Nahrungs- und Futterergänzung bei Gelenkerkrankungen

PHYTOTHERAPIE


Viele Patienten, die in die Praxis gebracht werden, haben bereits eine Antibiotika- und Kortisonkarriere hinter sich. Deshalb ist es wichtig, die Tiere zu entgiften, damit sie ihr inneres Gleichgewicht wiederfinden. Die Entgiftung muss jedoch in dieser Situation mit besonderem Feingefühl durchgeführt werden. Zur Anregung der Leber und Ausleitung über den Darm gehören unbedingt die Erhöhung der Harnmenge und die Durchspülung der Nieren. Bei Gelenkerkrankungen muss immer dafür gesorgt werden, dass der Organismus ausreichend mit Wasser versorgt ist. Ältere Tiere trinken oft zu wenig, dann entzieht der Körper Flüssigkeit aus den Gelenken, besonders bei Tieren, die überwiegend mit Trockenfutter ernährt werden. Die Phytotherapie bietet viele Möglichkeiten, Tiere schmerztherapeutisch zu unterstützen und ihre Beweglichkeit zu verbessern.

Weidenrinde – Salix alba, Salix spec. Cortex Salices

Foto: LianeM - FotoliaWeidenrinde wirkt schmerzlindernd, entzündungshemmend und fiebersenkend. Der Hauptwirkstoff des Weidenrindenextraktes ist das Salicin, das zur Gruppe der Polyphenole gehört. Der Organismus verarbeitet Salicin zu Salicylsäure, dem eigentlich aktiven Wirkstoff. Die Wirkung der Weidenrinde beruht darauf, dass die Salicylsäure im Körper die Entstehung des Prostaglandins hemmt, welches als Schmerzbotenstoff das Schmerzempfinden verstärkt. Außerdem verbessert die Weidenrinde die Durchblutung der Kapillargefäße, was dazu führt, dass entzündungshemmende und schmerzlindernde Stoffe besser an ihre Zielorte transportiert und dabei gleichzeitig auch Stoffwechselprodukte abtransportiert werden können.
Dosierung je nach Konstitution des Tieres 

Mädesüß – Filipendula ulmaria

Foto: unpict - FotoliaMädesüß enthält Salicylate, Flavonoide, Gerbsäuren, ätherische Öle und Zitronensäure. Man gibt Mädesüß gern und mit gutem Erfolge bei Gicht und rheumatischen Erkrankungen, die häufig mit Herzleiden und unregelmäßigem Puls verbunden sind, aber auch als Aquaretikum bei Blasen- und Nierenleiden.
Sehr bewährt hat sich die Kombination von Weidenrinde mit Mädesüß, 1:1 gemischt.
Pferde verdauen Mädesüß im vorderen Darmbereich, im hinteren wird die Weidenrinde aufgeschlossen, sodass eine lang anhaltende Wirkung erreicht wird.
Dosierung: Hunde: 3-5 g als Kraut oder Abkochung, Pferde: 20-50 g als Kraut.

Teufelskralle – Harpagophytum procumbens

Foto: Rau - FotoliaWichtigster Wirkstoff der Teufelskralle ist das Harpagosid, ein Iridoidglykosid, das zu den Bitterstoffen gezählt wird. Das Harpagosid befindet sich hauptsächlich in den Seitenwurzeln der Pflanze. Diese bis zu 600 g schweren Sekundärwurzeln werden aus einer Tiefe bis zu zwei Metern ausgegraben.
Die Teufelskralle und ihre Zubereitungen wirken entzündungshemmend und schmerzlindernd. Sie hilft der Gelenkmatrix sich wieder zu glätten und ermöglicht geschmeidigere Bewegungen bei Arthrose und Rheuma. Die schmerzlindernde Wirkung setzt laut Literatur erst nach zwei- bis vierwöchiger Anwendung ein. Meinen Erfahrungen nach wirkt die Teufelskralle bei Pflanzenfressern bereits nach ein bis drei Tagen. Sie eignet sich insbesondere zur Anwendung bei Arthrose und Hufrehe, aber auch bei anderen Hufbehandlungen.
Dosierung: Hunde: 1-2 g als Pulver, Pferde: 10-20 g geschnitten, als Kur für sechs bis zehn Wochen.
Es ist ratsam, parallel mit Birke, Brennnessel oder Schachtelhalm die Nieren anzuregen.

Indischer Weihrauch – Boswellia serrata

Foto: hjschneider - FotoliaDas Harz des Weihrauchbaumes enthält neben ätherischen Ölen oder Gerbstoffen auch 5 - 8 Prozent der Boswellia-Säuren. Forscher haben herausgefunden, dass diese Substanzen Entzündungsreaktionen stoppen. Bei vielen Entzündungskrankheiten werden von einem Enzym Leukotriene gebildet, die Entzündungen und damit auch Schmerzen chronifizieren können. Die Boswellia-Säuren des indischen Weihrauchs hemmen die Bildung der Leukotriene und können sogar Kortison ersetzen oder den Einsatz von Kortison zumindest reduzieren. Boswellia-Säuren hemmen die Entzündungsprozesse ähnlich wie Kortison. Die Nieren funktionieren weiter normal, der Körper wird nicht aufgeschwemmt.
Dosierung: Hunde bekommen 1-3 Kapseln täglich, das sind ca. 0,5-1,5 g, Pferde 3 x 3 Kapseln oder 10-20 g Pulver.

Hagebutte – Rosa canina

Foto: ShutterstockDie Hagebutte enthält mehr Vitamin C als die vergleichbare Menge Zitrone: In 100 g frischen Hagebutten sind 400 - 500 mg Vitamin C. Auch in den getrockneten Früchten ist es nicht viel weniger, denn das natürliche Vitamin C der Hagebutte ist sehr stabil und wird vom Organismus sehr gut aufgenommen. Vitamin C ist u. a. an der Synthese von Kollagen beteiligt. Vor allem Sehnen, Bänder und Knochen bestehen daraus, was auf die Bedeutung der Hagebutte bei Gelenkproblemen hinweist. Dazu enthält sie ein Galaktolipid (GOPO), das bei Gelenkschmerzen und Arthrose die Schmerzempfindlichkeit reduziert und die Geschmeidigkeit der Bewegung verbessert. GOPO hemmt das Einwandern der weißen Blutkörperchen (Leukozyten) in den entzündeten Bereich, wodurch Entzündungen reduziert und der gesunde Gelenkknorpel geschützt
wird. Schmerzen werden deutlich gelindert und die Beweglichkeit verbessert.
Galaktolipide sind damit eine wirksame Hilfe für viele arthritische Tiere und auch ihre Halter.

Foto: Schwarzl - FotoliaArnika – Arnica montana

Der Extrakt aus Arnika enthält den Hauptwirkstoff Sesquiterpenlaktone, eine Gruppe, die häufig in Korbblütlern vorkommt und zu den Terpenen zählt. Diese Wirkstoffe der Arnika können tief in die Hautschichten eindringen und sich an den entzündeten Stellen anreichern. Frau Prof. Ingrid Merfort von der Universität Freiburg sagt zum Hauptwirkstoff: „Die Sesquiterpenlaktone greifen frühzeitig in das Entzündungsgeschehen ein, wobei sie die Bildung der Entzündungsmediatoren nicht komplett unterdrücken, sondern in deren Synthese eingreifen und überschießende Reaktionen regulieren.“
Andere Inhaltstoffe der Arnikapflanze machen die Haut durchlässig und helfen den Sesquiterpenlaktonen an ihren Wirkungsort zu gelangen.

Foto: Schwarzl - FotoliaVorsicht: Arnika sollte nur äußerlich angewendet werden. Tinkturen nicht unverdünnt und auch nicht längere Zeit auf verletzte Hautstellen auftragen!

MANFRED HESSEL MANFRED HESSEL
DIPLOM-ÖKOLOGE AUS WALTROP
ENTWICKELT, PRODUZIERT UND VERTREIBT ERGÄNZUNGSFUTTER UND KRÄUTERMISCHUNGEN FÜR PFERDE UND HUNDE
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  • Phytotherapie mit speziellen, der Natur abgeschauten Mischungen

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