Wintersport mit Hund: Was ist zu beachten?

Fotos: © fotofrank - FotoliaWeiß schimmert der Schnee unter strahlend blauem Himmel. Die tief stehende Sonne gibt ihr Bestes, uns vergessen zu machen, wie kalt es ist. Jetzt heißt es: Raus gehen und aktiv sein, natürlich mit Hund!

Grundsätzliches

Der Wintersport ist eine schöne Möglichkeit, sich und seinen Hund fit zu machen, der nächste Sommer kommt bestimmt. Hunde, die an Allergien leiden, profitieren sehr vom Winter und seiner klaren Luft. Viele allergieauslösende Stoffe, die evtl. dem Hund Beschwerden machen, fallen im Winter weg. Ebenso sind ältere oder übergewichtige Hunde im Winter besser zu motivieren, da sie nicht unter der Hitze leiden. Dennoch gilt: Im Zweifel beim Tierarzt oder Tierheilpraktiker nachfragen, ob eine sportliche Aktivität möglich ist. Suchen Sie sich eine Sportart aus, die zum Fitnesszustand Ihres Hundes passt und bedenken Sie, dass auch Sie mithalten müssen. So sollten Sie z. B. Ihre Langlaufski noch unter Kontrolle halten können, während Sie den Hund an der Leine führen.
Um eine Überforderung zu vermeiden, fangen Sie mit dem Training langsam an. Liegt im Winter Schnee, benötigt der Körper mehr Kraft. Ähnlich wie beim Laufen durch Sand, muss die Pfote des Hundes den nachgebenden Bodenwiederstand ausgleichen. Das führt zu einer schnelleren Ermüdung der Muskulatur. Es kann zu feinsten Muskelfaserrissen und Muskelkater kommen. Dieser Muskelkater verschwindet zwar nach wenigen Tagen meist von selbst wieder, kann aber sehr schmerzhaft für das Tier sein, sodass Bewegungsabläufe nur noch erschwert stattfinden können.

Ernährung

Im Winter kann sich der Kalorienbedarf erhöhen, da der Körper nicht nur Brennstoff zur Bewegung benötigt, sondern auch, um sich warm zu halten. Die wenigsten unserer Familienhunde müssen tatsächlich ein „Mehr“ an Futter bekommen. Achten sie vielmehr darauf, dass die im Winter benötigten Fett- und Eiweißquellen hochwertig sind. Immunsystem steigernde Zusatzfuttermittel können im Einzelfall sinnvoll sein.

BEISPIELE FÜR ZUSATZFUTTERMITTEL IM WINTER:

  • Dorschlebertran: gleicht den Vitamin-D-Mangel aus, der durch die verkürzten Tage und den damit verbundenen Lichtmangel (Tageslicht ist notwendig zur Vitamin-DProduktion) entstehen kann.
  • Propolis: steigert das Immunsystem und ist ratsam bei jungen und alten Hunden.
  • Bei Dalmatinern sollte der Vitamin-C-Bedarf überprüft werden. Dalmatiner sind nicht – wie andere Rassen – in der Lage, das Vitamin C aus der Nahrung zu synthetisieren.

Das Gebiet der Ernährung ist so umfassend, dass ich im Rahmen dieses Artikels den Bereich nur kurz anschneiden kann. Spezielle Ernährungspläne lassen Sie sich bitte von Ihrem Tierarzt oder Tierheilpraktiker erstellen.

Pfotenschutz und Fellpflege

Bevor es raus geht, sollten Sie sich die Pfoten Ihres Hundes gut ansehen. Befinden sich zwischen den Zehen lange Haare, so sollten diese gekürzt werden. Schnee verfängt sich sonst und verklumpt, was zu starken Schmerzen beim Laufen führt. Es bietet sich an, ein Pfotenpflegeprodukt (z. B. auf Bienenwachsbasis) zu benutzen. Das schützt vor schädlichen Einflüssen wie Salz und Kälte und sollte unterwegs erneut aufgetragen werden.
Sind Sie vom Ausflug zurück, reinigen Sie die Pfoten gründlich mit warmem Wasser und tragen Sie das Pfotenpflegeprodukt erneut auf. Auch unterwegs kann es notwendig sein, hin und wieder das Fell zu überprüfen, da sich auch dort Schneeklümpchen gebildet haben können. Oftmals findet man diese störenden Eisklumpen in den Achselhöhlen, am Bauch oder an langen Schlappohren. Um Verletzungen zu vermeiden, sollten diese entfernt werden.

Hundemantel und Co.

Bei manchen kurzhaarigen, schlanken Hunderassen kann ein Hundemantel durchaus sinnvoll sein. Schauen Sie sich das Modell genau an. Es sollte nicht nur toll aussehen, sondern muss genau passen. Ist der Hundemantel zu klein, wärmt er nur ungenügend oder reibt an verschiedenen Stellen und führt so zu unangenehmen Hautverletzungen. Ein zu großes Modell führt evtl. dazu, dass sich Schnee im Hundemantel sammelt, dieser dann schmilzt und wieder gefriert, bis sich Eiszapfen bilden (meist in der Achselhöhle oder am Bauch). Diese „Eiskugeln“ führen zu Verletzungen oder Erfrierungen der betroffenen Hautstellen, die sehr schmerzhaft sind.
Modelle, die wasserabweisend und atmungsaktiv sind, sollte man den Strickpullovern vorziehen, da sie sich nicht mit Feuchtigkeit vollsaugen können. Sehr praktisch sind diverse aufgenähte Reflektoren, da sie einen guten Sicherheitsfaktor darstellen, gerade wenn die Tage kürzer werden. Auf Kaputzen kann man gut verzichten, denn meistens sitzen sie nicht perfekt, um ihre Aufgabe zu erfüllen. Ähnlich verhält es sich mit Hundeschuhen. Gut passende Hundeschuhe können sinnvoll sein, wenn es sehr kalt ist und sehr viel Schnee liegt, doch viele Hunde tolerieren nicht, wenn sich etwas an ihren Pfoten befindet. Sinnvoll sind Hundeschuhe auch dann, wenn eine Verletzung an der Pfote vorliegt oder es nicht zu vermeiden ist, dass der Hund über gesalzte Straßen und Gehwege läuft. Wichtig ist aber auf jeden Fall die richtige Passform.

Hundejogger und Hundetransportrucksäcke

© stella77 - FotoliaOft belächelt oder mit einem Kopfschütteln beurteilt sind die Hundejogger, Buggys oder Transportrucksäcke. Dennoch gibt es Gelegenheiten, bei denen sich der Einsatz lohnt. Hunde bis 10 Kilogramm sind aufgrund ihrer Größe schon bei wenig Schnee und Kälte schnell unterkühlt. Klar, man könnte sie hochheben und mit unter die Jacke stecken. Was auf kurzen Strecken noch kein Problem darstellt, wird beim Langlauf aber schwierig. Hier ist der Tragerucksack eine echte Bereicherung. Achten Sie auf ausreichend Platz im Rucksack, sodass der Hund bequem darin sitzen kann.
Für kleine joggende Hunde ist der Hundejogger besser geeignet, da in einem Rucksack der Hund jedes Mal durchgeschüttelt werden würde. Hundejogger sind mit zwei großen luftbereiften Hinterrädern sowie einem kleinen Rad vorne ausgestattet, was sie sehr schnell und wendig macht. Buggys sind für sportliche Betätigungen eher nicht zu empfehlen, da die kleinen Räder nicht geländetauglich sind. Achten Sie bei der Benutzung von Rucksäcken und Hundejoggern unbedingt darauf, dass Ihr Hund trocken ist, bevor er in Rucksack oder Jogger gesetzt wird. Hat es draußen Minusgrade, nehmen Sie evtl. sogar eine Wärmflasche oder eine Decke mit, denn da Ihr Hund sich während des Transportes nicht bewegt, könnte er schnell frieren.

Winterwandern

Das Wandern durch traumhafte Winterlandschaften ist eines der schönsten Erlebnisse überhaupt, die man mit seinen Vierbeinern und der ganzen Familie genießen kann. Im Grunde ist es mit fast allen Hunden durchführbar, wenn man die Strecke an den jeweiligen Fitnesslevel seines Hundes anpasst. Machen Sie auf jeden Fall Pausen, halten Sie diese jedoch kurz, um eine Unterkühlung zu vermeiden. Besser ist es, die Tour so zu wählen, dass Hund und Mensch sie gut bewältigen können. In einer Thermoskanne lässt sich gut warmes Wasser mitnehmen. Der Körper des Hundes verliert über die Maulatmung viel Feuchtigkeit, sodass es auch im Winter ratsam ist, dem Hund Trinkwasser anzubieten.

Langlauf

Der Klassiker aller Wintersportarten ist schon etwas anspruchsvoller für den Hund. Alte oder körperlich eingeschränkte Hunde weichen lieber aufs Winterwandern aus, da beim Langlauf die Gefahr einer Überforderung sehr hoch ist. Bedenken Sie, dass Sie schnell unterwegs sind und der Hund in der Lage sein muss, Schritt zu halten. Führen Sie Ihren Hund an die Sportart heran, indem Sie zunächst daran arbeiten, dass Ihr Hund lernt: Ski und Stöcke sind kein Spielzeug, sondern Teil meines Besitzers. Ihr Hund sollte, wenn er unterwegs frei laufen kann, immer abrufbar sein und auch „Fuß“ laufen können. Wenn Sie mit Ihrem Hund in ein Wintersportgebiet fahren, informieren Sie sich vorher, ob der Hund mit auf die Strecke darf. Evtl. möchten Sie auf eine speziell präparierte Strecke (Loipen), auf der Hunde nicht oder nur angeleint mitgeführt werden dürfen. Mittlerweile gibt es auch speziell ausgeschilderte „Hundeloipen“.
Sicherheit geht vor. Keiner sollte in Gefahr gebracht werden. Kann Ihr Hund nicht frei laufen und muss an die Leine, bevorzugen Sie eine Joggingleine. Diese werden meist um den eigenen Bauch oder am Handgelenk getragen und haben eine Art „Federwirkung“, die bei einem plötzlichen Stop den harten Ruck minimiert, der nicht nur unangenehm ist, sondern auch zum Sturz und Verletzungen an beiden Enden der Leine führen kann. Auch ein Hundegeschirr ist dem normalen Halsband vorzuziehen, da es die Kräfte deutlich besser verteilt. Um den Hund für andere Langläufer sichtbarer zu machen, benutzen Sie Reflektoren oder Hundesicherheitswesten. Manche Hundegeschirre sind bereits mit diesen Elementen ausgestattet und für verschiedenste Sportarten bestens geeignet.

Joggen

© Halfpoint - FotoliaJoggen macht süchtig! Viele Hunde lieben es, gemeinsam mit ihrem Besitzer rennen zu gehen. Es verbindet und simuliert ein Stückchen das gemeinsame Jagen. Am Besten für den Hund ist ein freies Laufen ohne Leine, da er sich so physiologisch bewegen kann. Das bedeutet, er läuft in seinem eigenen, für ihn bestimmten Rhythmus und nimmt normalerweise keine Fehlhaltung ein. Muss der Hund an die Leine, ist, wie beim Langlauf, ein gut sichtbares Geschirr und eine entsprechende Joggingleine Pflicht. Bestimmte Wetterlagen sorgen oft dafür, dass man nicht im schönsten Sonnenschein über Neuschnee läuft, sondern sich in der Dunkelheit durch Schneematsch kämpft. Dann braucht es neben der eigenen sport- und wettertauglichen Bekleidung auch zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen für den Hund. Wie bereits erwähnt, geben Reflektoren Sicherheit für Menschen und Hund. Es gibt wunderbare Leuchthalsbänder, die per USB-Anschluss aufgeladen werden können und bis zu zwei Stunden Licht geben. Wahlweise lassen sich „Dauerleuchten“ oder „Blinken“ einstellen und die Sichtweite dieser Bänder ist hervorragend. Die Größe kann meist durch einfaches Abschneiden bestimmt werden. Mein ganz persönlicher Tipp: Nicht nur am Hundehals funktionell, sondern auch am Fußgelenk des Joggers.
Muss auf die Straße ausgewichen werden, achten Sie auf die oben erwähnte Pfotenpflege, da Winterdienste die Straßen stark salzen, um sie von Schnee und Glätte zu befreien.

SANDY MAUL SANDY MAUL
TIERHEILPRAKTIKERIN IN MICKY´S FUTTERBAR

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