Fallstudie Kaninchen: Zahnfistel

Foto: © kids.4pictures - FotoliaAnamnese

Mir wurde ein 6-jähriges weibliches Kaninchen vorgestellt, welches seit Jahren mit Zahnfachentzündungen/ Zahnfisteln Probleme hat. Wie mir die Besitzerin mitteilt, wurden bereits zwei Backenzähne durch den Tierarzt gezogen. Seit Jahren erhält das Kaninchen in regelmäßigen Abständen Penicillin; es wurden auch verschiedene Antibiotika ausprobiert, leider ohne nachhaltigen Erfolg. Anzumerken ist, dass Zahnabszesse/Zahnfisteln bzw. Eiterbackenzähne eine hohe Rezidivrate aufweisen und die Behandlung langwierig sein kann. Aus diesem Grund wurden leider schon einige Kaninchen euthanasiert, da der Tierarzt den Tierbesitzern wenig Hoffnung machen konnte.

Diagnose: Chronisch wiederkehrende Zahnfisteln

Nach eingehender Untersuchung kam ich zu dem Entschluss, dass auf jeden Fall die Chance gegeben war, dem Kaninchen zu helfen, da es ein gutes Allgemeinbefinden aufwies. Man sollte den Tierbesitzer darüber aufklären, dass es nur Sinn macht eine Therapie einzuleiten, wenn dieser auch dazu bereit ist, über Monate die Medikamenteneingabe strikt einzuhalten, da Kanincheneiter sehr zäh und widerstandsfähig ist.
Anzumerken ist, dass dies keine „Standardtherapie“ darstellt, da es verschiedene homöopathische Eitermittel gibt. Zur dringenden Vorsicht wird geraten, das homöopathische Messer „Myristica Sebifera“ bei Zahnfisteln einzusetzen, da dies den Abszess bzw. die Eiteransammlungen zum Ausreifen und zum Aufbrechen/Platzen bringt und das im Kieferbereich absolut kontraindiziert ist. Das Aufbrechen des Abszesses birgt die Gefahr einer Sepsis und das ist ein lebensbedrohlicher Zustand. Nach eingehender Erstanamnese stufte ich das Kaninchen von seiner Konstitution her als Calcium-Typ ein. Zahnproblematiken sind bei Nagern sehr häufig. Wichtig ist, darauf zu achten, dem Kaninchen als Grundnahrung viel Heu und Kräuter anzubieten, da diese sehr gut für den Zahnabrieb sind. Pellets und Fertigfutter sind bei Kaninchen mit Zahnkrankheiten kontraindiziert.

Therapie

Ich verordnete für 3 Monate

  • 2 x tgl. Silicea D12 je 3 Globuli (Silicea ist ein langsam wirkendes Mittel, aber sehr tiefgreifend)
  • 2 x tgl. Calicium sulfuricum D6 je 3 Globuli

und anfangs zusätzlich für 7 Tage

  • 1 x tgl. Apis D30 je 3 Globuli (um die Entzündungen und Schwellungen am Zahn zu minimieren).

Für weitere 2 Wochen

  • Engystol Ampullen 1 x tgl. 1 ml oral ins Mäulchen einflösen (zur Stärkung des Immunsystems).

Des Weiteren wurde eine Kieferostidisnosode eingesetzt,

  • 3 x pro Woche 1 Ampulle 1 ml oral ins Mäulchen einflößen.

Behandlungserfolg

Die Therapie ist seit 11 Monaten beendet, bis heute hat sich kein Rezidiv mehr gebildet.

Anmerkung

Fast jede Krankheit entsteht auch bei Tieren auf der seelischen Ebene, v. a. dann, wenn sie in einer engen Verbindung zum Menschen leben. Viele Tiere übernehmen die Probleme ihres Besitzers, da sie in Resonanz mit ihm stehen. Ängste, Aggressionen, Unstimmigkeiten in der Familie übertragen sich oft auf das Tier und können gleiche/ähnliche Krankheiten wie die ihrer Besitzer entfalten. Ein Abszess bedeutet auf der seelischen/psychosomatischen Ebene einen Konflikt. Ein Abszess geht mit einer Entzündung einher. Entzündung bedeutet Konflikte im seelischen Bereich. Der Abszess ist eine Form der Entzündung, denn es herrscht im Tierkörper (wie auch in der Seele) ein Ungleichgewicht/Kummer, es findet eine ungesunde Anpassung statt. Tiere, die nicht zu Aggressionen neigen, immer brav und lieb sind, neigen oft dazu, auf der körperlichen Ebene zu explodieren, vergleichbar einem Vulkanausbruch. Zieht man diese Erkenntnis in die Anamnese mit ein, fällt Diagnose und Therapie oft viel leichter.

MELANIE BLEYLE MELANIE BLEYLE
TIERHEILPRAKTIKERIN & TIERHOMÖOPATHIN IN WINNENDEN

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