Meridiantherapie & Praktikumswoche auf Gut Rosenbraken

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Jeder Körper hat seine eigene Erbanlange und Lebensenergie. Diese reguliert alle Körperfunktionen, ist für Organe, Muskeln, Gelenke, Verdauungsapparat, Wirbelsäule und Psyche verantwortlich. Sie zirkuliert auf vorgegebenen Bahnen, den Meridianen, durch den Körper. Man unterscheidet sechs Yin- und sechs Yang-Meridiane auf jeder Körperseite.

201705 Meridian2Die Yin-Meridiane beginnen beim Pferd am Kronsaum der Hinterhand innen und ziehen über Beininnenseite, Leiste, Bauch zur Brust über die Hinterseite der Vorderhand zu den Ballenecken.

Die Yang-Meridiane beginnen an der Vorderhand im vorderen Bereich des Kronsaums und ziehen über die Außenseite des Beines, den Hals zum Kopf, über den Rücken, die Kruppe, die Hinterhand außen zum Kronsaum. Die Körpermitte wird von zwei übergeordneten Gefäßen versorgt, dem Gouverneursgefäß und dem Konzeptionsgefäß.

201705 Meridian3Die Meridiantherapie ist eine Massagetechnik, die auf den Grundlagen der chinesischen Akupunkturlehre basiert. Hierbei wird der Verlauf der Meridiane mit einem Massagestäbchen sanft massiert. Die Behandlung erfolgt ohne Nadelung. Es ist eine ganzheitlich pflegerische Maßnahme, die eine Regulation des Energiekreislaufes bewirkt. der allen Körper- und Organfunktionen übergeordnet ist. So können funktionelle Störungen des Muskel- und Gelenkapparates, Rittigkeitsprobleme, Wirbelsäulenblockaden, und Verhaltensauffälligkeiten beeinflusst werden. Die Behandlung ist nicht schmerzhaft, die Pferde genießen die Therapie, sie fangen an zu gähnen, kauen und stehen entspannt.

Jede Störung im Energiekreislauf kann vielschichtige Mängel im Bewegungsapparat, Konditionsschwäche, psychische Veränderungen und auch Krankheiten verursachen.
Die Störungen zeigen sich beim Pferd durch Rittigkeitsproblemen wie vermehrter Kreuzgalopp, schlechtes einseitiges Biegen, Verkanten im Genick, Ungehorsam, Kopfschlagen, Sattelzwang etc. Auch ungleichmäßiger Haarwechsel oder ungleiches Schwitzen deuten auf energetische Störungen hin.

Das Seminar „Meridiantherapie“ war ein voller Erfolg und schenkte den zufriedenen Teilnehmern einen tiefen Einblick in die Wichtigkeit dieser auch tierheilkundlichen Behandlungsmethode.


SO ERLEBTE ICH DIE PRAKTIKUMSWOCHEN 2017 AUF ROSENBRAKEN

201705 Meridian4In den ersten drei Quartalen 2017 waren die Praktika ausgebucht. Bereits beim Rundgang stachen den Teilnehmern die schönen Apartments ins Auge: „Das ist ja wie im Urlaub hier!“, „Herrlich viel Platz, und mein Hund kann auch mit!“. Ich erinnere mich gerne an die interessanten Fallbeispiele: Da gab es den dreijährigen Gismo mit einem Hodenhochstand. Hier wurde erst einmal die Anatomie besprochen und dann im Rahmen der Diagnostik per Ultraschall direkt in der Praxis begutachtet, wie sich der betroffene Hoden darstellt. Im Anschluss wurde mittels Lasertherapie und therapeutischem Ultraschall das Gewebe und das Umfeld des Hodens stimuliert. Die Teilnehmer staunten über die Ausstattung der Praxis. Es wird bis auf Röntgen alles angeboten.

201705 Meridian5Auf dem großzügigen Gelände des Gut Rosenbraken teilten sich manche Gruppen, sodass sich die einen in der 25 x 60 Meter großen Reithalle den Pferden widmeten, während die anderen in der Physiopraxis mit den Hunden arbeiteten. Es wurde schnell deutlich, dass der Beruf des Tierheilpraktikers ein kurzweiliger Job mit viel Spaß, aber auch sehr viel Fachwissen ist. Dieses wanderte ins Labor, wo Aufträge der Patientenbesitzer bearbeitet wurden, z.B. die Auswertung von Kotproben. Anschließend wurden Therapiepläne erarbeitet und durchgesprochen. Das Thema „Futter und Ernährung“ stellte einen Schwerpunkt dar, weil auch Hunde mit Adipositas im Behandlungsspektrum der Praxis liegen. Hier konnten die Teilnehmer den Aquatrainer für sich entdecken. Dabei handelt es sich um eine große Badewanne für adipöse Hunde. Diese genossen die Bewegung und die Entlastung der Gelenke und blühten deutlich auf, sodass nach kurzer Zeit und einigen Behandlungen allen klar wurde, wie man effektiv dem übergewichtigen Tier wieder zu neuer Lebensqualität verhelfen kann. Groß war das Staunen der Praktikanten auch, als mit dem Therapielaser gearbeitet wurde und das Tier sich schon nach einer Behandlung deutlich entspannte und sich teilweise sogar die Felltextur veränderte.

Mit all diesen neuen Erfahrungen vergingen die Wochen wie im Flug. Alle waren begeistert über die Menge an neuem Wissen und ließen stets gemeinsam die Erlebnisse abends bei einem kühlen Getränk unter der großen Kastanie auf dem Hof Revue passieren. Viele Gruppen haben untereinander ein Netzwerk aufgebaut, das der Kontaktpflege und dem Erfahrungsaustausch dient. Außerdem trifft man sich immer wieder auf den Kongressen des Verbandes Deutscher Tierheilpraktiker e.V. oder bei einem der vielen Seminare und Fortbildungen hier auf Rosenbraken. Ich würde mich freuen, auch Sie bald in einem Praktikum begrüßen zu dürfen, oder Sie schauen einfach mal so vorbei auf ein nettes, informatives Gespräch!

Ihr THP Dirk Röse
Leiter der Lehrpraxis auf Rosenbraken

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