Serie: Vitalpilze - Agaricus blazei murrill und Auricularia polytricha

THP 1 20 final Page24 Image1AGARICUS BLAZEI MURRILL (ABM) – DER SONNENPILZ AUS BRASILIEN

Der ABM ist auch bekannt als Brasilianischer Egerling, Mandelpilz oder Himematsutake. An seinem Aussehen erkennt man, dass er zur Familie der Champignons gehört. Er stammt ursprünglich aus den Wäldern Brasiliens und ist bei den Einheimischen als „Pilz Gottes“ bekannt. Bei Untersuchungen durch japanische Wissenschaftler in den 1980er-Jahren stellte man fest, dass die Bevölkerung in Landkreisen, in denen der Pilz regelmäßig auf der Speisekarte steht, eine höhere Lebenserwartung hat, und es gibt dort vergleichsmäßig wenige Krebserkrankungen. Der Agaricus zeichnet sich durch eine ausgewogene Kombination wertvoller Vitamine, Lektine, Nukleoside, Nukleotide, Isoflavone, Fettsäuren, Mineralstoffe (Kalium, Zink, Eisen, Kalzium, Magnesium), Aminosäuren und einen hohen Anteil an Polysacchariden aus. Er enthält mit 17 verschiedenen Polysaccherid-Fraktionen, von denen 7 eine antikanzerogene Wirkung zeigen, den zweithöchsten Gehalt an bioaktiven Polysaccheriden nach dem Maitake. Der starke Einfluss des Agaricus blazei murrill auf Tumore wurde bereits in zahlreichen wissenschaftlichen Studien belegt. Agaricus blazei murrill stoppt bei vielen Krebserkrankungen höchst erfolgreich das Wachstum der Krebszellen und kann sogar rückbildend wirken. Seine Polysaccheride unterdrücken die Proliferation (das Wachstum) von Krebszellen. Ein Grund hierfür ist der Inhaltsstoff Ergosterin, der die Ausbildung kleiner Blutgefäße um die Tumorzellen verhindert und somit weiteres Wachstum der entarteten Zellen stoppt. Der ABM kann auch die Nebenwirkungen einer Chemotherapie, wie Übelkeit und Schwäche, reduzieren. Aufgrund seines hohen Gehalts an Tryptophan, Gamma-Aminobuttersäure (GABA) und Adenosin besitzt er eine herzstärkende Wirkung, da diese Stoffe den kardialen Tonus senken. Der Bluthochdruck wird positiv beeinflusst und die Arbeitsbelastung des Herzens verringert.
ABM hat eine stark aktivierende und modulierende Wirkung auf die Immunabwehr. Er stimuliert die Aktivierung der natürlichen Killerzellen, Granulozyten, Makrophagen, T-Zellen und dendritischen Zellen. Dadurch kann der Körper schneller auf Infektionen reagieren.
Er hat eine antientzündliche Wirkung, indem er proentzündliche Zytokine reduziert. Der Agaricus blazei murrill eignet sich daher zum präventiven und begleitenden Einsatz bei bakteriellen und viralen Infektionskrankheiten. In Studien wurde gezeigt, dass ABM einen antibiotischen Effekt auf Streptokokken und Leishmaniose-Erreger hat. Entzündungsauslösende Erreger werden dabei direkt im Krankheits herd bekämpft, indem die Phagozytosetätigkeit spezialisierter Abwehrzellen erhöht wird. Viren werden schon zu Beginn der Infektion in ihrer Vermehrung gehemmt. Eine antivirale Wirkung wurde in Zusammenhang mit Herpes- und Polioviren nachgewiesen. Allergien werden durch die antientzündlichen und histaminsenkenden Effekte sowie die runterregulierende Wirkung von ABM auf die Antikörper IgE und IgG abgemildert.
Oligosaccheride und Isoflavone beeinflussen den Blutzuckerspiegel durch Erhöhung des Insulinspiegels positiv, wodurch der Glukosegehalt im Blut absinkt. Das kann bei Diabetes mellitus 2 unterstützend eingesetzt werden.
In hohen Dosen hat ABM eine leberschützende Funktion und kann bei Leberschäden und -schwächen helfen.

Anwendung in der Tiermedizin

In der Veterinärmedizin findet der Pilz bei allen Krebserkrankungen (Prävention und Begleitung), Autoimmun- und Schilddrüsenerkrankungen, Diabetes Typ I, Allergien und Eosinophilem Granulom bei Pferd, Hund und Katze Anwendung. Weiter kann man ihn bei jeder Immunschwäche, allen Leberproblemen, Morbus Cushing, Erkrankungen des Herzens, wie z. B. Herzmuskelerkrankungen oder Herzschwäche, gut einsetzen.

THP 1 20 final Page26 Image1AURICULARIA POLYTRICHA – DAS JUDASOHR

Die Chinesische Morchel, auch be- kannt als Mu-Err oder Judasohr, ist ein Vitalpilz, der fast auf der gesamten Welt verbreitet ist. Der Auricularia polytricha ist seit mindestens 1.500 Jahren ein beliebter Speisepilz in Asien und gilt dort als Grundnahrungsmittel. Zu Heilzwecken wird er sowohl in China als auch in Europa bereits seit Jahrhunderten genutzt. Schwerpunkte sind dabei die Stärkung der Blutgefäße und des Herz-Kreislauf-Systems.
Als Vitalpilz besitzt das Judasohr bemerkenswerte Inhaltsstoffe: Es wurden wichtige Mineralstoffe wie Kalium, Kalzium, Magnesium und Phosphor, Spurenelemente wie Eisen und Silizium, mehrere Vitamine der B-Gruppe, Proteide, Glykoproteine, Polysaccharide und sekundäre Bioaktivstoffe nachgewiesen.
Zahlreiche Studien konnten belegen, dass der Auricularia die Blutgerinnung hemmt und die Fließeigenschaft des Blutes verbessert. Seine sekundären Pflanzenstoffe haben eine durchblutungsfördernde Wirkung und stoppen die Verklumpung der Blutplättchen. Dabei greift er das Kollagen des Körpers nicht an, sodass keine Gefahr für innere Blutungen besteht. Durch diese Eigenschaften wird der Pilz gerne zur Prävention von Thrombosen, Herzinfakt, Durchblutungsstörungen und Schlaganfällen eingesetzt.
Eine spannende Wirksubstanz ist das im Auricularia vorkommende Biopolymer (EBP), eine Zucker-Eiweißverbindung. Dem Biopolymer werden sowohl Blutzucker-, Cholesterin und Triglyceridwert senkende sowie Le berwert verbessernde Wirkungen bestätigt. Seine Polysaccheride schützen die Inselzellen der Bauchspeicheldrüse.
Einige der Beta-Glukane haben eine antientzündliche Wirkung, vor allem im Bereich der Schleimhäute, Augen und Haut. Deswegen wird er gerne bei Tieren mit entzündlichen Reaktionen aufgrund von Allergien oder Autoimmunerkrankungen eingesetzt. Der Vitalpilz scheint in der Lage zu sein, infektiöse Prozesse zu stoppen und die Abheilung von Entzündungen zu beschleunigen.
Untersuchungen zeigen die regulierende Wirkung des Mu-Err auf das Immunsystem, wodurch z. B. die Bildung von Immunzellen aus der Milz verbessert wird. Der Auricularia wirkt sich positiv auf die Stärkung des Immunsystems bei Tumorerkrankungen aus und wird deshalb gerne in der begleitenden Behandlung eingesetzt.

Anwendung in der Tiermedizin

Der Auricularia verbessert das Blutbild, fördert die Durchblutung und wirkt antithrombotisch. Er wird zur Blutverdünnung, bei Herzerkrankungen, zur Regulation des Blutdrucks, bei Entzündungen von Haut, Augen und Schleimhäuten, bei akuter und chronischer Hufrehe angewendet, unterstützt die Abheilung von Narben, hilft bei Krämpfen, Taubheit oder Schmerzen nach Verletzungen.

VANESSA RÖSSLERVANESSA RÖSSLER

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