TIERWISSEN FÜR KIDS: Vögel füttern im Winter

201605 Kinder1Soll man Vögel im Winter füttern?

Diese Frage ist schwer zu beantworten, denn es gibt viele Fürsprecher, aber auch viele Gegner. Da Vögel verhungern würden, wenn sie zu dieser Jahreszeit nichts Essbares finden, vertreten wir persönlich die Meinung, dass das Füttern von Vögeln im Winter nicht falsch sein kann. Es trägt zwar sicher nicht dazu bei, dass gefährdete Vogelarten dadurch eher überleben, denn diese werden sich meist nicht in die Nähe von Häusern oder gar Städten wagen, aber immerhin müssen diejenigen nicht verhungern, die in unserer Nähe leben.

Wann soll man mit dem Füttern beginnen?

Die Fütterungszeit sollte nicht starr an die Jahreszeit Winter gebunden sein, sondern sich nach dem Wetter richten. Wenn die Temperaturen kälter werden, der erste Frost oder Schnee aufkommt, werden die Futterquellen für Vögel weniger, sodass man zu dieser Zeit schon mit dem Füttern beginnen kann.

201605 Kinder2Wie soll die Futterstelle aussehen?

Vögel mögen es sauber und trocken. Das Vogelhäuschen oder die Futterstelle sollte so konzipiert sein, dass das Futter bei Regen und Schnee nicht nass werden kann und die Vögel zum Fressen so sitzen können, dass sie nach außen und nicht aufs Futter koten. Über den Kot können Krankheiten übertragen werden, daher ist es ganz wichtig, dass das Futter frei von Kot gehalten wird. Auch sollte das Futterhäuschen ab und zu mit heißem Wasser gereinigt werden, weil sich dort durchaus mal Schmutz und Parasiten ansammeln können.

201605 Kinder3Wo soll man Vögel füttern?

Das kommt auf die Situation an. Wohnt man in einer Wohnung mit Balkon, kann man das Futterhäuschen durchaus auf den Balkon stellen, damit man die Vögel beim Fressen beobachten kann. Das geht aber nur, wenn nicht auch eine Katze mit im Haushalt lebt, die freien Zugang zum Balkon hat, denn die Katze gehört zu den natürlichen Feinden von Vögeln. Will man das Vogelhäuschen in den Garten stellen, muss man auch den Angriff von Katzen bedenken und daher das Futterhaus 1–2 Meter von einem Gebüsch oder einem Baum entfernt aufstellen. So hat der Vogel die Umgebung beim Fressen im Blick und kann davonfliegen, wenn sich eine Katze nähert.

Welches Futter soll man füttern?

Im Handel wird jede Menge Vogelfutter angeboten, doch nicht jedes ist für alle Vögel geeignet. Die meisten Vögel mögen Sonnenblumenkerne, sodass man damit nichts falsch machen kann. Ansonsten gibt es für den Winter auch Spezialfutter für Körnerfresser wie Meisen, Finken, Sperlinge und für Weichfutterfresser wie Rotkehlchen, Amseln, Zaunkönig. Für Körnerfresser sind das Körnermischungen, die verschiedene Samen unterschiedlicher Größe enthalten, sodass für jede Vogelart etwas Schmackhaftes dabei ist. Auch gibt es Meisenknödel, die übrigens so heißen, weil sie insbesondere von Meisen aufgrund des hohen Fettgehaltes mit Vorliebe gefressen werden. Weichfutterfresser hingegen freuen sich über Obst, Rosinen, Haferflocken und Kleie. Brot sollte man nicht füttern, da es im Magen der Vögel aufquillt und schnell verdirbt.

Darf man Vögel auch von Hand füttern?

Nein, das sollte man auf keinen Fall tun. Man muss sich immer vor Augen halten, dass Vögel Wildtiere sind, sie leben in freier Natur und würden sich durch zu starke Gewöhnung an den Menschen verschiedenen Gefahren aussetzen. So würden sie irgendwann völlig aufhören, nach Nahrung zu suchen, und sie würden nicht mehr so achtsam sein, was ihre natürlichen Feinde betrifft. Der Schaden wäre also viel größer als der Nutzen. Was man aber darf und auch genü- gend Spaß bringt, ist das Beobachten der Vögel, wenn sie an die Futterstelle fliegen und sich dort aufhalten, um Futter aufzunehmen. Nimmt man sich genügend Zeit und bleibt dabei ganz ruhig im Hintergrund, sodass die Vögel sich nicht gestört fühlen, wird man sehr schnell merken, dass ganz viele verschiedene Arten zu betrachten sind, und kann mit Hilfe eines Vogellexikons versuchen herauszufinden, um welche Vogelarten es sich handelt.

Fotos: © allanw – Fotolia, Zoonar GmbH – Fotolia, Bartussek – Fotolia

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