Jin Shin Jyutsu - TEIL 4: Japanisches Heilströmen für Tiere

Foto: fotografiedk - FotoliaTeil 4

Verlassen wir nun die Sicherheitsenergieschlösser und wenden uns den Energieströmen zu. Wie ich bereits im zweiten Teil dieser Reihe geschrieben habe, ist der erste Energiestrom, der sich im Körper ausbildet, der Hauptzentralstrom. Er ist der Strom, aus dem alle anderen Ströme hervorgehen und später zur Regeneration wieder einmünden. Unablässig fließt er auf der Körperunterseite vom Kopf bis zu den Zehen hinab und auf der Körperoberseite von den Zehen den Rücken entlang wieder hinauf bis zum Kopf. Mit ihm wird die universelle Energie zur individuellen Lebensenergie. Wie eine große Energiequelle versorgt er unsere Tiere mit lebensspendender Kraft, regeneriert und kräftigt sie. Er harmonisiert das gesamte Hormonsystem und hilft, da er in der Körpermitte fließt, bei Wirbelsäulenerkrankungen. Da im Hauptzentralstrom universelle Energie fließt, kann sein Rhythmus nicht zerstört, wohl aber gestört werden. Durch 6Medikamente, nicht optimale Pflege und Bewegungsmangel, um einige Beispiele zu nennen, kann der Zufluss aus der universellen Quelle behindert werden, was zu Verhaltensauffälligkeiten und Krankheit führen kann. Strömen wir regelmäßig den Hauptzentralstrom, wirken wir dem effektiv entgegen. Sollten Sie also einmal gar nicht wissen, was Sie Ihrem Liebling strömen können, mit dem Hauptzentralstrom liegen Sie immer richtig.
Beim Menschen wird der Hauptzentralstrom geströmt, indem eine Hand auf den Kopf gelegt wird und die andere Hand mittig Sicherheitsenergieschlösser vom Kopf bis hinunter zum Schambein berührt. Bei den Tieren befinden sich die lebenswichtigen Organe wie Kehle, Herz, Bauch- und Fortpflanzungsorgane gut geschützt auf der Körperunterseite, sodass eine Berührung dort oftmals als unangenehm oder sogar als Bedrohung empfunden wird. Daher werden beim Tier stattdessen als kleine Abwandlung des Hauptzentralstroms die Sicherheitsenergieschlösser, die sich auf der Wirbelsäule befinden, geströmt. Was sich in der Theorie kompliziert anhören mag, ist in der Ausübung kinderleicht: Legen Sie Ihre linke Hand auf die Mitte des Brustbeins (SES 13) und strömen Sie sich mit Ihrer rechten Hand am Schwanzansatz beginnend die Wirbelsäule hinauf: SES 25, SES 2, SES 23, SES 9, SES 10, SES 3, SES 11, SES 12, SES 4, SES 20.

Jessica von der BrüggenLinks und rechts neben dem Hauptzentralstrom verlaufen die beiden Betreuerströme. Sie entstehen aus dem Hauptzentralstrom, indem sich ein Teil seiner Energie in Höhe der Leisten aufteilt und hinabfließt in das linke und rechte Bein. An der Innenseite der Knie, an SES 1, werden die so entstandenen Ströme zu den Betreuerströmen, die die rechte und linke Körperhälfte „betreuen“. Beide Betreuerströme fließen auf ihrer Seite vom Knie abwärts bis zu den Zehen, um dann auf der Körperrückseite wieder aufzusteigen. In diesem ununterbrochenen Kreislauf umrunden die Betreuer fünfmal die jeweilige Körperhälfte, um dann mit dem vollendeten fünften Umlauf wieder in den Hauptzentralstrom (die Quelle) zurückzufließen. Die Betreuer helfen zum einen bei sämtlichen Rückenbeschwerden, Knochenbrüchen, Verdauungs- und Atmungsprojekten sowie bei hohem Blutdruck, zum anderen stehen sie aber auch für die Polaritäten im Körper: der linke Strom für das männliche, aktive und ausatmende Prinzip (Yang), der rechte für das weibliche, empfangende und einatmende Prinzip (Yin). Treten bei einem Tier Symptome nur auf einer Körperseite auf, ist dies ein Zeichen dafür, dass dieser Betreuerstrom gestört und somit harmonisierungsbedürftig ist.

Zusätzlich zum Hauptzentralstrom und den beiden Betreuerströmen kennen wir im Jin Shin Jyutsu noch zwölf weitere Ströme, die als Organströme bezeichnet werden. Sie spielen eine wesentliche Rolle bei der Verteilung der Lebensenergie. Jiro Murai beobachtete bei seinen Untersuchungen, dass zwischen jedem dieser zwölf Ströme und einem bestimmten Organ eine ganz besondere Beziehung besteht, und so benannte er die Ströme nach dem ihm zugeordneten Organ Herzstrom, Leberstrom, Nierenstrom usw. Jeder Organstrom ist, ähnlich wie wir es aus der Fünf Elemente Lehre der TCM kennen, einem Element zugeordnet. Aber auch andere Prozesse und zeitliche Abläufe der Natur wie Farben, Sinnesorgane, Emotionen, Lebensphasen, Jahreszeiten und vieles mehr lassen sich den fünf Elementen zuordnen. Die Theorie der Fünf Elemente, auch Fünf Wandlungsphasen genannt, diente schon im alten China zur Erklärung von Naturphänomenen. Sie betrachtet den Menschen/das Tier als Mikrokosmos (quasi als eigenes Universum) im Makrokosmos (Umwelt/das All) und folgert daraus, dass die fünf Elemente der Natur (Makrokosmos) gleichermaßen auch in jedem Lebewesen (Mikrokosmos) zu finden sind. Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser sind also Begriffe, mit denen beispielsweise der zyklische Verlauf der Jahreszeiten genauso beschrieben werden kann, wie der natürliche Lauf des Lebens. Betrachten wir das Tier in seiner Gesamtheit, können wir es aufgrund seiner körperlichen Stärken und Schwächen, Stressreaktionen und Verhaltensmuster einem Element zuordnen und daraufhin einen Organstrom auswählen, der die Harmonie von Körper, Geist und Seele unterstützt:

Holz

Tiere, die sich dem Holzelement zuordnen lassen, sind oft junge, lebendige, dynamische Individuen. Muskeln und Sehnen, die Leber und Gallenblase und auch die Augen sind diesem Funktionskreis zugeordnet.

Erde

Tiere, die dem Erdelement angehören, sind häufig gemütliche oder träge, schwere Tiere, die zu Gewichtsproblemen neigen. Milz, Bauchspeicheldrüse und Magen sowie das Bindegewebe gehören zur Wandlungsphase Erde. Verdauungsstörungen wie z. B. Durchfall oder Verstopfung, generelle Verlangsamung der Bewegungen, Ödeme und Gewichtszunahme können auftreten.

Feuer

Tiere vom Typ Feuer sind oftmals hektisch, mit einem überschäumenden Temperament. Herz und Kreislauf, das Gefäßsystem und die Stoffwechselfunktionen werden dieser Wandlungsphase zugeordnet. Hitzeempfindlichkeit, häufiges Hecheln, Herzklopfen und Rötungen der Haut sind typische Erscheinungen.

Wasser

Zum Wasserelement gehören in erster Linie ängstliche Tiere. Diesem Element werden die Organe Niere und Blase, die Ohren, die Knochen, Zähne und die Erbenergie zugeordnet. Tiere vom Wassertyp haben öfter Probleme mit den Nieren, leiden unter Blasenschwäche, Gelenkschmerzen und Ohrenbeschwerden.

Metall

Tiere vom Metalltyp machen nicht selten einen bekümmerten, traurigen Eindruck. Die Organe Dickdarm und Lunge, die Nase und Nasennebenhöhlen sowie die Haut gehören zu diesem Element. Die Tiere sind häufig infektanfällig, leiden unter Atemwegsproblemen, trockener Haut und Verstopfung.

Tina von der Brüggen Tina von der Brüggen
Heilpraktikerin und Tierheilpraktikerin
Selbstständig in eigener Praxis

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TÄTIGKEITSSCHWERPUNKTE:

  • Jin Shin Jyutsu für Menschen und Tiere
  • Tierkommunikation
  • Klassische Homöopathie
  • Tierhomöopathie und Bach-Blütentherapie
  • Autorin der CD „Aus Liebe zum Tier – Tierkommunikation mit der universellen Sprache der Musik“ sowie des Buches „Tierkommunikation für Kinder“
  • Dozentin an den Paracelsus Schulen Rosenheim, Freilassing, Passau

Fotos: © fotografiedk, tinadefortunata, Andrey Kuzmin, FOTOCENT, robert, pomah - Fotolia

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