Zunderschwamm: Mykotherapie mit dem Heilpilz

DER WUND(ER)SCHWAMM AUS DEM FRANKENWALD

Foto: RaithelWer traut heutzutage einem Baumpilz noch zu, dass dieser das Immunsystem positiv beeinflusst, entzündungshemmend  wirkt, Wundheilung zu beschleunigen weiß sowie effektiv Pilze, Bakterien und Viren bekämpft? Wer kennt den Zunderpilz  als einen Segen bei Hauterkrankungen? Und wer hat gewusst, dass bereits Ötzi, die Eismumie aus dem Ötztal, sowie Hippokrates von Kos, der griechische Urvater der Medizin, vor tausenden Jahren bereits die positiven Eigenschaften dieses  vielseitigen Pilzes nutzten? Viel Wissen ist seitdem verloren gegangen, doch ein junges Startup aus Bayern möchte das  vergessene Potenzial des unscheinbaren Zunderschwammes aus seinem Dornröschenschlaf erwecken, mit eigenen Forschungen belegen und für das Wohlbefinden von Mensch, Tier und Umwelt wieder nutzbar machen.

Comeback eines  heimischen Heilpilzes

Der Zunderschwamm, auch „Chirurgenschwamm“ oder „Wundschamm“ genannt, gehört zur Art der Porlinge. Er wächst in geschwächten oder abgestorbenen Laubbäumen wie Birken und Buchen, erreicht mit bis zu 30 Jahren ein stattliches Alter, ist Meister darin, Holz zu kompostieren und dadurch neuen Mutterboden für den Kreislauf der Natur zu erzeugen. Seinen Namen verdankt er seiner altertümlichen Nutzung zur Erzeugung von Zunder. Aus der Tramaschicht des Pilzes gewannen bereits Urzeitmenschen ein flauschiges und leicht entzündbares Material, das einen Funken über Stunden glimmen ließ. So ließ sich ein Feuer leicht entfachen und transportieren, eine extreme Erleichterung und Grundstein für die weitere Entwicklung von uns Menschen. Allerdings war der Zunderschwamm im Frankenwald u.a. aufgrund der vorherrschenden Fichten-Monokulturen in neuerer Zeit lange nicht mehr zu finden. Seitdem die bayerischen Staatsforste zunehmend auf naturnahe Bewirtschaftung setzen, Laubbäume wieder Einzug halten und auch das eine oder andere Stück Totholz im Wald liegen darf, kehrte auch der Pilz wieder zu uns zurück.

Aus Liebe zur Forschung  und Natur

Es ist Oktober, Erntezeit für den Zunderschwamm. Ralf Bartoniek (28) und Daniel Gareis (39), Gründer der Zunderschwamm Naturprodukte GmbH, halten im Naturparkt Frankenwald Ausschau nach frischen Pilz-Fruchtkörpern, die sie in Handarbeit und Bio-Qualität für ihre Produktion und Forschung ernten. Hierbei befolgen sie eigens entwickelte Erntekriterien zum Schutz der lokalen Flora und Fauna und überprü- fen penibel die Qualität ihrer Erntegebiete. Beide Burschen sind vielleicht typische Vertreter einer neuen Generation von Unternehmern, die mit viel Liebe zur Natur und Sinn für Nachhaltigkeit, mit Kreativität und Gespür für die Bedürfnisse von Mensch und Tier, aus dem Zunderschwamm u.a. Futterergänzungsmittel, sog. Bio-Vitalpilzpulver, sowie medizinische Kosmetik herstellen. Sie haben es sich zur Aufgabe gemacht, die Pflege entzündlicher sowie wunder Haut zu revolutionieren und isolieren dazu aus der Zellwand des Zunderschwamms einen Beta-Glucan-Naturwirkstoff, den sie „Glucaneo“ getauft haben. Dieses hochkomplexe und damit stabile Polysaccharid-Molekül gehört neben den Bitterstoffen (Triterpenen), vielen Mineralien und Vitaminen (z.B. D3) zu den therapeutisch interessanten Inhaltsstoffen des Pilzes. In klinischen in-vitro-Studien zeigte das Glucaneo eine bemerkenswerte Unterstützung der Wundheilung. Ein künstlich erzeugter Spalt in einem menschlichen Hautzellrasen wuchs durch Zugabe des Wirkstoffes bereits nach sechs Stunden zu 75% mit neuen Fibroblasten zu, eine Leistung, die die normale Wundheilung erst nach 22Stunden erreichte. In einer weiteren Studie wurden Hautzellen mit UV-Strahlung gereizt und eine Entzündung (Sonnenbrand) ausgelöst. Auch hier kam es zu einem signifikanten Ergebnis: Durch die Zugabe von Glucaneo konnte bereits in einer Konzentration von 0,06% die Entzündung deutlich reduziert werden, ein Effekt der sich nach 48 Stunden maximiert.

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Naturheilkundliche  Pflege von Wunden und  Entzündungen

Die biozertifizierten Vitalpilzpulver aus Zunderschwamm und Kosmetika mit Glucaneo vertreiben die beiden Unternehmer an Heilpraktiker, Naturheilärzte und Apotheken, um deren Möglichkeiten um ein wirksames Naturheilmittel zu erweitern. Auch ich, Tierheilpraktikerin Jessica Müller aus Kulmbach, nutze den Zunderschwamm in der Therapie chronischer Wunden oder juckender Ekzeme bei Hunden, Katzen oder Pferden und habe gute Erfahrungen gesammelt: Mit der Zunderschwamm-Kosmetik habe ich jetzt ein Werkzeug an der Hand, mit dem ich nun auch Wunden zum Verschluss bekomme, die vorher jahrelang erfolglos behandelt worden sind.

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Dass dies ein heimischer Baumpilz zu tun vermag, ein nachwachsender Naturrohstoff mit einer spannenden Geschichte, der auch im Wald vor unserer Haustür bewundert werden kann, finde ich besonders sympathisch. Auch in der Pflege von Ekzemen und bei Juckreiz sind meine Klienten sehr zufrieden und freuen sich über schnelle und gute Ergebnisse. Das Futtermittel hat sich zudem in der Behandlung von Magen-Darm-Problemen, zur Ausleitung und Entgiftung bewährt. Nicht zuletzt konnte in einem aktuellen Fall ein Rüde mit Giardienbefall im Darm ohne Antibiotikum und rein mit Zunderschwamm-Pulver erfolgreich behandelt werden. Bereits nach einem Monat waren unter täglicher Gabe von 0,5 – 1g Pulver ins Nassfutter die Parasiten im Darm komplett verschwunden. Zudem wirkte das Tier ausgeglichener, vital und hatte normalen Stuhl. Hierin sehe ich in der Mykotherapie mit Zunderschwamm einen deutlichen Vorteil gegenüber der Antibiotika-Therapie.

Weitere Informationen finden Sie auf www.zunderschwamm.net

JESSICA  MÜLLERJESSICA  MÜLLER

TIERHEILPRATIKERIN
MOBILE PRAXIS FÜR  HUNDE, KATZEN, NAGER  UND PFERDE

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