Gefahr im Aufzug - Gedanken vom tier-menschlichen Diwan

THP 3 18 300 Page60 Image2AUCH HUNDE HABEN EINE KEHLE

oder geht es um

FAHRLÄSSIGE HUNDEHALTER?

Lieber Leserinnen und Leser,
diesmal konnte ich mich nicht für eine Überschrift entscheiden, daher Gedanken zu einem Fallbeispiel:

THP 3 18 300 Page60 Image1Kennen Sie das Gefühl, wenn sich der Schal zu eng um Ihren Hals schnürt? Man bekommt schnell Panik und Atemnot, weil sich ein Gefühl der Enge breitmacht, wenn sich der Schal nicht schnell genug lockern lässt. Hierzu hatte ich neulich im Treppenhaus eine Begegnung der besonderen Art: Ich rettete einem schö- nen, schlanken Windhund das Leben, als dieser angeleint aus dem Aufzug sprang. Als ich die Treppe hochstieg, verschloss sich gerade die schwere Metalltür des Fahrstuhls, der Windhund sprang im letzten Moment heraus, während der Besitzer mit dem anderen Leinenende in der Hand im Fahrstuhl verblieb. Dieser fuhr los und der Hund wurde mit seinem ca. 7 cm breiten Windhund-Halsband zur Tür gezogen und seine Kehle entsprechend abgedrückt. Bereits nach Bruchteilen einer Sekunde hatte er Todesangst im Blick, ohne auch nur einen Mucks von sich zu geben. Geistesgegenwärtig zog ich ihm im wahrsten Sinne des Wortes den Kopf aus der Schlinge. Stark nach Luft schnappend, mit Schmerzen im Hals und gequetschten Ohren, kam er mit dem Leben davon.

THP 3 18 300 Page60 Image3Seither muss ich immer an diese Szene denken, wenn ich Menschen mit ihren Hunden sehe und diese durch die Leine mit einem gewaltigen Ruck am Hals gemaßregelt werden. Stellen Sie sich vor, wir tragen das Halsband und der Hund zieht wütend mit einem kräftigen Ruck daran. Das malträtiert die Halswirbelsäule und den Kehlkopf. Genauso geht es dem Hund. Vielleicht dann doch lieber auf ein Brustgeschirr zurückgreifen? Vor- und Nachteile dazu können im Hundetrainer- und Verhaltenstrainer-Seminar abgewogen werden.

In meinem Fall war eine Rettung des Hundes nur möglich, weil er ein Halsband trug. Mit einem Brustgeschirr wäre es sicher schwieriger gewesen, den Hund aus seiner misslichen Lage zu befreien.

FAZIT: Tierhalter/innen sollten stets mit voller Aufmerksamkeit ihren Hund beobachten und lange, locker gehaltene Laufleinen in Aufzügen vermeiden. Übrigens werden Hunde an solchen Laufleinen auch oft im Straßenverkehr überfahren, weil die Besitzer ganz in Gedanken versunken oder mit dem Smartphone beschäftigt waren und die Autofahrer den auf die Straße springenden Hund zu spät sehen.

Bis zum nächsten Gedanken vom tiermenschlichen Diwan!

Ihre Monika Heike Schmalstieg

Foto: © alexytrener – stock.adobe.com, Danilo Sanino – Fotolia

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