Die 5 Säulen der TCVM: Teil 1

201603 TCVM1„Es ist besser, auf neuen Wegen etwas zu stolpern, als auf alten Pfaden auf der Stelle zu treten.“
(Chinesisches Sprichwort)

Die Techniken der Akupunktur sind naturheilkundlich arbeitenden Therapeuten bekannt, jedenfalls in ihren Grundsätzen. Als Kunst, die sich über mehrere Jahrtausende entwickelt hat, hat die Chinesische Medizin aber viel mehr zu bieten als nur „spitze Nadeln“. Mit dem Begriff TCVM bezeichnet man eine Synthese von mehreren Fachrichtungen, die im Laufe der Zeit in verschiedensten Teilen Chinas entwickelt und perfektioniert wurden.

INSGESAMT BASIERT DIE HEILKUNDE DER CHINESISCHEN MEDIZIN AUF FOLGENDEN 5 SÄULEN:

  • Akupunktur und Moxibustion
  • Kräutermedizin
  • Tuina (traditionelle Massageform)
  • Ernährungslehre
  • Formen der Persönlichkeitsbildung und Gesunderhaltung des Therapeuten und der Gestaltung der Lebensumstände von Tier und Mensch: Qigong und Feng Shui

201603 TCVM2Ein gut durchdachtes Akupunkturkonzept kann bereits eine erhebliche Verbesserung der Lebensqualität unserer Patienten erreichen. Die erstaunlichen Heilungserfolge der Chinesischen Medizin, von denen in Fachmedien im Bereich der Human- und Tierheilkunde immer wieder berichtet wird, werden allerdings in der Regel nur dann erzielt, wenn der Therapeut zusätzlich zu den einigermaßen vertrauten Wegen der Akupunktur auch die weniger bekannten Wege der ergänzenden Techniken beschreitet.

Die TCVM (Traditionelle Chinesische Veterinärmedizin) „nur“ mit Akupunktur gleichzusetzen, schränkt unsere Behandlungsmöglichkeiten ein – und auch die Zahl derer, die TCVM erlernen wollen. Viele Studenten der Tiernaturheilkunde wollen Tieren sanft helfen, möglichst ohne invasive Verfahren anzuwenden. Akupunktur, „das Nadeln“, klingt in ihren Ohren als eine sehr drastische Methode, die im schlimmsten Fall auch Schmerzen zufügt. Der Gedanke daran, dass sie im Zuge der Therapie mit einer Nadel die Haut eines Tieres durchstechen müssen, erschreckt sie und sie wollen sich erst gar nicht mit der TCVM befassen. Dabei gäbe es doch so viele andere Möglichkeiten, wie man mit guten TCVMKenntnissen Tieren helfen kann.

201603 TCVM3Der erste Schritt in einer TCVM-Ausbildung ist das Erlernender Diagnostik, erst danach wird entschieden, mittels welcher Technik die Erkenntnisse aus der Diagnostik konkret umgesetzt werden sollen. Natürlich ist es immer von Vorteil, wenn ein Therapeut mehrere Feuer im Eisen hat und Akupunktur mit Kräutertherapie, Ernährungsempfehlungen und Tuina-Griffen ergänzen kann. In vielen Fällen erzielt er aber auch bereits durch den Einsatz „nur“ einer der Säulen Therapieerfolge – vorausgesetzt die Diagnose stimmt.

Die Chinesische Medizin benutzt keine bildgebenden Verfahren oder Laborwerte, dennoch hat sie ein unglaublich detailliertes Verständnis der Abläufe und weiß exakt, an welchen Schrauben man drehen muss, um die Balance im Organismus wieder herzustellen. Chinesische Ärzte sind Meister der Analyse.

Wir möchten in dieser und in einigen weiteren Ausgaben von „Mein Tierheilpraktiker“ einen kleinen Einblick in die Denkwelt der TCVM geben. Wir erklären in der vorliegenden Ausgabe die Hintergründe, die Entstehungsgeschichte und die wichtigsten Denkmodelle dieser naturheilkundlichen Methode und werden künftig eine etwas ausführlichere Einführung in jeweils eine der TCVM-Säulen geben.

Die Geschichte der TCVM

Die Methoden der Akupunktur reichen in China bis ins Neolithikum zurück. In der Mongolei fand man Nadeln aus Stein, die offenbar zu Therapiezwecken eingesetzt wurden. Die Geschichte reicht also 8000 oder mehr Jahre zurück. In den vergangenen 3000 Jahren haben zahlreiche chinesische Ärzte diese Methoden ergänzt und verfeinert. Auch die in China praktizierte Veterinärmedizin hat Wurzeln in dieser Zeit. Zuerst lag der Fokus auf Hemoacupuncture: Akupunkturpunkte wurden blutig genadelt, um „auszuleiten“. Pferde waren damals die wichtigsten Patienten der Tierärzte, weil sie sowohl zur Feldarbeit als auch als Reittiere im Krieg verwendet wurden und somit wertvoll waren.

Die allerer201603 TCVM4sten Texte zur Veterinärmedizin stammen aus der Tang-Dynastie (618–907 n. Chr.). Sie enthalten u. a. Diagramme und Anleitungen zur Therapie von Pferden und beschreiben bereits 77 Akupunkturpunkte. Ganz sanft waren die Methoden damals weder bei uns in Europa noch im asiatischen Raum, egal ob in der Human- oder Veterinärmedizin. Man hatte weder die Techniken, noch wussten die damaligen Ärzte Bescheid über die im Organismus laufenden Nervenbahnen oder über die Zusammenhänge zwischen Reiz und Schmerzreaktion. Ein Anfang war damit aber gemacht, und sowohl die chinesische als auch die westliche Medizin haben sich seitdem weiterentwickelt. Bereits 1608 kam in China ein veterinärmedizinisches Werk auf den Markt, in dem die Behandlungsprinzipien der TCVM genau beschrieben wurden. Neben Unterweisungen zu Akupunktur enthielt es auch Anleitungen zum Einsatz von Kräutern und zu manuellen Therapien. Es beschrieb Pathologien und Behandlungsempfehlungen für Pferde, Kühe, Schweine und sogar Hühner. Heute ist die TCVM sowohl bei akuten Zuständen als auch bei chronisch-progressiv verlaufenden Krankheitsprozessen eine sehr effektive Therapiemethode. Gerade in chronischen Fällen ist sie der westlichen Medizin immer wieder überlegen. Westliche Medikamente reduzieren Krankheitssymptome und können in Notfällen Leben retten sowie epidemische Infektionskrankheiten eindämmen. Die Ausstattung der westlich ausgerichteten Tierkliniken ist nicht zuletzt auch nötig, um Operationen sicher und ohne Gefahr für das Leben unserer Tiere durchzuführen. Die eingesetzten Medikamente haben allerdings massive Wirkungen auf den tierischen Organismus und zeigen unangenehme Nebenwirkungen. Die TCVM hilft, diese Nebenwirkungen teilweise zu neutralisieren oder auch die Dosierung der westlichen Medikamente möglichst niedrig zu halten. Der Westen und der Osten können einander ideal ergänzen.
Die Präventivmedizin ist eine Domäne der TCVM. In China wurde ein Arzt früher nur bezahlt, wenn und solange seine Patienten gesund waren. Seine Aufgabe war es, durch exakte Beobachtung und rechtzeitiges Therapieren krankmachende Erreger möglichst frühzeitig zu erkennen und das Abwehrgefüge des Organismus so zu aktivieren, dass Krankheit nicht entstehen konnte.
Verständlich daher, dass Ärzte lernen mussten, sehr genau zu beobachten und auf viele Details zu achten. Sie entwickelten eine ausgefeilte Technik, um Symptome zu erkennen, zu klassifizieren und zu deuten.

Diagnostik in der TCVM

Die Diagnostik der TCVM unterscheidet sich deutlich von der westlichen Medizin. Im Rahmen einer TCVM-Untersuchung werden Zunge und Puls des Patienten beurteilt. Die Form der Zunge, Farbe und Dicke des Belags sowie die Kraft des Pulsschlages an den verschiedenen Pulspositionen geben bereits tiefe Einblicke in ein etwaiges Krankheitsgeschehen. Der TCVM-Therapeut beurteilt unterschiedliche Temperaturverteilungen am Körper und sucht im Rahmen des Palpationsbefundes nach reagiblen Punkten entlang der Meridianverläufe. Auch Verhaltensweisen des Tieres im gesunden und kranken Zustand, wie z.B. Wärmevorlieben, Fress- und Trinkverhalten, sind für die Diagnosefindung ebenso relevant wie Beschaffenheit der Körperabsonderungen und des Kotes.

Basierend auf der Lehre der 5 Wandlungsphasen versucht der Therapeut auch, die Grundkonstitution des Tieres zu bestimmen. Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser sind Archetypen, in denen jeweils bestimmte energetische Eigenschaften, Körpermerkmale etc. zusammengefasst sind. Gemeinsam bilden sie das System des Organismus. Jede Wandlungsphase ist im Körper vertreten, eine oder zwei davon dominieren aber im konkreten Fall. Das Tier ist gesund, wenn und solange es dieses System in Balance halten kann. Aufgabe des Therapeuten ist es, herauszufinden, wo Imbalancen bestehen, ob eine der Wandlungsphasen „aus der Reihe tanzt“, und in der Folge Methoden zur Harmonisierung des Systems einzusetzen. Für diese sog. MUSTERDIFFERENZIERUNG werden neben dem Konzept der 5 Wandlungsphasen auch die Denkmodelle der 8 Leitkriterien und die Physiologie bzw. Pathologie der TCVM, die sog. Zang- Fu-Theorie, eingesetzt.

201603 TCVM5DAS SYSTEM DER 5 WANDLUNGSPHASEN ist ein Unterteilungssystem, um allen Einzelteilen ihren Platz in einem übergeordneten Ganzen zuzuordnen. Diese Unterteilung unterscheidet sich von der Klassifizierung der meisten westlichen Wissenschaften. Die Stärke der Chinesischen Medizin liegt darin, ein Verständnis für Wechselbeziehungen zu bewahren und die Interdependenzen zwischen den einzelnen Teilen zu verstehen, also der konkreten Aufgabe, die jede Körperfunktion im gesamten Organismus hat. In der westlichen Medizin wird mehr Wert auf sorgfältige Zerlegung in einzelne Funktionen gelegt, Teile werden isoliert betrachtet. In der TCVM geht es um die Interaktion zwischen den Teilen und um die Bewahrung eines Gleichgewichtes – analog zum Ökosystem. Wird ein bestimmter Teil isoliert und aus dem System entfernt, z.B. im Zuge einer Operation, dann fehlt er. Die Körperfunktionen brauchen einander zur Aufrechterhaltung ihres eigenen Gleichgewichtes. Ein fehlender Teil muss – soweit möglich – substituiert werden. Manchmal kommt es dadurch zu Folgeproblemen, eben wie in unseren Ökosystemen.
Nehmen wir als Beispiel die Milz als Funktionskreis der TCVM: Ihre Aufgabe ist die Produktion von Nahrung und die Umwandlung von Flüssigkeiten. Sie „füttert“ die Lunge (Wandlungsphase Metall). Die Energie der Milz steigt nach oben und ermöglicht der Lunge zu arbeiten. Die Milz wiederum wird aber von der Wandlungsphase Holz bzw. dem Funktionskreis Leber „kontrolliert“. Die Leber sorgt für einen reibungslosen Stoffwechsel und reguliert die Tätigkeit der Milz, indem sie beschleunigend oder verlangsamend eingreift. Es gibt zahllose Bücher, die sich mit weiteren Details zu den 5 Wandlungsphasen befassen. Für klinische Zwecke genügt es jedoch, sich zunächst einmal zu merken, dass diese Theorien den Rahmen bilden, um die Bewegungen des Qi im Organismus besser zu verstehen.

DIE LEHRE VON DEN ZANG-FU-ORGANEN:

Sie steht hinter den Überlegungen, die wir im Rahmen der Wandlungsphasendiagnostik anwenden. Die Zang-Fu-Organe sind das Zentrum der Chinesischen Medizin. Gesundheit und Krankheit wird in der TCVM immer im Zusammenhang mit den Hauptorganen des Körpers gesehen. Diese nehmen Reize und Substanzen aus der Außenwelt auf und verarbeiten diese im Inneren weiter. Für Studenten der Chinesischen Medizin ist ein genaues Verständnis der Physiologie und der Pathologie dieser Organe unbedingt nötig. Ebenso wie bei Studenten der westlichen Tiermedizin wird großer Wert darauf gelegt, zu wissen, „wer im Körper für welche Funktionen zuständig ist“ und „wie sich Fehlleistungen auf den Rest des Systems auswirken können“. Die westliche und die Chinesische Medizin sind sich im Hinblick auf die Bedeutung von Physiologie und Pathologie sehr ähnlich, die Chinesische Medizin erfasst die Körperzusammenhänge allerdings auf eine andere Art. So werden z.B. auch emotionale Einwirkungen gleichwertig zu rein stofflichen Prozessen erfasst und in die Diagnostik eingebunden. Die Aufgaben der einzelnen Organe im Gesamtorganismus werden in der TCVM weiter und vernetzter gesehen.

Zur Diagnostik der TCVM gehört201603 TCVM6 auch ein fundiertes Verständnis der LEITBAHNLEHRE. Leitbahnen bilden ein lebendiges Netz von Leitungen im Organismus. Die 5 Wandlungsphasen und die Zang-Fu-Organe werden durch die Theorie von den Leitbahnen verbunden, sie nehmen damit im Körper Gestalt an. Leitbahnen verbinden die Organe, sie leiten das Qi und sind auch für die Verbindung des Organismus zur Außenwelt verantwortlich. Die Leitbahnlehre gehört zu den ältesten Konzepten der Chinesischen Medizin. Sie wurde als Kanalsystem beschrieben, ein System zur Ver- und Entsorgung bestimmter Regionen (den Organen).
Unabhängig davon, welche der 5 therapeutischen Säulen wir zur Behandlung unserer Patienten einsetzen wollen, die oben beschriebenen Konzepte gelten universell. Sie bilden immer die Basis für unsere Verordnungen.
Eine detaillierte Darstellung aller Zusammenhänge können wir in diesem Rahmen nicht vornehmen, aber wir möchten die Prinzipien anhand eines kleinen Beispiels erklären.

Beispiel

Arthritis/Arthrose ist eine degenerative Erkrankung der Gelenke und kommt bei Pferden sehr häufig vor. Die westliche Medizin hat verschiedene Möglichkeiten, die betroffenen Gelenke zu lokalisieren und den Umfang der bereits eingetretenen Schädigungen zu beurteilen. Eine genaue Analyse des Gangbildes steht in der Regel am Beginn, danach kommen Leitungsanästhesie, Röntgen, Ultraschall, Wärmebilder etc. Westliche – schulmedizinische – Therapien zielen dann auf eine Behandlung der Symptome, d.h. in diesem Fall der Schmerzen, ab. Die betroffenen Gelenke werden mit Kortikoiden, Hyaluronsäure, diversen Entzündungshemmern eingespritzt und auch oral werden verschiedenste Schmerzmittel verordnet.

Die TCVM arbeitet ein wenig anders. Auch hier ist eine ausführliche Gangbildanalyse wichtig. Zusätzlich sucht der Therapeut nach sensitiven Akupunkturpunkten und nach diagnostisch relevanten Punkten auf den Leitbahnen, um sich ein genaues Bild von Umfang und Lokalisation der Erkrankung zu machen. Das Verständnis der Leitbahnverläufe ermöglicht auch, Zusammenhänge und Kompensationsmechanismen zu erkennen, die ihren Ursprung in dem von der Arthritis/ Arthrose befallenen Gelenk haben (z.B. Fehlstellungen anderer Gliedmaßen, Rückenprobleme, Hüftbeschwerden). Ein TCVM-Therapeut kann z.B. zu dem Schluss kommen, dass das Pferd Rückenschmerzen und auch Schmerzen im Sprunggelenk hat. Für ihn sind das zwei Hinweise darauf, dass der Funktionskreis Niere in der Wandlungsphase Wasser betroffen ist. Die Niere kontrolliert die Knochen, Gelenke, den Rücken und die Hinterhand. Die entsprechende Leitbahn könnte die Blase oder die Gallenblase betreffen, beide Leitbahnen ziehen über das betroffene Areal. Wenn in unserem Beispiel auch der diagnostische Punkt am Rücken (Shu- Punkt, Bl 19) beim Palpieren stark reagiert, kommt der Therapeut zu dem Schluss, dass die Hauptproblematik in der Gallenblase liegt. Diese Diagnose kann noch weiter verfeinert werden. Manche Pferde leiden z.B. mehr bei feuchter und kalter Witterung, andere bei heißem Wetter. Zungen- und Pulsbefund liefern weitere Daten, um das westliche Krankheitsbild Arthritis/Arthrose weiter zu spezifizieren. Im vorliegenden Fall zeigt der Patient deutliche Abneigung gegenüber heißem Wetter, hat gerötete Schleimhäute und einen beschleunigten Puls: Alles Zeichen für „Hitze“ im Organismus.

Mit diesen Inform201603 TCVM7ationen ist es in der TCVM möglich, einen westlichen Krankheitsbegriff noch sehr viel weiter zu differenzieren. Arthritis/Arthrose gibt es in der TCVM in mehreren Formen, jede dieser Formen erfordert eine unterschiedliche Behandlungsstrategie. Möglich wäre z.B: Nieren-Qi-Mangel- Syndrom, Nieren-Yang-Mangel, Nieren-Yin- und Qi-Mangel, Stagnation von Feuchtigkeit und/oder Hitze in der Gallenblasenleitbahn u.a. Für jedes dieser Muster gibt es eine individuelle Behandlungsstrategie mit AKUPUNKTUR sowie eine (oder mehrere) SPEZIFISCHE KRÄUTERMISCHUNG(EN).

Nahrung ist Medizin, das gilt auch in der TCVM. FÜTTERUNGSMANAGEMENT ist ein wichtiger Bestandteil der Therapie. Futtermittel haben unterschiedliche thermische Qualitäten, Geschmäcker und Wirkrichtungen. Sie können ebenso wie Kräuter eingesetzt werden und deren Wirkung verstärken. Ein Pferd, dessen Beschwerden bei heißem Wetter schlimmer werden, braucht Kühlung. Idealerweise ergänzt der Therapeut den Futterplan des Tieres mit kühlenden Nahrungsmitteln. Der beliebte Ingwer hilft also nicht in allen Fällen von Arthritis.

Steht das betroffene Körperareal fest, können auch TUINA-TECHNIKEN zur Schmerzlinderung eingesetzt werden. Tuina ist die chinesische Form der Massage. Die Techniken der Griffe decken sich zum Teil mit den aus der klassischen Tiermassage bekannten Techniken, ihre Anwendung richtet sich allerdings ganz gezielt an Leitbahnen und Akupunkturpunkte.

Das umfassende Behandlungskonzept des oben beschriebenen Tieres könnte z. B. so aussehen:

DIAGNOSE

  • Knochen-Bi-Syndrom
  • Yin-Mangel-Leere
  • Hitze in der Niere
  • Stagnation und Hitze in der Gallenblasenleitbahn

BEHANDLUNGSKONZEPT

AKUPUNKTUR (Beispiele): Bl 23, Ni 3, Lu 7, Ni 6, Le 3, Gabl 39 u. a.

KRÄUTERTHERAPIE: Liu Wie Di Huang Wan (tonisiert Nieren-Yin), Du Huo Ji Sheng Tang (Rezeptur bei Gelenksschmerzen). Die Rezepturen enthalten nährende Kräuter, die das Yin tonisieren und die Nieren stärken, weil dieser Funktionskreis maßgeblich am Entstehen der Beschwerden beteiligt war. Ergänzt werden sie durch Kräuter, die Schmerzen lindern können, indem sie Blockaden in den Leitbahnen beseitigen und für regelmäßigen Qi-Fluss sorgen.

TUINA: Das Protokoll für eine Behandlung bei Schmerzen im Sprunggelenk sieht u.a. vor: Sanftes Drücken und rotierendes Kneten am Rücken in der Region von Blase 18, 19 und 26. Dann Vibrationen und Pressen von Leitbahnen, die über das Sprunggelenk führen, Reibungen am Gelenk, rollende und rotierende Techniken vom Sprunggelenk zur Fessel. Den Abschluss bilden – wie in der westlichen Massage – sanfte Dehnungen.

ERNÄHRUNG: Unser Patient braucht kühlende Nahrungsmittel, daher Birnen, Melisse, Gerste, Gurke, Sellerie zufüttern. Heu sollte idealerweise befeuchtet werden, Ingwer als Einzelfutter ist in diesem Fall nicht passend, weil er thermisch warm ist und auf Dauer den Krankheitsprozess sogar beschleunigen würde.

Es gibt also in der TCVM mehrere Ansätze, mehrere Therapieformen, um unseren Patienten wirksam zu helfen. Als Therapeuten sind wir nicht auf den Einsatz von Akupunkturnadeln beschränkt, jede der Säulen trägt ihren Teil zur Linderung der Beschwerden bei. Die Säulen bilden zusammen ein harmonisches Ganzes, alle Therapien ziehen am selben Strang und natürlich ist die Wirkung dann am besten, wenn sie alle gemeinsam angewendet werden. Je gründlicher die Diagnose durchgeführt wird und je genauer die Erkenntnisse daraus sind, umso deutlicher werden Erfolge aber auch bereits bei Einzelmaßnahmen erzielt.

MMAG. ISOLDE HEIM

 

MMAG. ISOLDE HEIM
TIERHEILPRAKTIKERIN, HUMANENERGETIKERIN

TÄTIGKEITSSCHWERPUNKTE

  • Tierhomöopathie
  • Traditionelle Chinesische Tiermedizin
  • Phytotherapie
  • Tierpsychologie
  • Dozentin an den Paracelsus Schulen

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