Fallbericht Pferd: Schwellung im Bereich der Fesselträgersehne

VON DR. DAVID TIJSSEN

Vorbericht

201505 Fall1Consensus ist ein 15-jähriges Pferd aus Den Burg auf der Insel Texel, Niederlande. Die Besitzerin betreibt mit Consensus die Disziplin Concours Complet (CC). Consensus hatte eine Schwellung im Bereich der Fesselträgersehne am rechten Vorderbein. Die Verletzung wurde verursacht durch einen Schlag mit dem hinteren Huf gegen das rechte Vorderbein, genau oberhalb der vorderen Gamasche.

Diagnostik

Consensus wurde daraufhin einer genauen und eingehenden Untersuchung unterzogen. Eine exakte Diagnose war trotz Sonographie und Röntgen nicht möglich, ein nennenswerter Befund konnte nicht erstellt werden.

Verlauf

201505 Fall2Durch die Schwellung war der Wettkampfsport für die Besitzerin unmöglich geworden. In der ersten Woche wies der Bereich eine starke Schwellung und Feuchte zwischen den Sehnen auf. Die Folge war eine ausgeprägte Lahmheit.

Therapie

Wir begannen mit schulmedizinischtherapeutischen Maßnahmen. Die gewählte Therapie erfolgte mittels Entzündungshemmern, brachte aber nicht den gewünschten Therapieerfolg. Wir hatten erwartet, dass zu diesem Zeitpunkt die Schwellung langsam zurückgehen würde.

Weitere Diagnostik und Verlauf

Auch die begleitende Diagnostik brachte keine nennenswerte Erkenntnisse, auf den Scans waren keine Veränderungen zu sehen – es war lediglich Flüssigkeit zwischen den Sehnen zu erkennen. Die Schwellung war zwar wohl morgens geringer ausgeprägt, jedoch wurde das Gewebe um die Fesselträgersehne nach kurzer Belastung wieder warm und dick. Ein Rückgang der Schwellung und Feuchte war nicht zu sehen. Eine nennenswerte Reaktion auf die Therapiemaßnahmen blieb in den ersten sechs Wochen weitestgehend aus.

Weitere Therapie

201505 Fall3Zu diesem Zeitpunkt begannen wir, die schultherapeutischen Maßnahmen mit begleitenden Therapien durch Low-Level-Light und Infrarotwärme zu unterstützen. Hier wurden Therapiegamaschen angelegt, in denen 45 Hochleistungs-LEDs verarbeitet sind, die kaltes, gepulstes Rotlicht mit 632 nm Wellenlänge emittieren. In der Therapiegamasche wird gleichzeitig durch Strom erhitzter Carbonfaser eine flächenhafte Wärme im medizinisch relevanten Bereich von 8-12 μm Wellenlänge abgegeben. In der siebten Therapiewoche wählten wir ein Therapieprogramm mit hoher Intensität mit kaltem, gepulsten Rotlicht bei 5 Hz, kombiniert mit Dauer-Infrarotwärme. Erwartungsgemäß führte dies in den ersten zwei Tagen zu einer leichten Anschwellung des Beines. Consensus nahm die intensive Therapie jedoch sehr gut an – die Therapie wurde begleitend zur Injektion von Entzündungshemmern für insgesamt drei Wochen fortgesetzt. Zu Beginn der zehnten Therapiewoche war die Schwellung deutlich geringer und die Intensität des Therapieprogrammes wurde reduziert. Die Reduktion der Therapiedosis über die elfte bis vierzehnte Therapiewoche gab dem Gewebe die Zeit, um optimal zu regenerieren. Eine Entzündung im Bereich der Fesselträgersehne konnte durch Injektion von Entzündungshemmern in mehrwöchigem Abstand ausgeschlossen werden.

Wiederaufnahme des Trainings

201505 Fall4Zum Beginn der vierzehnten Therapiewoche wurde mit der Aufnahme leichter Trainingseinheiten begonnen. Mit Ende der sechzehnten Therapiewoche konnte Ende Juli 2015 wieder mit schweren Trainingseinheiten begonnen werden. Consensus läuft wieder ganz normal. Um einen nachhaltigen Erfolg zu gewährleisten, werden die Therapiegamaschen (Low-Level- Light/Infrarot) jetzt auch zur Prophylaxe und vor dem Training intensiv eingesetzt.

Therapieablauf mit der Therapiegamasche

  • 20. Mai: Mit Programm 7 Infrarot + gepulstes, kaltes Rotlicht mit 5 Hz hoher Intensität.
  • 22. Mai morgens: Anschwellen des Beines. Im Laufe des Tages: Zunahme der Schwellung.
  • 10. Juni: Das Bein ist deutlich dünner. Umstieg auf Programm 2.
  • 27. Juni: Das Bein bleibt dünn und Consensus fühlt sich super.
  • 10. Juli: Aufnahme der Trainingseinheiten.
  • 26. Juli: Leichte Schwellung – jedoch keine Veränderung vor oder nach dem Training.
  • Ende August: Das Bein ist und bleibt wieder normal dünn bei schweren Trainingseinheiten.
  • 30. August: Teilnahme am ersten CC-Turnier.
  • Seit Mitte September: Zwei weitere Teilnahmen an CC-Turnieren mit einer Zweitplatzierung in der Klasse M.
  • Laufend: Einsatz von MOYAVE VET v. a. zur Prophylaxe vor dem Training.

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