Hundekommunikation: Der Ton macht die Musik

Sei höflich zu deinem Hund! 

THP 2 20 Final klein Page52 Image1Die Zeiten, in denen ein Hundehalter ohne Wenn und Aber der „Herr“ für seinen Hund war, sind entschieden vorbei. Auch die Zeiten des Hofhundes, der den ganzen Tag und auch nachts draußen auf  dem Bauernhof wachte und lediglich im Winter zu den Kühen oder Schweinen in den Stall gesperrt  wurde, sind vorüber. Der sog. Straßenköter, der sich in der Stadt oder auf dem Land allein durchs Leben  schlägt, ist ebenso in den westlich-zivilisierten Ländern von der Bildfläche verschwunden.
Heute sind Hunde und ihre Menschen Freunde. Sie sind stark miteinander verbunden und bilden ein  Team. Die strenge Dominanz des Menschen hat sich im Zusammenleben von Mensch und Hund aufgelöst. Wir sprechen freundlich mit unseren Hunden, auch in unseren klaren Anweisungen für unsere Vierbeiner – der einst strenge Befehlston hat einem höflichen Umgangston Platz gemacht. Dies  zeugt von mehr Achtsamkeit im täglichen Umgang mit den Wesen, die unsere treuesten Lebensbegleiter sind.

Hundekommunikation mal anders

THP 2 20 Final klein Page53 Image2Ein Buch, das mich innerlich sehr erreicht und bewegt hat, ist „Sei höflich zu deinem Hund!“ von Masih Samin.
Der Autor ist Hundeverhaltenstherapeut und kein Hundecoach à la Martin Rütter oder Cesar Millan, die Hundehaltern Tipps und Ratschläge für ihre Hundeerziehung geben. Samin ist ein Mensch, der von Kindesbeinen an mit Hunden gelebt hat und heute Hundehaltern dabei hilft, das natürliche Verhalten ihrer Hunde besser zu verstehen. Denn fast jedes Problem zwischen Mensch und Hund ist eine Art „Rassenkonflikt“: Der Mensch versteht nicht, was sein Hund ihm sagen und zum Ausdruck bringen möchte.

THP 2 20 Final klein Page52 Image2Masih Samin unterstützt bundesweit Hundehalter, deren Kommunikation mit ihrem Hund nicht funktioniert, und macht ihnen bewusst, warum das so ist und wie man lernt, die Sprache seines Hundes zu interpretieren – denn grundsätzlich sprechen wir alle die gleiche Sprache. Wenn wir Menschen einfach gelöster wären, mehr in unsere Natur vertrauten und unser überdimensioniertes Kopfzentrum effektiver zur Ruhe bringen könnten, wäre es überhaupt kein Problem, zu wissen, was unsere Hunde im Alltag uns mitteilen möchten. Die alltägliche Wahrheit jedoch ist, dass sich Menschen untereinander kopfbedingt meist auch nicht gut verstehen und ein Mensch einem anderen sehr häufig geistig und inhaltlich nicht folgen kann.

Dies ist in meinen Augen eine der Ursachen, die peu à peu dazu geführt haben, dass wir heutzutage viel mehr Hunde um uns haben als in frü- heren Jahren. Es sind wir Menschen, die letztlich nicht mehr weiterwissen. Wir verbringen beruflich und privat so viel Zeit vor einem Computer oder mit unserem Handy, dass sich unsere Gehirnstrukturen verändert haben. Allseits erreichbar zu sein, egal zu welcher Uhrzeit, im Urlaub oder nach Feierabend, ist heutzutage Standard. Unser Empfinden verändert sich, wenn wir allseits erreichbar sind, kaum Pausen machen und uns nur selten draußen in der freien Natur bewegen. Wir bewundern schöne Blumenwiesen nur noch im Internet oder in sozialen Netzwerken, anstatt hinauszugehen in die Natur, um mit all unseren Sinnen die Pracht dieser Blumenwiesen zu genießen.
Durch all diese kleinen, aber fatalen Rückschritte – denn als Fortschritt lässt sich das wirklich nicht bezeichnen! – die wir Menschen mit Hilfe all der technischen Möglichkeiten machen, weicht die emotionale Ebene in uns immer mehr zurück.
Nun sind wir aber auf den Hund gekommen, um über ihn auszugleichen, was uns abhanden kam. Nur mangelt es uns leider oft an Feingefühl, um eine gelungene Kommunikation mit unseren Tieren aufzubauen. Wenn wir Menschen einander schon oft nicht verstehen können, wie sollen wir dann unsere Hunde verstehen?
Wir besuchen Hundeschulen, um unseren Vierbeinern Benehmen beizubringen, sie zu sozialisieren, ohne sie zu verstehen. Daher sind Menschen, die uns das Verständnis für unsere Hunde und die Kommunikation mit ihnen beibringen, immer mehr gefragt.

Gerade die Kommunikation ist ein wichtiges Thema für uns Menschen geworden, insbesondere die Tierkommunikation, die für einen lebendigen Austausch im Zusammenleben zwischen Mensch und Hund sorgt. Ein freundlicher Umgangston sollte nicht nur zu unserem Alltag gehören, sondern auch zur Kommunikation mit unserem Hund. Wir sollten uns das Tier nicht zum Untertan machen, denn es ist ein Mitgeschöpf und so will es auch empfunden werden.
Denken wir an unseren Umgang mit unseren Hunden, sollten wir kurz innehalten, um über uns selbst nachzudenken. Der Hund gilt als der beste und engste Freund des Menschen. Er begleitet uns viele Jahre durchs Leben, wir jedoch begleiten ihn durch sein ganzes Leben.
Es ist an der Zeit, dass wir uns und unseren Umgangston beobachten und daran arbeiten, denn Höflichkeit tut nicht weh. Das Buch von Masih Samin kann uns eine Hilfe sein und ist daher eine Empfehlung wert.

ANDREA LIPPERTANDREA LIPPERT

HEILPRAKTIKERIN
PRAXIS IN BAD SEGEBERG

 

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