Tierwissen für Kids: Die Honigbiene

EIN FLEISSIGES ARBEITSTIER

201704 Kinder1Warum sind Bienen so wichtig?

Honigbienen  fliegen  den  ganzen  Sommer  lang von  Blü- te zu Blüte, um Nektar zu sammeln. Dabei bestäuben sie  durch den an ihnen haften bleibenden Blütenpollen die  Blüten, auf denen sie landen. Dadurch kann unser Obst  und  Gemüse  Jahr  für  Jahr  wieder  wachsen.  Etwa  80 %  unserer heimischen Obst- und Gemüsepflanzen werden  über Bienen bestäubt, d. h., sie verdanken den Bienen ihr  Wachstum. Und uns liefern sie den leckeren Honig.

Was ist der Unterschied zwischen einer Biene und einer Wespe?

Würde man eine Biene und eine Wespe nebeneinander  setzen und betrachten, würden wir einen farblichen Unterschied  bemerken.  Während  Wespen  schwarz-gelb  gefärbt  sind,  zeigen  Bienen  eher  eine  schwarz-braune Färbung. Auch sind Bienen behaart und haben einen  rundlichen  Körperbau,  während Wespen  kein  Haarkleid  besitzen  und  ihr  Körper  schlank  wirkt.  Ansonsten  unterscheiden sie sich rein optisch kaum, da sie auch noch in  etwa die gleiche Größe aufweisen. Wespen sind jedoch  die  geschickteren  und  flinkeren  Flieger.  Bienen  sind  im  Flug träger. Stechen können sowohl Bienen als auch Wespen, aber während die Biene nach dem Stich stirbt, kann  die Wespe mehrmals stechen.

Was macht eine Biene im Winter?

Zunächst legt die Biene große Vorräte für den Winter an,  um diesen dann in einer Art Winterschlaf zu überstehen.  Bienenvölker  bestehen  meist  aus  etwa  60.000  Bienen.  Leider  überleben  nicht  alle  den  Winter,  sodass  sich  die  Anzahl  der  Bienen  eines  Bienenvolkes im Winter um etwa die Hälfte  reduziert. Im Frühsommer verlassen die älteren,  flugerfahrenen  Bienen  mit  der  Königin  den  Bienenstock und sammeln sich im Freien. Sie halten sich aneinander fest und bilden eine Traube. In dieser Formation suchen sie eine geeignete Wohnung, um  ein  neues  Bienenvolk  zu  gründen.  Bevorzugt  werden  dabei  hohle  Bäume,  aber  auch Bienenkästen, die von Imkern bereitgestellt werden.
Das  zurückgebliebene  Bienenvolk  besteht  nun  fast  nur  noch  aus Jungbienen und ist zunächst ohne Königin.  Doch bevor die alte Königin den Bau verlässt, legt sie noch Eier ab und sorgt so dafür,  dass  auch  das  zurückgebliebene Volk wieder  eine  Königin erhält. Die junge Königin legt dann reichlich Eier,  sodass sich auch aus dem zurückge bliebenen Bienenvolk  wieder ein neues, starkes Bienenvolk entwickeln kann.

Wie kommt der Honig von der Biene ins Glas?

Würde  man  die  Honigherstellung  durch  unsere  Bienen  rechnerisch betrachten, könnte man sagen, dass Bienen  für ein Glas Honig dreimal um die Welt fliegen. Und genau so ist es, denn eine Biene besucht zur Honigproduktion  zwischen  450.000  bis  3.000.000  Blüten  und  sammelt dabei ca. 1,5 Kilogramm Nektar. Dabei legt sie rund  120.000 Kilometer zurück, und das wiederum entspricht  3 Erdumrundungen. Rechnet man den Pollen zusammen, den  die  Bienen während  dieser  Zeit  mit  sich  tragen,  so  sind  in  einem  Glas  Honig  etwa  34 verschiedene  Pollenarten enthalten. Betrachten wir nun nicht nur eine Biene,  sondern das ganze Bienenvolk,  so produziert dieses  im  Jahr 40 – 60 Gläser Honig.

Welche Aufgaben haben die weiblichen und welche die männlichen Bienen?

Das  größte Tier  im  Bienenvolk  ist  die  Königin. Sie ist immer weiblich und nur  sie  kann  sich vermehren.  Etwas  kleiner als die Königin, doch dafür in der  Anzahl  ganz  viele,  sind  die  Drohnen.  Drohnen  sind  männlich  und  dienen  der  Befruchtung  der  Königin,  die  pro Tag ca. 1.500 Eier legen kann.

Nach  der  Befruchtung  werden  die  Drohnen  von  der  Königin  aus  dem  Volk  vertrieben. Größenmäßig die kleinsten Bienen  im Bienenvolk, dafür jedoch in der Anzahl den  Drohnen weit überlegen, sind die Arbeiterinnen. Sie  sorgen  für  einen  reibungslosen  Ablauf  im  Bienenstock,  indem sie je nach Alter ganz bestimmte Aufgaben übernehmen. Die Putzbiene sorgt für Sauberkeit, die Ammenbiene kümmert sich um die Brut, die Baubiene baut neue  Waben, die Wächterin verteidigt den Bienenstock und die  Flugbiene sammelt Nektar und Pollen.

Ist die Hummel auch eine Biene?

Im Grunde genommen ja, denn sie wird den echten Bienen zugerechnet, nicht aber den Honigbienen. Die meisten Hummeln sind wie Bienen behaart und zeigen eine  schwarz-braune  bis  schwarz-gelbe  Färbung.  Hummeln  sind  relativ  groß  und  daher  gut  von  Honigbienen  und  Wes pen  zu  unterscheiden.  Und  sie  fliegen  eher  gemütlich und weniger flink als Wespen. Wie die Bienen gehö- ren sie zu den Bestäubern, d. h., auch Hummeln sorgen  dafür, dass unser Obst und Gemüse jedes Jahr wächst.

Fotos: © sumikophoto - stock.adobe

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