ERNÄHRUNG: So funktioniert BARFen

Foto: Werkmann - FotoliaWIE BERECHNE ICH DEN FETTGEHALT?

Während eine stark kohlenhydratreiche Fütterung für den gesunden Hund gesundheitsschädigend ist, wird hingegen Fett in sehr großen Mengen gut verwertet. Bis zu 10 Gramm Fett pro Kilogramm Lebendgewicht haben keinen nachteiligen Einfluss und steigern auch nicht das Risiko einer Pankreatits. Fett liefert wesentlich mehr Energie als Kohlenhydrate: 1 g Fett ≅ 9,3 kcal, 1 g Kohlenhydrat ≅ 4,1 kcal.

Woran erkenne ich einen Fettmangel?

Die im Fleisch enthaltenen essenziellen Fettsäuren kann der Hund nicht selbst bilden. Er ist auf ausreichende Versorgung durch die Ernährung angewiesen. Ein Mangel an essenziellen Fettsäuren kann zu Wachstums- und Fortpflanzungsstörungen führen. Es zeigen sich trockenes Fell, schuppige Haut und schlechtere Wundheilung, was wiederum zur Folge haben kann, dass die Haut anfälliger für bakterielle Entzündungen wird und sich Ekzeme bilden. Besonders bei der Entwicklung von Welpen kann ein Mangel starken Einfluss auf die Entwicklung des Nervensystems, des Gehirns, des Sehvermögens, die Fruchtbarkeit, den Hautzustand und ein intaktes Immunsystem haben.
Dies erklärt auch, warum Linolsäure und deren Abkömmlinge oft bei Allergien oder allgemein bei Hauterkrankungen empfohlen werden. Sie haben eine entzündungshemmende Wirkung.

OMEGA-3-FETTSÄUREN SIND201502 Barfen3

  • Alpha-Linolensäure (ALA)
  • Eicosapentaensäure (EPA)
  • Docosahexaensäure (DHA)

OMEGA-6-FETTSÄUREN SIND

  • Linolsäure
  • Gamma-Linolensäure
  • Dihomogammalinolensäure
  • Arachidonsäure

Zu beachten ist, dass ein Verhältnis von Omega-3-Fettsäuren zu Omega- 6-Fettsäuren von 1 : 5 erreicht werden soll, da sich erst dann entzündungsfördernde und -hemmende Einflüsse im Gleichgewicht halten.

201502 Barfen2Fettgehalte im Fleisch

In den letzten 50 Jahren hat ein zunehmendes Schlankheitsbewusstsein der Menschen zu einer verstärkten Nachfrage nach fettarmem Fleisch geführt. Durch veränderte Zuchtstandards und Fütterung der fleischliefernden Tiere wurde der Fettanteil zugunsten des Muskelfleisches reduziert. Bei Geflügel z. B. liegt das Fettgewebe unter der Haut und reine Muskelpartien sind recht mager. Je nach Hunderasse, Alter, BCS, Größe und Leistung wird der Fettbedarf individuell berechnet. Erkrankungen der Haut, des Pankreas und auch Stoffwechselbeeinträchtigungen aller Art müssen berücksichtigt werden.

Praxis

Beispiel Hund: 12 kg LM (Lebendmasse) Hund, adult, gesund. Der allgemeine Bedarf an Futtermenge beträgt 350 g (das sind knapp 3 Prozent der Lebendmasse). Dieser Hund hat laut NRC 2006 einen Fettbedarf von 1,8 g / kg LM.
Der Rechenweg zur Ermittlung der Bedarfsmenge Fett in Gramm hierzu lautet: 12 x 1,8 g = 21,6 g.

201502 Barfen4Rindermuskelfleisch enthält laut Tabelle durchschnittlich 8,5 % Fett.
Rechenweg zur Ermittlung der im Fleisch enthaltenden Fettmenge in Gramm lautet: 350/100 x 8,5 = 29,75 g Fett (ist im 350 g Rindermuskelfleisch enthalten).

Die Obergrenze der tolerierbaren Fettmenge des Bedafs eines Hundes liegt bei 10,8 g / kg LM.

Grundsätzlich kann man sagen, dass Fleisch mit einem 6,17 prozentigem Fettgehalt rein rechnerisch optimal ist. Und genauso grundsätzlich muss man sagen, dass man bei der Beurteilung der richtigen Fettgehalte der Tagesfuttermenge für den jeweiligen Hund die Beobachtung des Gewichts sowie die Energieeinschätzung des Besitzers beachten muss. Eine Studie der Universität München hat ergeben, dass Hundebesitzer ein gutes Feingefühl für die Energiebedürfnisse ihres Tieres haben. An zweiter Stelle stehen Pferdebesitzer und an dritter Stelle Katzenbesitzer.

ADRIANA LUDEWIG
TIERHEILPRAKTIKERIN FÜR PFERD & HUND
GRÜNDERIN LIBRA EQUINUS
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