Covid-19 - Gedanken vom tier-menschlichen Diwan

THP 3 20 Page52 Image1Wie soll das alles weitergehen?

Covid-19. Da sitze ich nun mit meinem Hundefreund auf dem Diwan – ohne Kontakt zu anderen – und denke mir: Wie soll das alles weitergehen? Denn auch mein Hund lebt von den Tieren,  die als Futter verarbeitet werden. Okay, natürlich frisst er auch  das sehr gerne, was bei uns in der Küche übrig bleibt! 

THP 3 20 Page52 Image2Wie ist das  genau mit Corona, den Tieren und Übertragungswegen? Lesen Sie  dazu  den  folgenden Text  des Tierheims  Drakenburg  an  der Weser,  das die Fakten zusammentrug und zu mehr Achtsamkeit aufruft. Das finde ich sehr gut, und denke, dass wir in der Zukunft unseren lebensmittelliefernden Tieren mit mehr Respekt begegnen müssen. Früher habe ich, in Arbeitskreisen mit der Landwirtschaftskammer, viele von ihnen mit Globuli behandelt und gute Erfolge erzielt. Heute dürfen diese  Tiere nur noch mit zugelassenen Arzneimitteln und gezielt eingesetzten Antibiotika therapiert werden.  Die  rein  homöopathischen  Globuli  seien  zu  gefährlich,  aufgrund von  Rückständen,  die  nicht  nachzuweisen sind …

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THP 3 20 Page52 Image3Covid-19 ist eine Zoonose, eine Krankheit, die vom Tier auf den Menschen übertragen wurde, genauso wie die Pest, Malaria, Ebola und Aids. Begünstigt wird eine solche Übertragung durch die Zerstörung von Lebensräumen und damit das engere Zusammenkommen unterschiedlichster Tierarten sowie durch den Handel mit Wildtieren. Auch das Robert Koch-Institut hat bereits deutlich gemacht, dass die Nähe zu Wildtieren ein Problem darstellt, und gefordert, dass der Import von Schleichkatzen und Affen verhindert wird. Nun sind Import- und auch Handelsrestriktionen zur Verhinderung weiterer Pandemien politische Maßnahmen, die leider nicht von einem Tag auf den anderen umgesetzt werden können. Aber durch das wachsende öffentliche Problembewusstsein ist ein entscheidender Grundstein für lange überfällige Veränderungen gelegt, sodass diese Pandemie hoffentlich auch zu etwas Positivem, wie z.B. einem besseren Schutz von Wildtieren und ihren Lebensräumen, führt – der letztendlich auch uns Menschen zugute kommt. Und diese Veränderungen sind lebensnotwendig, denn die Zahl der neu auftretenden Infektionskrankheiten ist in den vergangenen Jahrzehnten stark angestiegen. und bis zu 75% dieser Krankheiten haben ihren Ursprung in den Ausbeutungshandlungen der Menschen. Sie entstehen und verbreiten sich u.a. in Agraranlagen, auf Tiermärkten und Schlachthöfen – also an Orten mit fast ausnahmslos gequälten, verletzten und kranken Tieren.

THP 3 20 Page52 Image4Solche Einrichtungen sind wahre Brutstätten für tödliche Keime und erhöhen die Wahrscheinlichkeit von Virusmutationen und Zoonosen. In der Folge können immer mehr Viren vom Tier auf den Menschen überspringen, mit nicht absehbaren Konsequenzen für die gesamte Menschheit.

2002: SARS – das Schwere Akute Respiratorische Syndrom (SARS) wird durch ein Coronavirus verursacht, das von Wildtieren (Fledermäusen und Tibetkatzen) stammt und auf den Menschen übertragen wurde. Die SARS-Pandemie begann in China und führte zum Ausbruch einer tödlichen Lungenentzündung, bei der 774 Menschen starben. Es wird vermutet, dass das Virus seinen Ursprung auf einem Tiermarkt hatte.

THP 3 20 Page52 Image62009: Schweinegrippe – das H1N1-Virus wurde von Schweinen auf Menschen übertragen und verursachte eine Pandemie, die weltweit bis zu 575.400 Menschen das Leben kostete.
2012: MERS – das Middle East Respiratory Syndrome (MERS) ist eine weitere Krankheit, die durch ein Coronavirus verursacht wird. Bisher starben 858 Menschen an MERS. Die Weltgesundheitsorganisation weist darauf hin, dass Kamele, die, wie z.B. Pferde, Esel und Elefanten, in einigen Ländern auch als sog. Arbeitstiere missbraucht werden, eine Rolle bei der Verbreitung des Virus auf den Menschen gespielt haben.
2014: Ebola – die Ebola-Viruskrankheit wird durch ein Virus hervorgerufen, das von Wildtieren wie Fledermäusen, Stachelschweinen und Primaten auf den Menschen übertragen wird. Zwischen 2014 und 2016 starben in Westafrika über 11.000 Menschen an dieser Krankheit, u.a., weil der Mensch massivst in die Lebensräume der Tiere eindringt.

THP 3 20 Page52 Image52019: Coronavirus SARS-CoV-2 – Forscher gehen derzeit davon aus, dass das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 auf einem chinesischen Tiermarkt von Fledermäusen über einen Zwischenwirt auf Menschen übertragen wurde. Derzeit werden Schuppentiere als mögliche Zwischenwirte diskutiert.
Das Coronavirus SARS-CoV-2, zahlreiche weitere Viren und das Entstehen weiterer potenzieller Gefahren für den Menschen lassen sich alle auf einen gemeinsamen Nenner bringen: den Fleischkonsum, die Jagd auf und den Handel mit Tieren.

Hinzu kommt die „Heranzüchtung“ multiresistenter Keime, die durch den verwerflichen und verantwortungslosen, flächendeckenden Einsatz von Antibiotika in der Massentierhaltung entstehen.
Im Hinblick auf unsere eigene Zukunft müssen wir deshalb dringend umdenken. Und es liegt an uns, ob wir die Gefahr weiterer Epidemien und Pandemien durch Zoonosen begünstigen, indem wir Tiere weiterhin für Fleisch, Milch und Eier in Ställe sperren und im Schlachthaus töten lassen, ob wir weiterhin durch die Jagd und den Tierhandel in ihren Lebensraum eindringen und ihre Körper auf Märkten verkaufen oder zu Arbeitszwecken missbrauchen. (Quelle: PETA)

THP 3 20 Page53 Image2Es ist also an der Zeit, unser Verhalten zu überdenken und dauerhaft zu verändern. Schluss mit Egoismus und Habgier, keine Rückkehr zu den alten Zuständen, und vor allem Schluss mit der Ausbeutung der Natur und der Tierwelt, denn das kann und wird auf Dauer nicht mehr funktionieren. Nach dem, was sich die Menschen besonders in den letzten Jahrhunderten auf Kosten der Natur „geleistet“ haben, grenzt es ohnehin an ein Wunder, dass eine Pandemie wie Corona „erst jetzt“ auftritt. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die nächste Pandemie kommt und nicht relativ „glimpflich“ verläuft, sondern eher wie die Spanische Grippe 1918 – 1920, die 50 Millionen oder mehr Todesopfer forderte. Also höchste Zeit, dass die Menschheit ihr Verhalten um 180 Grad ändert und mit Achtsamkeit und Respekt mit den Tieren und der Natur umgeht – und zwar nicht irgendwann, sondern jetzt!

Abdruck mit freundlicher Genehmigung des Tierheims Drakenburg

Fotos: somrerk – Adobe, photalo – Adobe, pusteflower9024 – Adobe, tostphoto – Adobe, © Fotolia, Eric Isselée – Adobe, Aldeca Productions – Adobe, MQ-Illustrations – Adobe

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