Der leise Tod beim Wohnungsbrand: Gedanken vom tier-menschlichen Diwan

201703 Diwan1Kohlenmonoxid ist ein geruchloses Gas, das an den Blutplättchen, die für die Sauerstoffversorgung im Körper verantwortlich sind, andockt und irreversible Schäden anrichtet. Häufig sterben Menschen und Tiere nicht an den Flammen, sondern an der Rauchvergiftung.
Seit Januar 2017 haben wir die Rauchmelder-Pflicht in allen Räumen, in denen geschlafen wird. Ich habe es selbst erlebt, wie gefährlich so eine Situation werden kann. Ich lag in der Dämmerung auf dem Diwan. Versehentlich ließ ich die Tür des Specksteinofens offen. Ich wurde immer müder und schlief langsam ein. Hochgeschreckt vom Piepen des Rauchmelders taumelte ich zum Lichtschalter und dachte, die Batterie sei mal wieder leer und er schlage Alarm. Entsetzt stellte ich fest, dass das ganze Wohnzimmer unter Rauch stand. Mein Glück war, dass die Terrassentür offen war. Ich riss weitere Fenster auf und lüftete. Warum habe ich es nicht gerochen? Was wäre passiert, wenn der Rauchmelder versagt hätte?

Es gibt mittlerweile auch Kohlenmonoxidmelder, die man ebenfalls installieren kann. Mein Hund war im Garten und ich frage mich: Wie hätte der Hund reagiert? Ich mache den Test. Hole ihn rein und inszeniere die gleiche Situation. Hunde haben eine weitaus empfindlichere Nase als wir Menschen. Schon weit vor dem Rauchmelder wird der Hund nervös und reagiert. Bellt und stupst mich an.
Fazit: Prävention ist alles! Heimtiere und Katzen verbrennen oder sterben häufig an den Folgen von Hausbränden. Viele kommen bei Wohnungsbränden ums Leben. Gerade im Sommer ist das Anzünden des Hauskamins gefährlich, da die schwülen Außentemperaturen höher sind als in einem gut isolierten Haus. Dadurch wird der Rauch nach unten gedrückt und dringt durch den Ofen ins Haus. Also besser im Sommer das Feuer auslassen, auch wenn es noch so romantisch ist. Bei einem realen Brand vermuten die Rettungskräfte nicht, dass Tiere und Kleintiere in der Wohnung bzw. im Haus sind. Kaninchen und Meerschweinchen können nicht schreien und sind meist schon benommen.

201703 Diwan2Ein Aufkleber an der Haustür mit Hinweis auf die Tiere kann Leben retten. So können Rettungskräfte schnell erkennen, dass auch Tiere gerettet werden müssen.
Weitere Präventionsmaßnahmen sind: Trainieren Sie Ihre Tiere darauf, dass sie freiwillig in Transportkäfige gehen. Das gilt v. a. für Katzen, die nur in der Wohnung gehalten werden. Ein regelmäßiges Training mit positivem Kontakt mit der Transportbox kann Leben retten.
Lassen Sie sich von Ihrem Tierheilpraktiker beraten, wie Sie Ihre Tiere konditionieren, damit sie keine Scheu vor Transportkisten haben. Insbesondere bei Katzen ist diese Vertrauensübung essenziell. In der Therapeuten-Datenbank Theralupa.de finden Sie einen Tierheilpraktiker in Ihrer Nähe.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Sommer, bis zum nächsten Gedanken auf dem Diwan.
Ihre Monika Heike Schmalstieg

Infos und Material zum Brandschutz: www.bgw-online.de -> brandschutz

Foto: © irontrybex – Fotolia, Schtze – Fotolia

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