Ektoparasiten - Zeckenalarm!

Wie können wir unsere Hunde schützen?

Fotos: © grafikplusfoto – stock.adobe.com, ShutterstockEs gibt vermutlich kaum einen Hundehalter, der sich mit dem leidigen Thema, wie er seinen Hund vor Zeckenbefall bestmöglich schützen kann, noch nicht beschäftigt hat. Denn nichts ist lästiger und ekliger,  als auf eine mit Blut vollgesogene Zecke innerhalb des Hauses zu treten, die man nicht rechtzeitig gesehen hat – von den begleitenden gesundheitlichen Nebenfolgen eines Zeckenbisses einmal abgesehen.

ZECKEN – IHRE ERREGER UND KRANKHEITEN

Eigentlich gibt es über Zecken nicht viel Gutes zu sagen:  Sie sind lästig, nervig und unbeliebt. Bereits im Frühling,  wenn es langsam wärmer wird, lauern sie in Wäldern, Bü- schen und Wiesen auf ihren Wirt: Mensch oder Tier.
Zecken zählen zu den Parasiten, doch wie alles, was existiert und lebt, hat auch diese Gattung einen Nutzen im gesamten Lebensgefüge, ob es uns nun gefällt oder nicht. Zecken gelten im positiven Sinn als Stärker für unser Immunsystem, indem sie es herausfordern und somit kräftigen,  prägen  und  verbessern,  denn  der  Körper  vergisst  nichts – keinen einzigen Erreger, kein Bakterium, kein Virus und auch keinen Zeckenbiss.

Des  Weiteren  stehen  Zecken  auf  der  Speisekarte  von  Vögeln  und  Pilzen,  sie  stellen  somit  ein  wichtiges  Glied  in  der  Nahrungskette dar.
Jedoch unabhängig von jedem Nutzen sind  sie  für  uns  Menschen  und  unsere  Hunde  eine gesundheitliche Gefahr, da sie Anaplasmose,  Borreliose,  Frühsommer-Meningoenzephalitis  (FSME)  sowie  einige  andere  Krankheiten  übertragen  können.  Das Hauptinfektionsgebiet für FSME liegt  nach Angabe des Robert-Koch-Instituts übrigens in der Maingegend.

FSME
Die  Frühsommer-Meningoenzephalitis  befällt  den  Menschen als auch den Hund. Der Erreger ist das Europäische  Zeckenenzephalitisvirus aus der Gruppe der Flaviviren. Bislang verliefen FSME-Infektionen bei größeren Hunden  meist  tödlich.  Dabei  kommt  es  zunächst  zu  Fieber,  anschließend  zu  neurologischen  Störungen,  epileptischen  Anfällen,  Übererregbarkeit,  Reizbarkeit,  Bewusstseinstrübung,  Schmerzen,  Bewegungsstörungen  und  Reflexbeeinträchtigungen.

ANAPLASMOSE
Bei dieser Infektionskrankheit werden die weißen Blutkörperchen, die Monozyten, und auch die Lymphozyten zerstört,  die  für  die  Immunabwehr  zuständig  sind.  Anaplasmen schwächen als Erreger die Abwehr  unter  Umständen  lebensbedrohlich.  Symptome  beim  Hund  sind  Teilnahmslosigkeit,  Appetitlosigkeit,  Gewichtsverlust,  Durchfall  und  Erbrechen.  Es  konnten  auch  Blutungen  und  Lahmheit  als  Folge  von  Gelenkentzündungen beobachtet werden. Ebenso sind  Nervenerkrankungen  möglich.  Diese  Infektion  verläuft  allerdings  nicht  chronisch.

BORRELIOSE
Das  ist  der  Überbegriff  für  eine  Gruppe  bakterieller  Infektionskrankheiten,  deren  Auslöser  die  Borrelien  sind.  Hauptsächlich  zählen  das  Rückfallfieber  sowie die Lyme-Borreliose zu dieser Gruppe. Überwiegend  wird Borreliose allerdings mit der Lyme-Borreliose gleichgesetzt:  Sie  ist  die  einzige  in  Europa  heimische  und  bekannte Erkrankung durch Borrelien.
Ausgelöst wird diese Erkrankung durch einen Zeckenbiss  mit  Übertragung  der  kleinen,  beweglichen  und  schraubenförmigen  Bakterien  (Borrelien),  die  man  zur  Gruppe  der Spirochäten zählt. Übertragen werden Borrelien durch  blutsaugende  Insekten  und  Zecken.  Die  Symptome  der  Borreliose sind nicht sofort zu erkennen, gehen aber meist  mit Gelenksteifigkeit und Antriebslosigkeit einher.

BABESIOSE
Diese Infektionskrankheit wird durch Einzeller (Babesien)  ausgelöst.  Bei  uns  in  Deutschland  gilt  die  Auwaldzecke  aus der Gattung der Buntzecken als Krankheitsüberträger. Die Auwaldzecke, lateinisch Dermacentor reticulatus, lebte  bisher  in  Norditalien,  Österreich, Ungarn sowie in osteuropäischen  Ländern,  auch  in  den  Vereinigten  Staaten  ist sie verbreitet. Wie ihr Name sagt, bevorzugt sie feuchte Gebiete wie Auen und Moore. Die Verbreitung der Zecke  war in Deutschland bisher unklar. Neuere Beobachtungen  zeigen aber, dass sie mittlerweile in ganz Deutschland anzutreffen ist.
Die Auwaldzecke  ist  im  Gegensatz  zum  Gemeinen  Holzbock, der häufigsten in Deutschland vorkommenden Zeckenart,  sehr  aggressiv  und  lauffreudig.  Sie wartet  nicht  passiv am Grashalm hängend auf ihr Opfer, sondern geht  aktiv auf Beutesuche. Deshalb wird sie auch als Laufzecke  bezeichnet.
Eine Infektion führt zur Vermehrung der Erythrozyten (rote Blutkörperchen) im Blut. Die Symptome beim Hund sind  hohes Fieber (bis zu 42°C), das nach 1 – 3 Wochen einsetzt. 

Durch die Zerstörung und den sich anschließenden radikalen Abbau der roten Blutkörperchen färbt sich der Urin meist dunkelbraun. Besonders in der akuten Phase führt die Babesiose leider häufig zum Tod des Hundes. Sind die ersten starken Fieberschübe überstanden, folgen Mattigkeit, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust und häufig eine Hepatitis. Die akute Babesiose kann zu Anämie (Blutarmut) und Nierenversagen führen.

EHRLICHIOSE
Wer gerne mit seinem Hund in südlichen Ländern Urlaub macht, bleibt nicht von der Sorge um Zeckenbisse verschont, denn gerade im Mittelmeerraum findet sich die Braune Hundezecke, welche die Ehrlichiose überträgt.
In Deutschland kommt diese Zeckenart nicht vor, kann aber durch importierte oder heimreisende Hunde eingeschleppt werden. Die Zecke überlebt monatelang hervorragend in warmen Verstecken wie Wohnhäusern oder Kellern.
Beim Hund beginnt die Ehrlichiose langsam, mitunter treten Symptome erst nach Jahren und zunächst unauffällig und schleichend auf. Meist werden Hundehalter erst darauf aufmerksam, wenn ihr Hund Nasenbluten bekommt. Die Blutungsneigung steigt durch den Abfall der Bluttplättchen (Thrombozythen) an und es kommt zu Einblutungen in den Schleimhäuten und in die Haut, gefolgt von Blut im Kot oder Urin. Blutergüsse in den Gelenken, Bluthusten, hohes Fieber und Lymphknotenschwellungen kommen ebenfalls vor. Begleitsymptome sind Schwäche, stetig wiederkehrende Fieberschübe und Apathie. Der Hund ist nicht aufnahmefähig und reagiert untypisch auf äußere Reize wie Spielen oder Lernen.
Die Ehrlichiose wird meist chronisch und endet aufgrund der immer wiederkehrenden Blutungsneigung meist mit dem Tod des Hundes.

HEPATOZOONOSE
Diese Erkrankung tritt überwiegend bei Hunden in oder aus südlichen Ländern wie Griechenland, Spanien, Mallorca usw. auf, die sich in Hafengebieten aufhalten. Überwiegend bleibt die Erkrankung symptomlos, was sich bei immunschwachen oder älteren Hunden jedoch rasch ändern kann. Häufig wird der Erreger, ein Einzeller, der Hepatozoon canis genannt wird, oral aufgenommen und gelangt dann in den Darmtrakt. Hier zerstört das Virus nicht nur die Darmflora, sondern gelangt auf direktem Weg in den Blutkreislauf und von hier aus in Milz, Leber, Nieren, Lymphknoten und sogar ins Knochenmark.
Der Unterschied zur Borreliose oder Babesiose besteht darin, dass der Erreger nicht durch einen Zeckenbiss übertragen wird, sondern vom Hund selber „gefressen“ wird. Dies kann geschehen, wenn sich der Hund das Fell säubert und dabei über seine Haut knabbert und die Zecke zerbeißt.
Die Symptome sind sehr unterschiedlich, es kommt darauf an, welche Organe betroffen sind. So kann die Erkrankung zur Lymphknotenschwellung führen, aber auch jedes Organ befallen. Fieber, starker Gewichtsverlust, steifer Gang und blutiger Durchfall sind die Leitsymptome. Bei einer starken Infektion sterben die meisten Hunde an Organversagen.

THP 3 18 300 Page9 Image3Wie kann man Zeckenbisse  beim Hund vermeiden?

Wir Menschen sind auf Wiesen und im Wald gut beraten, uns durch lange Hosen und festes Schuhwerk zu schützen. Bei Hunden funktioniert diese Taktik leider nicht. Im Handel werden diverse Halsbänder angeboten, die gegen Zecken wirksam sein sollen, ebenso Sprays, die ins Fell gesprüht werden.
Es gibt mittlerweile auch Tabletten gegen Zecken, sodass die Wahl des richtigen Mittels zur Qual werden kann, deren Entscheidung letztlich jedem Hundehalter überlassen bleibt. Bedenklich ist, dass in fast allen handelsüblichen Präparaten Nervengifte zum Einsatz kommen, um Zeckenbefall bei Haustieren zu vermeiden oder zumindest zu reduzieren. Die Giftstoffe, die in Hundehalsbändern, Spot-on-Präparaten, Sprays und Tabletten enthalten sind, werden permanent in den Organismus unserer Hunde abgegeben und gelangen so in die Körperzellen und Organe. Als gesund kann man das nicht bezeichnen!

Welche Alternativen gibt es?

THP 3 18 300 Page9 Image1Falsch gedacht haben Hundehalter nicht, wenn sie sich gegen die chemischen Keulen zur Zeckenvermeidung entschließen. Eine gute Alternative sind Schwarzkümmelöl und Kokosöl, das man vor dem Hundespaziergang auf den Bauch und über die Wirbelsäule des Hundes verteilt. Beide Öle haben einen angenehmen Geruch und schaden dem Hund nicht – im Gegenteil, sie pflegen sogar das Fell.
Kokosöl wirkt u.a. auch entzündungshemmend und ist in den letzten Jahren als „Allrounder“ recht populär geworden. Es ist gesund und effektiv gegen Zecken, denn die unliebsamen Parasiten können den Geruch von Kokos überhaupt nicht leiden. Das Gleiche gilt für Schwarzkümmelöl. Mit diesen beiden Ölen haben wir eine ganzheitlich-wertvolle und wirksame Alternative zum Schutz gegen Zecken. Natürlich ist dieser Schutz ein wenig arbeitsaufwendiger, da das Öl stets frisch ins Hundefell einmassiert werden muss, aber die Hunde mögen das sehr, denn für sie ist das Einmassieren ja etwas sehr Schönes.

THP 3 18 300 Page9 Image92017 wurde der Wirkstoff DMSO, Dimethylsulfoxid, im Kampf gegen Zecken recht bekannt. Bei DMSO handelt es sich um einen rein entzündungshemmenden Wirkstoff, der käuflich pur erworben werden kann. Normalerweise ist er in entzündungshemmenden Medikamenten neben anderen Wirkstoffen mit enthalten.
Vorsicht: DMSO muss unbedingt stark verdünnt werden! 1TL DMSO mit mindestens 350ml Wasser verdünnen und dann täglich mit einer Pipette oder Sprühflasche über das Rückenfell des Hundes oder seine Beine verteilen. DMSO hat einen sehr spezifischen Geruch, der Zecken abschreckt. Hundehalter sollten sich aber darüber bewusst sein, dass sie die lästigen Zecken mit diesen Alternativen zwar deutlich reduzieren, aber nicht vermeiden können. Parasiten sind naturgemäß zähe Kreaturen – sie gänzlich abwimmeln zu können, grenzt meiner Meinung nach an ein Wunder und bleibt sicherlich ein Wunschtraum.

ANDREA LIPPERTANDREA LIPPERT

HEILPRAKTIKERIN
PRAXIS IN BAD SEGEBERG

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