Urlaub mit Tieren: Auf großer Fahrt

201603 Urlaub1Ratschläge und Tipps für einen gelungenen Urlaub mit unseren tierischen Freunden

Endlich ist es soweit und der langersehnte Urlaub liegt in greifbarer Nähe. Damit dies aber Erholung und Entspannung für das Tier und den Menschen wird, sollte man im Voraus einiges beachten. Angelehnt an das Sprichwort „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“ meine ich damit ein kontrolliertes Planen des gemeinsamen Urlaubes oder die artgerechte Unterbringung in einer Tierpension bzw. das Zurücklassen des Tieres zu Hause mit Betreuung durch einen qualifizierten und verantwortlichen Tiersitter. Wenn dies alles beachtet wird, steht einem Traumurlaub nichts mehr im Wege. Hierzu müssen jedoch etliche Vorbereitungen getroffen werden, damit es dem Haustier während unserer Abwesenheit gut geht.

Katzen besser in gewohnter Umgebung lassen

Wenn der Besitzer abwesend ist, fühlt sich die Katze in ihrem gewohnten Revier am wohlsten. Gerade ältere oder scheue Tiere möchten lieber zu Hause versorgt werden, ebenso Katzen, die zwar ihren Besitzer absolut lieben, jedoch beim Besuch fremder Menschen ins Nirwana verschwinden. Als Pflegeperson sollte jemand gewählt werden, der den Katzen möglichst bekannt ist. Vorteilhaft ist es, wenn bereits vor Abreise einige Besuche stattgefunden haben, denn das erleichtert es dem Tier, mit der neuen Situation umzugehen. Mindestens 1–2 Stunden täglich sollte die Pflegeperson für die Tiere aufbringen und möglichst bei jedem Besuch vertraute Geräusche machen, wie z. B. kochen, duschen, spülen oder fernsehen. Dafür sind die Tiere dankbar, auch wenn sie sich nicht blicken lassen. Geräusche können auch mit einer programmierbaren Stereoanlage simuliert werden, ebenso kann zusätzlich einmal täglich Musik abgespielt werden – der Phantasie ist hierbei keine Grenze gesetzt. Anbieten kann sich auch eine Wärmflasche abends im Bett oder auf dem Platz, wo ansonsten mit dem Menschen gekuschelt wird. Freigängern sollte man auch weiterhin den Freigang gewähren, um weiteren Stress zu vermeiden, jedoch kontrollieren, ob das Tier auch jeden Tag nach Hause zurückkehrt (Futternapf benutzt? Toilette beansprucht? Spielzeuge an anderen Plätzen? etc.). Zusätzlich empfehle ich einen Pheromonstecker aus dem Tierfachhandel, der eine Nachbildung des natürlichen Katzenpheromons ausstrahlt und einen entspannenden Effekt bewirkt. Der Tiersitter sollte vom Katzenbesitzer folgende Informationen erhalten:

  • Wann, wo und wie viel Futter erhält die K201603 Urlaub2atze?
  • Wann, wie und in welchen Abständen wird die Katzentoilette gereinigt?
  • Wie wird mit der Katze gespielt?
  • Vorlieben der Katze beim Streicheln? B
  • evorzugte Ruheorte?
  • Sind Krankheiten vorhanden, die einer Behandlung bedürfen?
  • Welcher Tierarzt oder Tierheilpraktiker sollte bei akuter Krankheit aufgesucht werden?
  • Urlaubsadresse und Telefonnummer bei Rückfragen?

Katzen in einer Tierpension

Dies ist für mich persönlich immer die zweite Wahl, da jeder Ortswechsel für eine Katze puren Stress bedeutet, der von Ängstlichkeit, Verunsicherung, Depressivität und weiteren Symptomen begleitet sein kann. Diese wiederum können das Immunsystem schwächen und Krankheiten auslösen. Ist eine Versorgung der Katze zu Hause nicht möglich, sollte man sich vorher unbedingt ein genaues Bild über die Katzenpension, die Haltungs- und Hygienebedingungen machen (Gruppenhaltung – gibt es Einzelzimmer, wenn es zu Streitigkeiten kommt oder ein Tier erkrankt, darf man eigenes Futter mitbringen, wie viel Zeit wird dem Tier täglich individuell gewidmet?). Zudem kann sowohl bei privaten als auch bei offiziellen Pensionen erfragt werden, ob ein Sachkundenachweis nach §11 des Tierschutzgesetzes erbracht wurde. Auf jeden Fall ist eine Tierpension für den Schmusetiger die bessere Wahl, als mit in den Urlaub verreisen zu müssen.

Kleintiere in gewohnter Umgebung lassen

201603 Urlaub3Auch unsere kleinen Freunde – der Fisch im Aquarium, der Hamster, das Chinchilla, das Kaninchen etc. – fühlen sich in ihrer gewohnten Umgebung wohler als auf einer plötzlichen „Weltreise“ in ihrem Käfig zu einem neuen Ort. Nicht alles, was für uns Menschen schick und schön ist, ist auch für das Haustier das Richtige. Ähnlich wie bei der Betreuung von Katzen zu Hause sollten täglich 1–2 Stunden Zeit von einem, dem Tier nach Möglichkeit bekannten Tiersitter aufgebracht werden. Natürlich kann ein Käfig auch schnell in eine andere Wohnung bzw. an einen anderen Ort gebracht werden, doch für das Tier bedeutet ein Umgebungswechsel Stress. Wie bei Katzen sind auch bei Kleintieren alle o. g. Infos wichtig. Fütterungsgewohnheiten, Infos zur Reinigung des Käfigs und der Umgebung, evtl. Freilauf, Schmuseverhalten, Schlaf- und Wachzeiten (je nach Tierart), wie und wo man den Besitzer in einem Notfall erreichen könnte, welcher Tierarzt oder Tierheilpraktiker aufgesucht werden sollte, wenn ein Krankheitsfall auftritt, und ob es bekannte chronische oder akute Krankheiten gibt.

Verreisen mit dem Hund

201603 Urlaub4Für den Hund ist es tatsächlich das Schönste, wenn er zusammen mit seinen Besitzern in den Urlaub fahren darf. Allerdings sollte ein Urlaubsort gewählt werden, an dem dem Hund viel Auslauf geboten werden kann, ein angenehmes Klima herrscht und nach Möglichkeit auch keine stundenlange Anreise nötig ist. Und natürlich reisen Hunde lieber im eigenen bekannten PKW als mit Bahn, Reisebus oder Flugzeug. Bei der Auswahl der Ferienpension unbedingt im Vorfeld darauf achten, dass Hunde willkommen sind, denn nicht in jedem Hotel bzw. in jeder Pension oder Ferienwohnung sind Hunde erlaubt. Doch mittlerweile gibt es sogar schon spezielle Wellness- Hotels für Hund und Herrchen, bei denen der Hund Wellness- Angebote durch einen Hundephysiotherapeuten genießen darf, während Herrchen oder Frauchen sich bei einer eigenen Wellness-Beauty-Behandlung entspannt. Falls ein Auslandsurlaub geplant ist, sollte man sich vorher unbedingt mit den Einreisebedingungen, Unterlagen inkl. der nötigen Impfungen vertraut machen, damit man nicht vor Ort sein blaues Wunder erlebt, wenn der Hund nicht einreisen oder schlimmstenfalls nicht mehr ausreisen darf und im Urlaubsort in Quarantäne muss.

Auch s201603 Urlaub5ollte man sich vor der Abfahrt überlegen, welche Utensilien für den Hund mitgenommen werden müssen. Hierzu zählt auch eine (Notfall-)Reiseapotheke, an die oftmals leider nicht gedacht wird.
Da auch Hunde an Reiseübelkeit leiden können, rate ich, dem Hund ca. 12 Stunden vor der Abfahrt nichts mehr zu fressen zu geben. Wasser aber bitte immer anbieten. Wenn bekannt ist, dass der Hund unter Reiseübelkeit leidet, empfehle ich die Gabe von Nux-Vomica-Globuli D6, 3–5 Stück vor und 2 Mal während der Fahrt. Nach ausreichender Sicherung des Hundes im Auto (z. B. durch eine stabile und geräumige Hundebox) kann die Fahrt losgehen – sollte aber alle 2–3 Stunden unterbrochen werden, damit das Tier sich bewegen und in Ruhe etwas trinken kann. Das Auto sollte nicht zu heiß, aber auch nicht zu kühl gehalten werden. Auch sollte der Hund keiner Zugluft ausgesetzt sein, da er sonst z. B. eine Bindehautentzündung entwickeln könnte. Wenn größere Höhenunterschiede überwunden werden müssen, empfehle ich, dem Hund einen Kauartikel anzubieten, der groß genug ist, um nicht bei abruptem Abbremsen des Autos verschluckt werden zu können. Das Knabbern unterstützt den Druckausgleich im Ohr des Hundes. Nach der Ankunft sollte man dem Hund Zeit geben, sein neues Zuhause zu erkunden und ihm seinen Schlaf- und Fressplatz an einer ruhigen Stelle zurechtmachen.

201603 Urlaub6Befindet sich der Ferienort am Meer, sollte man bedenken, dass es sich beim Meer um Salzwasser handelt und Hunde Salzwasser nicht gewohnt sind. Daher darf der Hund nur möglichst wenig davon trinken, da es sonst zu Magen- Darm-Problemen wie Durchfall und Erbrechen kommen kann. Deshalb dem Hund unbedingt immer ausreichend Trinkwasser anbieten und ihn nach dem Badevergnügen abduschen und bürsten. Beachtet werden sollte auch, dass Hunde durchaus einen Sonnenbrand bekommen können. Daher am Strand immer darauf achten, dass ausreichend Schatten für das Tier vorhanden ist. Nase und Ohren des Hundes können auch mit einer unparfümierten Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor eingecremt werden.
Bei einem Urlaub im Gebirge ist außer auf die Sonne auch darauf zu achten, dass der Bodenuntergrund sehr unterschiedlich ist. Er kann sehr heiß werden, er kann aber auch sehr spitze Steine enthalten, die sich in die sanften Fußballen des Hundes bohren und Verletzungen herbeiführen können. Hier kann eine hochwertige Propolis-Creme helfen. Eine andere Möglichkeit besteht darin, die Pfoten 2 Mal täglich mit Vaseline zu behandeln – vorsorglich, aber auch, um einen natürlichen Schutzfilm auf bereits angegriffene Ballen zu bilden. Falls sich der Hund trotzdem wunde Pfoten gelaufen hat, sollte auf Hundeschutzschuhe aus der Reiseapotheke zurückgegriffen werden. Die heimischen Fütterungsgewohnheiten sollten unbedingt auch im Urlaub eingehalten werden. Köstlichkeiten aus fremden Ländern oder Orten bekommen Hunden meist nicht und führen zu Magen-Darm-Problemen. Für die Ration unterwegs bietet der Fachhandel leicht mitzunehmende, faltbare, platzsparende Näpfe an, die extra für Reisen konzipiert wurden.

In dem Sinne – ab in den Urlaub!

JANINA GEISJANINA GEIS
TIERHEILPRAKTIKERIN
MOBILE TIERHEILPRAXIS IN WÜRZBURG


TÄTIGKEITSSCHWERPUNKTE

  • Ernährungsberatung von Hund und Katze
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  • Tierbetreuung

KONTAKT

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Checkliste für das Verreisen mit Hund

DAS MUSS MIT

  • Heimtier-Ausweis
  • Hunde-Haftpflichtversicherungsunterlagen
  • Sicherheitsgurt bzw. Transportbox
  • Das gewohnte Futter in ausreichenden Mengen
  • Leckerlis, Snacks, Kauartikel
  • Fress- und Trinknapf, Hundetrinkflasche oder faltbare Näpfe, sodass bei der Autofahrt und bei Ausflügen immer gesichert ist, dass der Hund ausreichend zu trinken erhält
  • Leine, Halsband, Geschirr, Schleppleine
  • Namensschild inkl. vollständiger Heimatdresse mit Handynummer
  • Zusätzlich z. B. eine Hülse, in die man die Urlaubsadresse und eine dort zu erreichende Telefonnummer angibt
  • Hundekörbchen/Decke (gewohnter Schlafplatz von zu Hause)
  • Notwendige Pflegeutensilien (Kamm, Bürste, Zeckenzange, Krallenschere, Flohkamm, evtl. Shampoo)
  • Hundeschutzschuhe bei Bedarf
  • Lieblingsspielzeug
  • Hundekotbeutel
  • Hundehandtuch

REISEAPOTHEKE UND GESUNDHEIT

  • Ortsspezifische Impfvorschriften frühzeitig prüfen (eine mindestens vierwöchig zurückliegende Tollwutimpfung ist oft Vorschrift)
  • Landesspezifische Gesundheitsgefahren erfragen (Herzwurm, Leishmaniose etc.) und Vorsorge treffen
  • Zecken- und Mückenprophylaxe
  • Unparfümierte Sonnencreme
  • Wundcreme, Vaseline
  • Nux-Vomica-Globuli (vielfach einsetzbar)
  • Rescue-Tropfen von Bach
  • Wenn nötig, eigene Medizin in ausreichender Menge
  • Kohletabletten gegen Durchfall
  • Desinfektionsmittel, Verbandsmaterial
  • Kolloidales Silber (natürliches Antibiotikum, vielseitig einsetzbar)

AM URLAUBSORT (BESSER SCHON VORHER CHECKEN)

  • Adresse von Tierarzt/Tierklinik mit sprachlicher Verständigungsmöglichkeit heraussuchen
  • Landes- und ortspezifische Vorschriften für Hundehaltung abklären (Leinenpflicht, Badeverbot, Transport im Auto etc.)
  • Hundestrand und Freilaufzonen abklären

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