Homöopathie: Hausapotheke für Tiere

THP 5 19 final korr Page13 Image1Gerade jetzt in den Herbst- und Wintermonaten kann eine kleine Hausapotheke für unsere Lieblinge eine wertvolle Unterstützung sowie eine Erste-Hilfe-Maßnahme sein.  Bei Ausflügen in die  Natur kommt es immer wieder zu Insektenstichen, Wunden, Verletzungen oder Verdauungsproblemen, wenn etwas Unverträgliches gefressen wurde. Homöopathische Arzneien können  hier gute Dienste leisten. Einige bekannte und beliebte homöopathische Einzelmittel möchte ich  Ihnen deshalb hier vorstellen. 

Die Klassiker bei Wunden und Verletzungen

In der Praxis immer wieder bestens bewährt haben sich bei kleineren Traumata Arnika, Calendula und Silicea. Sie sollten in keiner Hausapotheke fehlen.

ARNICA D6 (BERGWOHLVERLEIH, ARNIKA) 
Stillt innere und äußere Blutungen, Blutergüsse werden zügig resorbiert. Stumpfe Schläge wie bei einem Sturz, Quetschungen, Verstauchungen, Verletzungen, Überanstrengungen und körperliche Traumata geht Arnika an. Als Wundheilmittel wird es nach Operationen zur Beschleunigung der Genesung eingesetzt. Aber niemals vor einer OP verabreichen, da dann eine bestehende Blutungsneigung bzw. Blutungen verstärkt werden können! Bei Arnika-Bedarf zieht sich das Tier typischerweise zurück und möchte in Ruhe gelassen werden, da das Erlebte erst verarbeitet werden muss. Möglicherweise wehrt es sich deshalb bei einer Annäherung, faucht, beißt oder schlägt aus.

CALENDULA D6 (RINGELBLUME) 
Hautverletzungen mit Substanzverlust, z.B. Risswunden oder Abschürfungen, sind bei Calendula in guten Händen, vor allem dann, wenn Dreck in die Wunde gelangt ist. Calendula unterbindet die Infektionsgefahr und Vereiterungen, indem sie die Wunde von innen nach außen abheilen lässt, Fremdkörper werden nach außen geschoben und verlassen die Wunde.

SILICEA D3 BZW. D12  (KIESELERDE, QUARZ)
Drückt alles aus dem Gewebe, was nicht hineingehört. Fremdkörper, z.B. Holzsplitter, werden herausgedrückt, Eiterherde können abheilen. Blutergüsse werden resorbiert und heilen zügiger ab. Neben den Globuli kann äußerlich eine Creme oder Gel verwendet werden. Täglich, zwar mehrmaliges, aber dünnes Auftragen genügt, damit ein unnötiges Abschlecken zu dick aufgetragener Creme verhindert wird. Bei einem tiefsitzenden, eingeschlossenen Fremdkörper hat Silicea in der Potenzstufe D12 eine sanftere und bessere Wirkung. Sitzt der Fremdkörper an der Oberfläche oder besteht eine Öffnung nach außen (Fistel), wird D3 verwendet. Die Wirkung ist dann direkter und ein akuter Zustand klingt schneller ab.

Gute Erfahrungen bei Insektenstichen

Hier haben sich Apis mellifica und Ledum besonders bewährt.

APIS MELLIFICA D6 (HONIGBIENE) 
Wirkt bei Insektenstichen mit hellroter, ödematöser Schwellung an Haut oder Schleimhaut, die brennen, stechen, jucken und mit lokaler Überwärmung einhergehen, z.B. ein Bienenstich. Bei Berührungsempfindlichkeit hilft eine lokale kühle Anwendung. Bei allergischer Reaktion, z.B. durch Gräser oder Insektizide, kann das Mittel ebenso angewendet werden. Manche Tiere wie Hunde und Katzen schnappen nach Insekten. Durch einen Stich ins Maul oder in die Luftröhre kann es zu einer generalisierten Schwellung – sogar des ganzen Kopfes – mit Atemnot kommen. In dieser Notsituation sollte unbedingt ein Tierarzt aufgesucht werden! Apis unterstützt zusätzlich als Erste-Hilfe-Maßnahme zur Abschwellung, dazu sollte alle paar Minuten eine Gabe verabreicht werden.

LEDUM D6 (SUMPFPORST) 
Sie kennen sicher punktförmige Bissund Stichwunden, wie von Insekten, Zecken oder einem rostigen Nagel hervorgerufen, die kaum sichtbar sind. Es handelt sich nur um kleine Hautveränderungen, mit denen jedoch eine Infektion einhergehen kann. Die betroffene Stelle ist nicht überwärmt und hat eine leichte dunkelrote oder blaue Färbung. Sie ist nicht eitrig und schmerzfrei. Einblutungen unter der Haut sind möglich. Ledum findet Einsatz, wenn der Körper keine entzündliche Abwehrreaktion zeigt und ein toxischer Vorgang (z.B. Blutvergiftung) nicht auszuschließen ist. Gute Erfahrungen gibt es auch nach Tierbissen, denn hier kommen Infektionen unter Ledum-Gabe seltener vor. Nach einem Biss oder Stich sollte das Mittel für einige Tage verabreicht werden. Hilfe bei Magen-DarmBeschwerden Ich empfehle hier das homöopathische Mittel Okoubaka, auch Heilerde bietet sich an.

OKOUBAKA D3 (GETROCKNETE  RINDE DES WESTAFRIKANISCHEN  RINDENBAUMS)
Mit seiner antibakteriellen, entzündungshemmenden und immunmodulierenden Wirkung kann Okoubaka nach dem Fressen von verdorbener Nahrung, bei Unverträglichkeiten, Darmentzündungen, -reizungen sowie zur Stabilisierung des Darms gegen Anfälligkeit eingesetzt werden.

THP 5 19 final korr Page14 Image1HEILERDE
Hat eine antibakterielle, reinigende und entzündungshemmende Wirkung, z.B. bei Magen-Darm-Entzündungen. Sie bildet einen Schutzfilm über die Darmschleimhaut und beruhigt. Zur Heilerde wird ein Tropfen Honig gegeben und mit etwas Wasser zu dünnem Brei verrührt. Für einen Igel habe ich diesen zur Verabreichung in einer Kanüle aufgezogen. Durch die Süße des Honigs schmeckte das interessant und wurde schmatzend angenommen. Bei Bedarf mehrmals täglich durchführen. Bei einem weniger akuten Zustand genügt es, die Heilerde ohne Honig unter das Futter zu mischen.

THP 5 19 final korr Page13 Image2Buchtipp: Homöopathie für vierbeinige Haustiere
Hunde, Katzen und Igel in der Pflege
Bei körperlichen Beschwerden, Wunden, Verletzungen, Enzündungen, Infektionen, seelischen Verstimmungen, Traumata ioder in schwierigen Umstellungsphasen können Homöopathika eingesetzt werden. Über 60 bekannte und beliebte Einzelmittel hat Birgit Schweiher zu einer alternativen Hausapotheke für Haustiere zusammengestellt. Das Buch dient als Nachschlagewerk, die übersichtliche Gestaltung ermöglicht eine rasche Mittelfindung. Ihre privaten Erfahrungen mit Tieren und aus der Homöopathie runden die Mittelbeschreibungen ab.
Birgit Schweiher, Books on Demand, 2019, ISBN 978-3748182184,14,99€

BIRGIT SCHWEIHER 

 


BIRGIT SCHWEIHER 
 
HEILPRAKTIKERIN

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