Blasenerkrankung bei der Katze – Teil 2

Foto:maginando – AdobeWenn wir  die Traditionelle  Chinesische  Medizin  – TCM  bzw. TCV(für vet)M  – verstehen wollen,  so  müssen wir uns den Körper mit seinen Funktionen wie eine Landschaft vorstellen. Insgesamt gibt  es in der TCM fünf Elemente: Wasser, Holz, Feuer, Erde und Metall. Die Blase und die Nieren werden  dem Element Wasser zugeordnet.

Wasser kann sich als ein klarer, ruhiger See darstellen. Sanft wird die Wasseroberfläche bewegt. Dieser See besitzt sowohl Zuflüsse als auch Abflüsse in Form von Bächen.
Wasser kann sich aber auch als ein tosendes, aufbrausendes Meer darstellen, das alles verschlingt. Zusätzlich gibt es noch die Variante, dass zwar ein See vorhanden ist, sein Abfluss aber durch einen umgefallenen Baum blockiert wird. Dadurch sickert nur ein kleines Rinnsal durch den Bachlauf und kann die Natur nicht ausreichend mit Wasser versorgen. Durch den fehlenden Ablauf staut sich der Zulauf an und der Wasserspiegel im See steigt. Dies sorgt dafür, dass der Bachlauf seinen Charakter verliert. Wird der Baum nicht beseitigt, kommt es auf Dauer zur Verstopfung.

Was hat dies nun mit der Harnblase zu tun?

Dieses Bild des Sees können wir auf die Symptome von Harnblasenerkrankungen übertragen: Schwellungen, Aufblähungen, heftige Schmerzen, Schwierigkeiten beim Wasserlassen und schreckliche Ängste hängen mit der gestörten Funktion der Harnblase zusammen.

Wie funktioniert die Blase aus Sicht der TCM ?

THP 2 19 Page13 Image1In der Traditionellen Chinesischen Medizin beschreibt man die Blase als den Beamten, der die Entsorgung des flüssigen Abfalls organisiert. Die Blase ist an die Funktion der Nieren gekoppelt und hilft, die „vitale Essenz“ zu speichern. Sie ist lebensnotwendig, da sonst der Körper vergiftet. Außerdem muss die Blase sehr flexibel sein und mal viel, mal wenig Flüssigkeit aufnehmen. Auch Angst, Depressionen und Überforderung entstammen der Blase. Ein Lebewesen mit einer Störung im Wasserelement zeigt die Unfähigkeit, sich anzupassen.

Wie wird in der TCM diagnostiziert?

Die Tageszeit des Wasserelementes ist 15 – 19 Uhr. Die Blase hat dabei den Zeitraum 15 – 17 Uhr, die Nieren 17 – 19 Uhr. Eine Störung dieser Organe würde also in diesem Zeitfenster besonders auffallen. Symptome sind Mü- digkeit, Schlaffheit, Empfindlichkeit, Unruhe und besonders häufige (Katzen-)Toilettengänge. Aber auch die gegenteiligen Verhaltensmuster wie besondere Vitalität, hohe Konzentrationsfähigkeit und Fitness in diesem Zeitfenster lassen Rückschlüsse auf eine Störung im Wasserelement (Blase/Nieren) zu.

THP 2 19 Page14 Image2Das Wasserelement wird dem Winter zugeordnet. Symptome sind dann in dieser Jahreszeit und bei kaltem Wetter besonders heftig.

Zusätzlich achtet man in der TCM auch auf die Farbe und den Geruch der Absonderungen:
Gelb = Hitze = Bakterien
Weiß = Kälte = Viren
Gerüche = faulig, modrig, fischig, süß, sauer oder verbrannt
Diesen Geruch können wir häufig an Ohren, Haut und Maul feststellen.
Wenn ein Tierarzt Steine in Nieren oder Blase diagnostiziert hat, können wir als TCM-Therapeut Rückschlüsse zu Vergiftungen im Körper ziehen. Denn der Körper bindet in Steinen Giftstoffe, um sich vor diesen zu schützen.

Auch der Puls zeigt uns an, wie es im Körper gerade aussieht:
Schwacher Puls = Mangel an Energie
Klopfender Puls = gestaute Energie
Und die Farbe der Schleimhäute ist sehr hilfreich beim Diagnostizieren:
Blasse Schleimhäute = wenig Energie, Blutstagnation, mangelnder Blutfluss
Rote Schleimhäute = Hitzesymptom, Zeichen von Fülle

Wie behandelt der TCM-Therapeut eine Blasenerkrankung?

Das hängt von der Heftigkeit der Symptome ab. Ein Notfall gehört in eine Tierklinik! Ansonsten erkennt der TCM-Therapeut die Symptome, wertet diese aus und erstellt daraus seinen Therapieplan.
Die Behandlung kann aus mehreren Akupunktursitzungen bestehen, aus Kräutergaben und homöopathischen Zusammenstellungen. Dies hängt von den Zusatzausbildungen und Schwerpunkten des Therapeuten ab.

JESSIKA HAEFNERJESSIKA HAEFNER
TIERHEILPRAKTIKERIN
MASSAGETHERAPEUTIN
ENTSPANNUNGSTRAINERIN MIT MOBILER PRAXIS

TÄTIGKEITSSCHWERPUNKTE

  • Akupunktur
  • Tiefenentspannung
  • Aromatherapie
  • Homöopathie
  • Phytotherapie
  • Blutegeltherapie

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Fotos: maginando – Adobe, Grigorita Ko – Adobe

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