

Jeder Hundebesitzer fürchtet sich vor dem einen Tag, an dem er für immer Abschied von seinem jahrelangen Weggefährten nehmen muss. Jeder weiß, dass dieser Tag kommen wird, aber wirklich vorbereiten kann man sich nicht.

201506 Abschied2Luna, meine Labradormischlingshündin, war fast 14 Jahre lang immer an meiner Seite. In guten wie in schlechten Zeiten. Sie hat mich getröstet, zum Lachen gebracht, mir Mut und Kraft gegeben, mich glücklich gemacht. Sie war einfach da, wie ein Fels in der Brandung.
Und ich habe ihr versprochen, immer an ihrer Seite zu sein, bis zum letzten Atemzug.

Luna war immer gesund und fit, doch auf einmal wurde sie krank, bekam keine Luft, wurde schwach. Medikamente halfen nur bedingt.
Es gab gute Tage, an denen ich wieder Hoffnung hatte, dann gab es die schlechten Tage, die jegliche Hoffnung wieder zerstörten. So sehr ich zum Schluss auf die guten Tage wartete, sie kamen nicht mehr.

Ihr Zustand verschlimmerte sich sehr schnell, sodass ich den schweren Entschluss fassen musste, sie von ihrem Leid zu erlösen.
14 Jahre an meiner Seite, und auf einmal ist innerhalb von wenigen Minuten alles vorbei …
Ein letzter Blick, ein letztes Mal streicheln, ein letzter tiefer Atemzug.
Ganz sanft und friedlich ist Luna auf die andere Seite der Regenbogenbrücke gegangen.
Der Gedanke beruhigt mich, dass es ihr nun besser geht, doch trotzdem … es tut weh … und sie fehlt mir. Überall! Ich wache morgens auf und – nichts …

Kein Geklapper der Krallen auf dem Laminat, keine Wasser- und Sabberspuren vor dem Napf, keine Motivation, bei Wind und Wetter rauszugehen, kein Anstupsen einer kalten und nassen Nase, kein Aufregen über schwarze Haare auf dem Sofa, kein Hecheln, kein Ohren kraulen mit dazugehörigem Grunzen. Doch ich bin der festen Überzeugung, das Richtige getan zu haben, sie nicht ihrem Leiden überlassen und ihr einen würdigen Weg über die Regenbogenbrücke ermöglicht zu haben.

Fotos: © Everding (2), Simone Werner-Ney – Fotolia, ms-grafixx – Fotolia, PongMoji – Shutterstock


GEDANKEN VOM TIER-MENSCHLICHEN DIWAN

Monika Heike Schmalstieg im Gespräch mit Ute B., Mutter von Katharina Everding und Großmutter von Ben

201506 Diwan1Monika Heike Schmalstieg
Wann kam die Nachricht und der Entschluss, Luna den Weg zu erleichtern?

Ute B.
Es war ein langwieriger Prozess, der sich über Monate hinzog. Anfänglich schien es Luna mal für einige Tage gut zu gehen, doch diesen folgten dann Tage, an denen sie sich kaum noch bewegen konnte. Mehrfach wurde ein Tierarzt aufgesucht, da wir nicht wussten, was wir tun sollten. Erst als es keine Tage mehr gab, an denen Luna noch Spaß am Leben hatte, wurde der Entschluss gefasst, Luna gehen zu lassen.

Monika Heike Schmalstieg
Wie hat es Ihre Tochter aufgenommen?

Ute B.
Mit Trauer, aber auch der Gewissheit, das Richtige getan zu haben. Sie musste ja schließlich diese schwere Entscheidung treffen, war aber am Ende bereit, sich von Luna zu lösen.

Monika Heike Schmalstieg
Was haben Sie Ihrem Enkel Ben gesagt?

Ute B.
Wir haben ihn schon lange vorher darauf vorbereitet. Wir sagten ihm, dass es für seine Luna das Beste wäre, wenn sie erlöst wird, weil sie sehr krank ist und große Schmerzen hat.

Monika Heike Schmalstieg
Was war für Sie das Wichtigste an dem Morgen, als Ihre Tochter mit Luna zum Tierarzt fuhr?

Ute B.
Ich bin mit einem Kloß im Hals losgefahren, um Ben zu mir zu holen. Ich habe mich verabschiedet von Luna. Es war schwer, da mir bewusst war, dass ich den Hund das letzte Mal sehen würde. Ich habe mich bemüht, gefasst zu erscheinen, um Ben nicht zu beunruhigen.

Monika Heike Schmalstieg
Haben Sie eine Gedenkstätte für Luna errichtet?

Ute B.
Ja. Meine Tochter hat Fotos rausgesucht und eine Collage daraus erstellt.

Monika Heike Schmalstieg
Wie verkraftet es Ihr Enkel, der ein Familienmitglied und einen Sozialpartner verloren hat?

Ute B.
Er hing sehr an Luna. Ben wirkt sehr verständnisvoll. Er hat immer das Halsband von Luna dabei, damit sie ihm nahe ist. Am Todestag wollte er am Nachmittag mit Freunden feiern, aus Dankbarkeit, Luna kennengelernt zu haben.

Monika Heike Schmalstieg
Leben geht, Leben kommt. Wünscht sich Ihr Enkel und/oder wünschen Sie sich für Ihren Enkel einen neuen Hund – einen Welpen?

201506 Diwan2Ute B.
Nein, ich denke, dass man ein Tier nicht einfach austauschen sollte. Ben wird sicherlich irgendwann wieder ein Haustier – welches auch immer – haben wollen. Zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nicht.

Monika Heike Schmalstieg
Ich bedanke mich für die offenen Antworten aus Lunas „Rudel“. Ich bin sicher, Luna wird unvergessen bleiben, und es zeigt deutlich, dass sie ein vollwertiges Mitglied der Familie gewesen ist.

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