Fotokurs - Tiere Fotografieren: Teil 3 – Tipps und Tricks für Fotografie mit Smartphone

Foto: Ritzinger

Im Zeitalter des Selfies hat jeder seine Kamera heute in der Hosentasche dabei: Das Smartphone! Nun könnte man denken, dass die Qualität der Smarphone-Kamera gerade mal für Facebook, Instagram und Co. ausreicht, aber man kann die Smartphone-Kamera auch anders nutzen. Denn mit dem Smartphone kann man durchaus gute, besondere und auch qualitativ hochwertige Bilder machen, wenn man weiß, wie. Hier ein paar Anregungen, wie sich die Smartphone-Kamera mal anders einsetzen lässt.

 

 

 

Demofoto: KrugMakro-Fotografie ohne Makro-Objektiv

Da Smartphones mit eingebautem Objektiv arbeiten, ist die Handykamera natürlich wenig flexibel. Es gibt aber Tricks, wie man sein Smartphone überlisten und quasi mit Objektiv benutzen kann. So kann z. B. ein Tropfen Wasser ganz einfach zum Makro-Objektiv umfunktioniert werden. Dazu einfach einen Finger in ein Wasserglas tunken und einen Wassertropfen genau auf die Kameralinse des Smartphones aufbringen. Der Tropfen haftet in der Regel so gut, dass er selbst bei aufrechter Haltung des Smartphones nicht abfließt. Der Tropfen wirkt dann als Makro, d. h. man kann kleine Dinge sehr groß darstellen. Also einfach nah ran ans Motiv und ausprobieren. Allerdings sollte genügend Licht vorhanden sein, damit man den schönen Makroeffekt später auch sieht. Das Zentrum wird sich bei ausreichender Belichtung scharf darstellen, der Rand unscharf.

Demofotos: KrugHorizont verlegen

Lässt man z. B. bei einer Landschaftsaufnahme den Horizont nicht genau durch die Bildmitte laufen, sondern durchs untere Drittel, sodass im Bild mehr Himmel als Landschaft zu sehen ist, kann das einem ansonsten eventuell langweiligen Bild, gerade bei Vorhandensein von schönen Cumuluswölkchen, eine besondere Note verleihen. Ähnlich verhält es sich mit Tieraufnahmen. Hierbei sollte das Tier immer in ersten Drittel rechts oder links im Bild zu sehen sein und in Richtung der anderen beiden Drittel blicken. So gibt man dem Blick Raum und das Bild wirkt lebendiger und interessanter.

Demofotos: KrugHDR verwenden

Vielen ist der Begriff HDR zwar bekannt, sie wissen aber nicht richtig, etwas damit anzufangen. HDR bedeutet High Dynamic Range. Man kann mit der HDR-Technik quasi den Kontrastumfang des Sensors „erweitern“. Wählt man also HDR an seiner Smartphone-Kamera, so werden mehrere Fotos zusammengesetzt, die sich nur in den Belichtungszeiten unterscheiden. Das heißt, es werden mehrere Aufnahmen hintereinander mit unterschiedlichen Belichtungszeiten angefertigt und anschließend zusammengesetzt. Der Vorteil ist, dass in der Bildinformation sowohl alle Daten der hellen Stellen als auch alle Daten der dunklen Stellen des Motivs vorhanden sind. Im Ergebnis kann das Bild dann sehr natürlich oder aber auch sehr surrealistisch aussehen. Vergleicht man zwei Fotos mit und ohne HDR, so wird man feststellen, dass das HDR-Bild intensivere Farben aufweist, was oft einen schöneren Effekt bewirkt, aber eben das Bild auch surrealistisch erscheinen lassen kann.

Demofoto: KrugPanoramafunktion gekonnt einsetzen

Die Panoramafunktion in Smartphones ist eine geniale Erfindung und liefert ganz besondere Bilder. Allerdings muss das Smartphone für eine derartige Aufnahme eine Art Kamerafahrt machen, indem man es von einem bestimmten Punkt zum anderen schwenkt. Da diese Freihand-Kamerafahrt oft nicht sauber gelingt, muss die eingebaute App die Ränder stark beschneiden, sodass sich z. T. Fehler ergeben. Eine bessere Kamerafahrt gelingt, wenn man das Smartphone in ein Gefäß stellt, z. B. in eine Tasse (die Höhe des Gefäßes sollte so sein, dass die Kamera oben herausschaut), es gut abpolstert, damit es stabil und gerade steht, dann mit der einen Hand das Gefäß fixiert und mit der anderen Hand das Gefäß einmal um die eigene Achse dreht.

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Demofoto: KrugVogelperspektive ohne Verrenkung

Die meisten Smartphone-Kameras (z. B. die im iPhone) lassen sich auch über die seitlich am Handy befindlichen Tasten (Laut/Leise) betätigen. Schließt man nun Kopfhörer an das Handy an, so wird die Auslösefunktion der Kamera vom Laut/Leise-Taster an den Kopfhörern übernommen, sodass das Kopfhörerkabel problemlos als Auslöser-Verlängerung verwendet werden kann, wenn man z. B. Fotos aus der Vogelperspektive anfertigen will. Man muss das Handy dann nur noch weit nach oben halten und kann den Auslöser der Kamera bequem über das „Verlängerungskabel“ betätigen.

Objektivaufsätze nutzen

Wie für normale Kameras gibt es mittlerweile auch für Smartphones Objektive, die am Smartphone angebracht werden können und die die integrierte Kamera so noch professioneller werden lassen. Im Vergleich zu normalen Objektiven sind diese Smartphone-Objektiv-Aufsätze extrem billig – sie liegen preislich etwa zwischen 20 und 70 Euro. Sie halten zwar qualitativ einem Vergleich mit normalen Kameraobjektiven nicht stand, weisen aber für die Smartphone-Fotografie einen ausreichenden Effekt auf. Und wer mit einem Fernglas unterwegs ist, kann dieses als Teleobjektiv verwenden. Einfach mit dem Smartphone durch die Fernglasoptik fotografieren und schon ist das Teleobjektiv bereit.

Demofoto: KrugUnterwasserfotografie

Natürlich ist ein Smartphone nicht wasserdicht, sodass man es auch nicht einfach ins Wasser halten kann, um Unterwasseraufnahmen zu machen. Man kann sich aber über einen Trick behelfen, wenn man tatsächlich mal unter Wasser fotografieren möchte. Dazu einfach das Smartphone in ein Glas oder ein hohes Glasgefäß stellen und das Glas soweit unter Wasser tauchen, dass noch kein Wasser einläuft. Dann z. B. über den Kopfhörer-Schalter die Kamera auslösen und schon sind die Unterwasserfotos fertig.

Viel Spaß beim Ausprobieren!

FRANZISKA KRUG FRANZISKA KRUG
FOTOGRAFIN

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201505 Foto9TÄTIGKEITSSCHWERPUNKTE

  • People-, Event- und Tierfotografie für die weltweit größte Bildagentur Getty Images
  • Mitherausgeberin von drei Tiermagazinen

Foto: © Javier Brosch – Shutterstock

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