Tierwissen für Kids: Tiere im Herbst

201705 Kinder1Im Herbst bereiten sich die Tiere auf den Winter vor. Und viele Tiere verbringen den Winter auf ganz unterschiedliche Weise. Egal ob Umzug in den sonnigen Süden, Kältestarre oder Winterschlaf, im Herbst müssen alle Vorbereitungen getroffen und abgeschlossen werden, um den Winter gut überstehen zu können. In der kalten Jahreszeit sind viel weniger Tiere zu sehen als im Sommer, da sich viele in ihre Höhlen, Baue oder Nester zurückziehen oder sogar das Land verlassen.

201705 Kinder2Urlaubsflieger

Vögel, die den Winter im warmen Süden verbringen, nennt man Zugvögel. Zu ihnen zählen Störche,  Drosseln, Schwalben, Nachtigallen, Mauersegler, Kraniche, Enten und viele  mehr. All  diese Vogelarten  bereiten  im  Herbst  ihre  Reise  nach Afrika, Südasien oder ins Mittelmeergebiet vor,  um dann pünktlich vor Kälteeinbruch unterwegs  sein zu können. Manche Vogelarten fliegen dabei besonders weit, ohne eine Pause einzulegen. So schafft z. B. der Kuckuck eine Strecke  von ca. 3.000 km. Erst Ende April, wenn die  Lebensbedingungen bei uns für sie wieder erträglich werden, kehren sie zurück.

201705 Kinder3Zurückbleiber

Neben den Zugvögeln gibt es aber auch ganz viele Vögel, die bei uns überwintern. Sie ernähren sich von Beeren und Samen, die sie an Sträuchern und Bäumen finden und suchen nach Larven, Würmern und Insekten in Baumrinden.  Auch wir Menschen füttern die Vögel im Winter, weil es gerade in strengen  Wintern für die Vögel oft schwierig ist, ausreichend Futter zu finden.

201705 Kinder4Schlafmützen

Insbesondere der Igel und einige Nagetiere  halten  im  Winter  ihren  „Winterschlaf“.  Darunter  versteht  man  einen  besonderen Ruhezustand, bei dem diese Tiere ihre Körpertemperatur und -funktionen weit herabsetzen, um möglichst wenig  Substanz während  der  Schlafphase  zu verlieren.  Damit dies gelingt, müssen sie sich im Herbst eine ausreichende Speckschicht  anfressen, von der sie dann zehren können. Mit Einsetzen der Kältephase, etwa im November, muss das Winterquartier bezogen sein. Wenn die Zugvögel  aus dem Süden im April zurückkehren, wachen die Winterschläfer wieder auf.  Sinkt die Körpertemperatur der Tiere während des Winterschlafes zu stark ab,  wenn die Außentemperaturen z. B. Extremwerte erreichen, wachen die Tiere automatisch auf und bewegen sich, um genügend Wärme zu erzeugen, um ihren Schlaf  dann wieder fortsetzen zu können. 

201705 Kinder5Ruhen statt schlafen

Neben den Winterschläfern gibt es auch Winterruher, d. h. Tiere, die nur einen kleinen Teil des Winters verschlafen, aber den Winter insgesamt sehr ruhig verbringen. Zu ihnen gehören die Eichhörnchen. Sie sammeln ihren Futtervorrat im  Herbst und verstecken ihn so, dass sie ihn ohne viel Aufwand finden und fressen können.
Die Bisamratte z. B. richtet ihren Bau so ein, dass ein Ausgang ins Wasser  führt. Ihre Speisekammer tapeziert sie in mehreren Schichten mit Blättern  von  Wasserpflanzen,  Kohl,  Rüben  und  Kräutern.  Bekommt  sie  im  Winter  Hunger, reißt sie eine Lage der Tapete von der Wand, nimmt sie zwischen  ihre Vorderpfoten und schwenkt sie so lange im Wasser hin und her, bis sie  weich  genug  ist,  um  gefressen  werden zu können. 

201705 Kinder6Schwimmen im Eis

Da  unsere  heimischen  Gewässer  im Winter  oftmals  einfrieren,  suchen  Fische  bereits  im  Herbst  nach  Verstecken, um trotzdem im Eis überleben zu können. Mit sinkender Außentemperatur kühlt das Blut der Tiere ab und sie werden träger. Erreicht  die Körpertemperatur einen bestimmten Wert, tritt die Kältestarre ein, aus der die Fische erst im Frühjahr erwachen. Aufgrund  dieser  Temperaturanpassung  nennt  man  Fische  auch  wechselwarme  Tiere.  Kühlen  sie  jedoch zu stark ab oder werden vom Eis erfasst, sterben sie leider den Kältetod. 

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