Der Single und sein Hund: Gedanken vom tier-menschlichen Diwan

201702 Single1Letztens saß ich mit meiner Bekannten, Single, Mitte 40 und berufstätig wie ich, in einem angesagten  Trend-Restaurant. Ich freute mich, da wir schon mehrmals vergeblich versucht hatten, ein Treffen zu koordinieren. Am Tisch gegenüber saß eine gepflegte Frau etwa gleichen Alters alleine auf einem Zweiersofa. Zunächst vermuteten wir die Begleitperson auf der Toilette, doch da sich niemand dazugesellte, wurde schnell klar, dass die Frau alleine das Restaurant besuchte. 
Einige Zeit später bemerkten wir einen Hund unter dem Tisch der Frau, der völlig ruhig und entspannt die Zeit im Restaurant zu genießen schien. Er bettelte nicht, als sie aß, und hin und wieder kommunizierte unsere Tischnachbarin mit ihm und nahm Berührungs- und Blickkontakt mit ihm auf. Zwischen den Gängen  las sie Nachrichten auf ihrem Handy. Der Rest des Restaurants beachtete das Duo nicht. Für alle war alles  ganz normal. Der Hund als Sozialpartner. Das hilft vielen Menschen offenbar aus der Isolation, in der auch  meine Bekannte so lange ohne Ausweg steckte. Unsere Gesellschaft scheint derartige Situationen offensichtlich völlig problemlos zu respektieren. 

201702 Single2Wenn ich nun darüber reflektiere, fällt mir ein, wie oft mir beim Spaziergang um den Dorfsee Spaziergänger mit Hund begegnen, deren  Blick dann automatisch das Gebüsch durchscannen, auf der Suche nach dem Hund, der mich begleiten müsste. Da  ich aber ohne Hund spazieren gehe, sehe ich dann  ihre Verwirrung, wenn ich die Situation aufkläre.  Vielleicht sollte ich das nächste Mal einfach eine Hundeleine mitnehmen? Sicher kommt man dann schnell mit „anderen“ Hundebesitzern ins Gespräch. Also habe ich es ausprobiert – und cool, es hat funktioniert!

An einem anderen Tag saß ich dann bei schönstem Sonnenuntergang auf einer Bank bei den Meerterrassen – alleine und ohne Hundeleine. Viele Paare  und auch Singles waren unterwegs, aber nicht alleine, sondern mit Hund. Völlig entspannt spazierten sie. Plötzlich sah  ich einen Single allein am Ufer sitzen, hochgewachsen und attraktiv, ohne Hund  und ohne Leine! Er beobachtete mich und ich beobachtete ihn. Die Sonne ging  unter und das Abendrot beleuchtete den Himmel. Der Single schickte seinen  Blick immer mal wieder in meine Richtung, und als er schließlich ging, zwickte  ich mich ins Bein und dachte „Was für ein Jammer!“. Mit Hund oder ersatzweise  nur mit Leine hätten wir beide sicher ganz locker aufeinander zugehen können  oder die Hunde hätten das für uns erledigt, und schon wären wir ins Gespräch gekommen. 

Gerade für Singles ist ein Hund ein idealer Partner gegen Einsamkeit und Isolation, und um neue Kontakte zu knüpfen. Aber wie soll man es voll berufstätig  arrangieren, einen Hund zu halten, wenn man keine Zeit für die täglichen Gassirunden hat? Ich habe lange und ernsthaft darüber nachgedacht und mit einem Dogwalker Kontakt aufgenommen, der auf Gut Rosenbraken die Ausbildung zum Hundetrainer absolviert und sich selbstständig gemacht hat. Ich habe ihn interviewt und freue mich, Ihnen Lars, den Dogwalker in diesem Magazin vorstellen zu dürfen. 

Für Tierheilpraktiker/innen empfiehlt sich auch die Fachqualifikation z. Single- Berater/in, angeboten an den Paracelsus Schulen Düsseldorf und Hannover. Infos auf www.paracelsus.de.

Liebe Leserinnen und Leser,
ich wünsche Ihnen einen wunderschönen Frühling mit vielen schönen Spaziergängen mit Ihrem Hund oder dem Traum von Ihrem zukünftigen Hund!
Ihre Monika Heike Schmalstieg

Fotos: ©, Argus – Fotolia, Privat, Fotolia

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