Juckreiz - Diagnosemöglichkeiten im Labor

THP 5 18 final Page28 Image1Juckreiz ist ein wichtiges Symptom bei Hauterkrankungen und einer der häufigsten Gründe,  warum Vierbeiner in der  Tierheilpraxis vorstellig werden.

Die Ursachen für Juckreiz können vielfältig sein, von Organ- und Stoffwechselproblemen bis hin zu allergischen Reaktionen und äußeren Einflüssen wie Ektoparasiten (Zecken, Milben, Flöhe) und sekundäre Hautinfektionen mit Bakterien und Hefepilzen der Gattung Malassezia.
Autoimmun-Dermatosen wie ein Pemphigus foliaceus können mit Juckreiz einhergehen. Psychische Erkrankungen können besonders bei Katzen, seltener auch bei Hunden, zunächst Juckreiz simulieren und durch wiederholtes Kratzverhalten zu Hautschädigungen und sekundär zu lokalen Infektionen führen.

THP 5 18 final Page28 Image3Ektoparasiten treten gerade bei warmer Jahreszeit als „Begleiterscheinung“ auf. Die 2 – 3 mm großen Parasiten halten sich bei Hunden und Katzen meist im Rücken- und Halsbereich, hinter den Ohren und der Kruppe auf. Ihre Eier legen sie ins Fell der Tiere oder in der Umgebung (Wohnung)ab. 80–90 Prozent der Flöhe leben in der Umgebung des Tieres, nur 10 – 20 Prozent auf dem Wirtstier selbst.
Im Winter sind die kleinen, schwarzbraunen Ektoparasiten ebenfalls aktiv. In geheizten Wohnungen kann der Blutsauger sich ungehindert weiterentwickeln. Juckreiz ist das Leitsymptom bei Flohbefall, ebenso bei Flohspeichelallergie, die, wie der Name schon sagt, durch den Speichel der Flöhe ausgelöst wird.

Der Nachweis von Flohbefall erfolgt mittels Flohkamm, mit dessen Hilfe man schwarzen, krümeligen Flohkot aus dem Tierfell bürsten kann. Hat der Vierbeiner Flöhe, kommt das Unheil selten allein, denn meist liegt auch ein Befall von Endoparasiten vor – eine häufige Begleiterscheinung der kleinen Blutsauger. Eine parasitologische Untersuchung einer Sammelkotprobe ist bei Flohbefall immer anzuraten. Demodex- oder Sarcoptes-Milben (Räudemilben)-Befall sorgt ebenfalls für starken Juckreiz. Diese Grabmilben sind allerdings schwer nachzuweisen, daher wird ein tiefes Hautgeschabsel von 5 – 7 verschiedenen Stellen benötigt, um diese nachzuweisen. Vor allem Jagdhunde sind besonders gefährdet. Sarcoptes kann auch im Blut mittels Antikörper nachgewiesen werden, allerdings nur, wenn die Symptomatik schon länger als vier Wochen besteht. Durch den starken Juckreiz können sich zudem sekundäre Bakterieninfektionen bilden.

Allergie

Allergische Reaktionen auf Pollen, Milben, Flohspeichel, Insekten, Schimmelpilze oder eine Unverträglichkeit auf verschiedene Futtermittel können sich ebenfalls in Juckreiz äußern. Hier schafft ein Allergietest aus Serum oder Vollblut Klarheit. Ein Futtermittelallergietest ist bei Verdacht auf eine Unverträglichkeit sinnvoll, um dann mit Hilfe einer Ausschlussdiät einen Futterplan zu erstellen.

Leber

Hauterkrankungen mit Juckreiz können auch auf eine Leberproblematik hindeuten. Falls kein Hinweis auf äußerliche Ursachen wie Ektoparasiten angezeigt ist, kann ein Organscreen aus einer Blutprobe oder ein Screen mit leberspezifischen Parametern Aufschluss über den Gesundheitsstatus des Patienten geben.

Nachweismethode Trichogramm:
Mit dieser mikroskopischen Haaranalyse kann man andere Untersuchungen zwar nicht ersetzen, dennoch liefert das Trichogramm wertvolle Hinweise bei der Differenzialdiagnose einer Erkrankung. Es ermöglicht Rückschlüs se auf den Verlauf des Haarzyklus über das zahlenmäßige Verhältnis von wachsenden Haaren (Anagenhaare) Haaren in der Ruhephase (Telogenhaare) und Haaren in der Übergangs phase (Katagenhaare).
Dadurch lässt sich feststellen, wie aktiv der Haarausfall zum Zeitpunkt der Untersuchung ist. Eine Veränderung der Haarfollikel, Pilzerkrankungen oder Parasiten können festgestellt werden Die Haare werden von Haarwurzel bis Haarspitze mikroskopisch betrachtet und auf Veränderungen hinsichtlich ihrer Wachstumsphase beurteilt. Befinden sich die Haare überwiegend in der telogenen Phase, kann dies einen Hinweis auf eine endokrine oder metabolische Störung geben. Ein solches Bild finden wir z.B. bei einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) oder Morbus Cushing (Hyperadrenocortizismus). Das Trichogramm dient als diagnostisches Verfahren bei Hautpatienten mit ungeklärter Ursache.
Gerade bei Erkrankungen, die mit Juckreiz einhergehen, kann das Labor bei der Diagnostik helfen, um den geeigneten Therapieansatz zu finden.
Bei Fragen hierzu oder zur Testauswahl zögern Sie nicht uns anzurufen oder schreiben Sie uns eine E-Mail. Wir helfen Ihnen gerne weiter.

Herzlichst
Ihr Tierheilpraktikerlabor THP 5 18 final Page29 Image1
THP 5 18 final Page28 Image2
Tel. 0971/78597902
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.vetscreen.de

Fotos: © DSusan Schmitz/A Dog’s Life Photography, aleksandr - Fotolia, F. Koch

< zurück