5-Elemente-Ernährung für Hund und Katze

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Die 5-Elemente-Ernährung ist ein Teilgebiet der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) und beruht beim Menschen auf einer 2000 Jahre alten Erfahrungsmedizin. Die Philosophie der TCM setzt in erster Linie auf Gesundhaltung und erst in zweiter Linie auf Krankheitsbekämpfung. Ziel ist es, die Ursprungsenergie, mit der jedes Lebewesen auf die Welt kommt, zu pflegen und zu ergänzen. Dabei spielt die Ernährung eine herausragende Rolle, denn aus der Nahrung bildet der Körper die vitalen Substanzen Qi (chinesisch für Energie), Blut und Körperflüssigkeiten.


In der Tierwelt ist die 5-Elemente-Ernährung noch relativ jung

BARF (Biologisch artgerechte Rohfütterung) ist in der Hundewelt mittlerweile als Alternative zur herkömmlichen Fütterung mit industriellem Fertigfutter bekannt. Die meisten Hunde und Katzen vertragen rohes Futter sehr gut, weil es ihrem natürlichen Stoffwechsel entspricht. Falls ein Tier mit dieser Ernährung einmal nicht klarkommt, steht der Tierhalter vor einem Problem, wenn er das Futter weiterhin selbst zusammenstellen möchte.
Hier bietet die 5-Elemente-Ernährung Abhilfe, weil der Ernährungsplan individuell auf jedes Tier zugeschnitten werden kann. Voraussetzung ist die Fallaufnahme durch einen geschulten 5-Elemente-Ernährungsberater.
In unserer westlichen Welt werden Nahrungsmittel nach ihren Inhaltsstoffen in Kohlenhydrate, Eiweiße, Fette, Vitamine und Mineralstoffe unterteilt. Ernährungspläne werden mithilfe von Nährwerttabellen und komplizierten Berechnungsformeln erstellt. In der 5-Elemente-Ernährung erfolgt die Beurteilung eines Nahrungsmittels nach seiner Energetik. Man berücksichtigt den Geschmack, die Thermik, die Wirkrichtung im Körper (aufwärts/abwärts) und welches Organsystem es beeinflusst.


Die Funktion

Wie das funktioniert, lässt sich am einfachsten anhand von Geschmack und Thermik demonstrieren. Man unterscheidet die Geschmacksrichtungen süß, scharf, salzig, sauer und bitter. Das Temperaturverhalten eines Nahrungsmittels im Rohzustand kann kalt, erfrischend, neutral, warm oder heiß sein. Dadurch ergibt sich im Körper eine besondere Wirkweise, die sich zur gezielten Unterstützung bei körperlichen und seelischen Beschwerden nutzen lässt. Jeder Geschmack hat andere Eigenschaften und damit eine spezielle Wirkung.


Beispiel

Wenn man in eine Zitrone beißt, zieht sich im Mund sofort alles zusammen. Man wird feststellen, dass sich der ganze Speichel an einem Punkt im Mund sammelt. Der saure Geschmack zieht zusammen und sammelt Flüssigkeiten. Das passiert auch im Körper, wenn saure Nahrungsmittel zugeführt werden. Diese Eigenschaft lässt sich für Tiere nutzen, die zur Austrocknung neigen, weil sie viel Schwitzen (hecheln) und/oder viel Harn absetzen und von sich aus nicht genügend Wasser zum Ausgleich aufnehmen.


Foto: Ramsauer - FotoliaDer Einfluss der Thermik

Quark ist erfrischend, Lammfleisch dagegen heiß. Wenn man bei dem Beispiel mit dem „ausgetrockneten“ Tier bleibt, kann man sich vorstellen, dass ein heißes Nahrungsmittel diesen Zustand verstärken würde. Die Thermik lässt sich durch die Zubereitung beeinflussen. Durch Dünsten, Kochen und Backen wird Wärme zugeführt, durch Einfrieren und Fermentieren wird Kälte zugeführt. Damit lässt sich erklären, warum einige Tiere das BARFen nicht vertragen. Fleisch und Gemüse werden roh gefüttert, wobei das Fleisch vorher meist eingefroren war. Kälte schädigt laut TCM das Milz-Yang, welches an der Umwandlung von Nahrung im Körper wesentlich beteiligt ist. Ein schwaches Milz-Yang kann zu Durchfall führen. So ein Tier benötigt gekochte Nahrung, auch wenn das vielleicht „nicht artgerecht“ ist. Die 5-Elemente-Ernährung berücksichtigt damit die individuellen Schwachstellen des betroffenen Tieres.
Viele unserer Hunde und Katzen werden mit Trockenfutter gefüttert. Trockenfutter enthält sehr viel Hitze, weil die Inhaltsstoffe zuerst getrocknet, dann vermahlen und dann noch einmal erhitzt werden. Allein darin kann schon, unabhängig von den Inhaltsstoffen, die Ursache für Juckreiz liegen. Juckreiz, gerötete Haut, trockenes Fell und Unruhe gehören in der TCM zu den Hitze-Symptomen.


Warum spricht man von 5-Elemente-Ernährung?

Die 5 Elemente Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser sind voneinander abhängig und werden als Zyklus dargestellt. Wasser ernährt Holz, damit es wachsen kann. Holz lässt Feuer brennen. Die Asche aus dem verbrannten Holz bildet Erde. Die Erde birgt Metalle. Auf Metall bildet sich Wasser, womit sich der Kreis schließt. Kein Element kann ohne das andere existieren. Stehen sie im Gleichgewicht zueinander, ist man gesund. Ein Ungleichgewicht lässt sich durch Stärkung der geschwächten Elemente therapeutisch beeinflussen. Bei einer Erkrankung sind meist mehrere Elemente betroffen. Jedem Element wird eine Vielzahl von Entsprechungen zugeordnet. So gehört zum Holz bspw. der saure Geschmack, die Organe Leber und Gallenblase, das Sehnengewebe und die Augen. Dadurch wird klar, warum sich die 5-Elemente-Ernährung therapeutisch nutzen lässt. Der zum Element gehörende Geschmack stärkt, sofern in Maßen angewendet, das Element. Zu viel davon kann ihn wiederum schwächen.


Beispiel

Sauer und Sehnen gehören zum Holz. Sauer sammelt Flüssigkeit und hält die Sehnen geschmeidig. Sauer zieht aber auch zusammen, sodass zu viel zu Sehnenkontraktion und Steifheit führen könnte. Das richtige Maß ist also wesentlich für den Erfolg. Aus diesem Grund ist eine ausführliche Fallaufnahme durch einen geschulten Therapeuten notwendig.
Die 5-Elemente-Ernährung wird auch prophylaktisch genutzt. Ein ausgewogener Ernährungsplan sorgt dafür, dass alle Elemente genährt werden und somit das Gleichgewicht erhalten wird.


SABINE LÖWY
SABINE LÖWY
TIERHEILPRAKTIKERIN,
HEILPRAKTIKERIN IN EIGENER PRAXIS IN LÜBECK-KRUMESSE


TÄTIGKEITSSCHWERPUNKTE:

  • Klassische Homöopathie
  • Ernährungsberatung mit Schwerpunkt 5-Elemente-Ernährung
  • Akupunktur
  • Blutegeltherapie
  • Dozentin an der Paracelsus Schule Hamburg

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