Stresspunktmassage beim Pferd: Punkte 29 und 30

Foto: purplequeue – FotoliaStresspunkt 29

Mit dem Sprunggelenksbeuger (Extensor digitalis longus) wird das Sprunggelenk gebeugt und die Zehe und das Fesselgelenk können gestreckt werden.
Probleme zeigen sich in einer verkürzten Schrittlänge der betroffenen Seite. Das Pferd kann das Knie nicht richtig anwinkeln und verfügt nicht über die erforderliche Hankenfreiheit. Es neigt dazu, keine Last auf der Hinterhand aufnehmen zu können.
Mit kleinen Zirkelungen des entsprechenden Muskels erreiche ich eine Lockerung des Muskelbereiches. Zum Training bieten sich Reiten mit Bergauftendenz und Hügelreiten an.
Das Pferd muss auf diese Weise seine Hinterhand aktivieren. Es reicht aus, wenn es im Schritt geht. Ich habe Reiter, die vor einem Hügel von ihrem Pferd absteigen und am Zügel den Hügel (8 – 12 Prozent Steigung) mehrfach hinaufgehen, hinunter aber reiten. Sie sagen, es tut ihnen und ihrem Pferd gut. Dies sollte 2 – 3 Mal in der Woche erfolgen und nicht 20 Minuten überschreiten.
Probleme mit Stresspunkt 29 finden sich auch bei Western- und Springpferden. Akupunktur der Punkte N7, B50 und Mg36 hat sich bei Problemen mit der Hinterhand bewährt.

Stresspunkt 30

Es handelt sich um den Sprunggelenksstrecker (Flexor digitalis profundus). Dieser hat die gleichen Funktionen wie Stresspunkt 29, nämlich das Sprunggelenk zu strecken und die Zehe zu beugen.
Lässt man das Pferd jedoch wenige Schritte rückwärts gehen, ist es in seiner Bewegung eingeschränkt und die Schrittlänge in der Rückwärtsrichtung unterschiedlich lang.
Einige Pferde sind nicht in der Lage, das stärker betroffene Bein rückwärts zur richten. Sie laufen zeitverzögert ab bzw. gar nicht.
Auch ist ein Einknicken der betroffenen Seite zu beobachten sowie ein seitliches Ausweichen. Das Pferd versucht aus der für ihm unangenehmen Situation auszuweichen. Ein gerades Rückwärtsrichten, wie es in der Dressur gefordert wird, ist nicht möglich.
Gymnastik über Stangen oder gute Bodenarbeit ist hier erforderlich, um das Problem zu lösen.
Zirkelungen der betroffenen Stellen wirken auch Wunder.
Bei den derzeitigen Temperaturen von über 30 Grad sollten die Arbeiten mit Pferden auf die frühen Morgen- oder späten Abendstunden gelegt werden, weil es sonst zu einem unnötig hohen Mineralverlust kommen kann. Diesen kann nicht jedes Pferd ausgleichen. In der Folge kann dies durch fehlende Mineralien wie z. B. Magnesium zu Muskelproblemen und gesteigerter Nervosität führen.
Bedenken Sie bitte immer, dass ein Reiter die Muskulatur seines Pferdes über das Training modelliert.

Kommt es zu Problemen in Muskulatur und Sehnen, sind immer mehrere Aspekte zu betrachten:

1. Wie ist die Anatomie meines Pferdes? Ist es körperlich überhaupt in der Lage, die ihm übertragenen Lektionen auszuführen, oder ist dies nur der Wunsch des Pferdebesitzers?
Schließlich würde ja auch keiner mit einem schweren Kaltblüter einen Distanzritt über 100 km wagen.

2. Wie ist meine eigene körperliche Verfassung? Jeder weiß, dass auch wir das eine oder andere Defizit haben, sei es in der Schulter, im Rücken oder in der Hüfte ... Hier ist es wichtig, dass sich auch der Reiter einmal einem Osteopathen oder Orthopäden vorstellt, um abzuklären, ob Probleme, die bei seinem Pferd dauerhaft auftreten, mit eigenen Fehlhaltungen zusammenhängen.

3. Ist das Ausrüstungsmaterial das richtige für das Pferd? Dieses stellt immer eine Verbindung zwischen einem nicht perfekten Reiter und einem nicht perfekten Pferd dar.
Gibt es bereits hier Schwachstellen, sind Verspannungen auf beiden Seiten vorprogrammiert und können zu dauerhaften Schäden bei Pferd und Reiter führen.

4. Ist das ausgesuchte Training das richtige für mein Pferd und mich? Sie werden viel über Pferde im Allgemeinen und Besonderen lesen und auch zu Weiterbildungslehrgängen fahren, aber denken sie immer daran: Keiner kennt Ihr Pferd so gut wie Sie selbst!

Jedes Pferd hat seinen eigenen Zeitplan, wie schnell es Lektionen lernt und auch vergisst. Aber ist es denn so schlimm, von der allgemeinen „Norm“ abzuweichen?
Es gibt eine Statistik von Dr. Heuschmann, die besagt, dass 70 Prozent der Sportpferde mit 7 Jahren schon so verschlissen sind, dass sie sich nicht mehr für den großen Sport eignen. Falscher Stolz, übertriebener Ehrgeiz und fehlerhaftes Training sind die Ursachen dafür. Lassen Sie es bei Ihrem Pferd nicht soweit kommen! ch hoffe, ich konnte Ihnen in der 9-teiligen Artikelserie „Stresspunktmassage beim Pferd“ hilfreiche Tipps aus der Praxis geben, damit Sie und Ihr Pferd auch in Zukunft noch viel Spaß und Freude zusammen haben.

CORNELIA LEETZCORNELIA LEETZ
DIPLOM-AGRAR- ÖKONOMIN, TIERHEILPRAKTIKERIN

EIGENE PRAXIS IN GROSS DRATOW

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  • Stresspunktmassage beim Pferd
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