Verhaltensstörungen bei Katzen

Was sind die Ursachen? Was kann man tun?

Fotos: © Tom Wang – FotoliaDie Menschen züchten seit Jahrtausenden Katzen, somit sind diese in der ganzen Welt verbreitet. Nach aktuellen Schätzungen werden weltweit ca. 200 Millionen Hauskatzen gehalten, davon 12,3 Millionen alleine in deutschen Haushalten.  Katzen haben damit den Hund als beliebtestes Haustier schon lange abgelöst. Viele Katzenliebhaber wissen die heilenden Kräfte ihrer Stubentiger sehr zu schätzen.

Durch die Veränderungen im Zusammenleben mit unseren Katzen in der heutigen Gesellschaft leidet deren Psyche, was die Tiere durch unerwünschtes Verhalten zeigen. Bei auftretenden Verhaltensauffälligkeiten wird die Beziehung zwischen Halter und Katze auf die Probe gestellt.

Veränderung der Lebensbedingungen

Früher hatten Katzen auf den Höfen, auf denen sie sesshaft waren, die Aufgabe, Mäuse zu fangen. Die Erkenntlichkeit dafür waren die sicheren Ressourcen sowie gesichertes Revier und selbstbestimmter Freigang. Heute leben diese freiheitsliebenden Tiere angepasst an den Tagesablauf ihrer Halter, bestimmt von Regeln in dessen Haushalt und zum Teil ohne Freigang bzw. ohne jegliche Möglichkeit, mit der Außenwelt in Berührung zu kommen. Seit den 1950er-Jahren, als Katzenstreu und Katzentoiletten erfunden worden sind und Menschen verstärkt in Städten oder im städtischen Umfeld lebten, nahm die reine Wohnungshaltung kontinuierlich zu. In den USA leben 80% aller Katzen in Wohnungen. Für Deutschland gibt es im Moment keine aktuellen Zahlen.

Verhaltensauffälligkeiten

201702 Verhalten2Durch die veränderten Lebensbedingungen traten bei Katzen Verhaltensauffälligkeiten auf. Zwischenzeitlich kennt man ausreichend Gründe für diese Verhaltensprobleme und kann gezielt und erfolgreich mit den Tieren arbeiten. Der erste Ansatz, wenn bei Katzen Verhaltensprobleme auftreten und eine körperliche Ursache für die Störung ausgeschlossen werden kann, ist das sofortige Aufsuchen einer professionellen Hilfe. Viele Halter dulden das unerwünschte Verhalten viel zu lange, bevor sie sich helfen lassen. Meist haben die Probleme dann bereits ihr Maximum erreicht, sodass sich die Suche nach der Ursache immer schwieriger gestaltet und eine langwierige Therapie bevorsteht. Aus Verzweiflung wurden dann oftmals auch schon viele gute Ratschläge aus dem Bekanntenkreis oder Internet erfolglos ausprobiert.
Um Verhaltensstörungen von normalem Katzenverhalten unterscheiden zu können, bedarf es sehr viel Wissen über katzentypisches Verhalten, zu dem u.a. Kratzen oder das Leerräumen von Fensterbänken gehören. Dann darf die Katze nicht bestraft werden, sondern es müssen vielmehr die Rahmenbedingungen im Haushalt entsprechend den natürlichen Bedürfnissen der Katze verändert werden.
Die Gründe für Verhaltensstörungen werden u.a. aus Unwissen über die artspezifischen Bedürfnisse der Katze von den Haltern selbst hervorgerufen. Dadurch sind die Tiere in ihrem Alltag unterfordert und gelangweilt. Des Weiteren kann es natürlich sein, dass zu viele Veränderungen ihres Lebensumfeldes die Tiere maßlos überfordern. In einem Haushalt mit mehreren Tieren ist es vorstellbar, dass jeder „Bewohner“ sowohl ein Teil des Problems als auch ein Teil der Lösung sein kann.
In den meisten Fällen sind es tatsächlich die Hauskatzen, die unerwünschtes Verhalten in den eigenen vier Wänden entwickeln. Es ist durchaus möglich, eine Katze als reine Wohnungskatze artgerecht zu halten; es bedarf jedoch sehr viel spezifischen Wissens und Kompromisse zur Umgebungsgestaltung dieser Tiere seitens des Besitzers. Viele reine Wohnungskatzen leben nicht unter optimalen Haltebedingungen, ohne mögliche Anzeichen dafür zu zeigen. Aus diesem Grund ist es für viele Halter schwierig, nachzuvollziehen, dass die angebotene Katzentoilette nicht optimal sein sollte und die Katze sich, wohlgemerkt aus ihrer eigenen Sicht, plötzlich dazu entscheidet, diese nicht mehr zu benutzen, obwohl sie dies doch jahrelang getan hat. Katzen sind Gewohnheitstiere, aber es wäre schlicht falsch zu glauben, dass die nicht optimalen Haltungsbedingungen von einer Katze bis an ihr Lebensende akzeptiert werden.

201702 Verhalten3Probleme entwickeln sich schleichend

Ein Verhaltensproblem ist in den meisten Fällen für den Halter zunächst nicht sichtbar, es zeigt sich häufig erst in Verbindung mit zusätzlichem Stress. Stress ist ein wichtiger krankmachender Faktor nicht nur in unserem Leben, sondern auch einer der Hauptauslöser für Verhaltensprobleme bei unseren Tieren. Vielen Haltern erscheint es fast schon absurd, dass ihre Katze gestresst sein könnte. Oft sieht man den Katzen ihren Stress nicht an, bemerkt aber minimale Veränderungen im Alltag.

Stress bei Katzen kann u.a. durch folgende Faktoren ausgelöst werden:

  • Umzug, Urlaub, Verlust der Bezugsperson, neues tierisches oder menschliches Familienmitglied, neues Katzenklo, neues Katzenstreu, neue Möbel im Haus, Renovierungsarbeiten im Haus
  • Erkrankung, akute oder chronische Schmerzen, Anspannung in der menschlichen Familie
  • Probleme im Mehrkatzenhaushalt, fremde Katzen in unmittelbarer Nachbarschaft oder im Gartenrevier
  • Langeweile und Unterforderung

Katzen sind hochintelligente Wesen. Jegliche Form von Bestrafungen ist sinnlos und kontraproduktiv. Vielmehr muss man daran arbeiten, die Katze von der Lösung des Problems zu überzeugen und ihr diese als sinnvoll zu vermitteln. Katzen wollen ihre Halter nicht ärgern, wenn sie z.B. urinieren oder koten. Vielmehr ist es die Absicht der Katze, ihre Halter auf das für sie vorhandene Problem aufmerksam zu machen.
Oft lassen sich Verhaltensweisen einfach durch Verständnis, Geduld, Liebe und Zuwendung – unterstützt von einer konsequenten Umsetzung von Therapieansätzen und durch die Zusammenarbeit zwischen Tierhalter und Therapeut – lösen.

ELENA MALIZKIELENA MALIZKI

HUNDEFRISEURIN, TIERAKUPUNKTEURIN
TIERHEILPRAXIS UND HUNDEFRISEURSALON IN EITERFELD

 

TÄTIGKEITSSCHWERPUNKTE

  • Hundefriseurin
  • Tierakupunktur
  • Dozentin an den Paracelsus Schulen

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