Gebärmuttervereiterung bei der Hündin

FÜR UND WIDER EINER KASTRATION

Viele Hundehalter entscheiden sich heutzutage nicht mehr automatisch für die Kastration ihrer Hündin, die vor einigen  Jahren noch standardmäßig nach oder sogar vor der ersten Läufigkeit durchgeführt wurde. Sie hinterfragen erst den Nutzen dieser Operation und informieren sich über Vor- und Nachteile, um dann eine fundierte Entscheidung für ihr Tier zu  treffen.

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Argumente, die für eine Kastration sprechen, wie z. B. die Prävention vor Eierstock- oder Gebärmuttertumoren, die Vermeidung von Stress für die Hündin und natürlich auch den Halter während der Läufigkeit, werden zum Teil kontrovers  diskutiert. Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen verringert eine Kastration das Risiko einer Mammatumorentwicklung  beim Hund, jedoch sollte sich jeder Tierhalter darüber bewusst sein, dass das Risiko zwar vermindert, aber nicht ganz ausgeschlossen werden kann. Eine intakte Hündin ist mittlerweile keine Ausnahme mehr, und man wird schon lange nicht  mehr schief angesehen, wenn man aufgrund seiner läufigen Hündin lieber eine Zeit lang alleine seine Runden dreht. Seit vielen Jahren ist gleichfalls bekannt, dass eine Kastration negative Begleiterscheinungen wie Harninkontinenz, Fellveränderungen und Gewichtsverlust hervorrufen kann. Zudem zeigt eine Studie von Frau Dr. Christine Zink, die im Jahr  2014 im „Journal of the American Veterinary Medical Association“ veröffentlicht wurde, dass eine Kastration sogar die Entwicklung bestimmter Krebsarten begünstigen kann. Es kann daher jedem Tierhalter nur empfohlen werden, sich mit den  Vor- und Nachteilen dieser Operation auseinanderzusetzen.

THP 1 19 gross Page15 Image1Wichtige Kastrationsindikation

Es gibt eine Indikation, die eine Kastration unumgänglich macht und über welche die meisten Hundebesitzer, die sich gegen eine Kastration entscheiden, zu wenig wissen: die Gebärmuttervereiterung. Hierbei sammelt sich Eiter in der Gebärmutter an, was auf eine bakterielle Entzündung der Gebärmutter zurückzuführen ist. Eine Gebärmuttervereiterung (Pyometra) kann entstehen, wenn sich gegen Ende der Läufigkeit der Muttermund öffnet, sodass Bakterien über den Gebärmutterhals in die Gebärmutter gelangen und zur Entzündung führen können. Dieser Vorgang wird durch den Einfluss bestimmter Hormone, die gegen Ende der Läufigkeit im Organismus vorherrschen, begünstigt, insbesondere wenn ein hormonelles Ungleichgewicht vorliegt. Schließt sich der Muttermund wieder, können sich die Bakterien ungestört vermehren und eine Entzündung auslösen. Die ersten Symptome zeigen sich meist vier bis sechs Wochen nach Läufigkeit. Das kann jedoch stark variieren, eine Gebärmuttervereiterung kann durchaus schon während der Läufigkeit auftreten.

Symptome einer Gebärmuttervereiterung

Symptomatisch äußert sind die Gebärmuttervereiterung meist mit einem verminderten Allgemeinzustand, Fieber, Erbrechen und Durchfall. Allerdings gibt es nicht das eine klassische Symptom, das unmissverständlich auf eine Gebärmuttervereiterung hinweist. Betroffene Hündinnen zeigen zu Beginn vermehrtes Trinken (Polydipsie) und Urinieren (Polurie), also Symptome, die bei einer Mehrzahl von Krankheiten auftreten. Die weiteren Symptome hängen davon ab, welche Form der Gebärmuttervereiterung vorliegt, denn es gibt eine offene und eine geschlossene Form. Bei der offenen Form kann der gebildete Eiter über den Muttermund abfließen und man bemerkt den eitrigen, meist auch übel riechenden Ausfluss aus der Scheide der Hündin. Bei der geschlossenen Form kann der Eiter nicht abfließen und sammelt sich in der Gebärmutter. Der Bauch ist angeschwollen und die Hündin reagiert schmerzhaft bei Berührung. Sollte man solche Symptome bemerken, ist ein Besuch beim Tierarzt dringend notwendig, denn je früher die Entzündung entdeckt wird, desto schneller kann geholfen werden. Wird die Gebärmuttervereiterung nicht schnellstmöglich behandelt, kann sie zur schweren Blutvergiftung führen, die einen Schock und letztendlich den Tod zur Folge haben kann. Ebenfalls besteht die Gefahr, dass die Gebärmutter rupturiert und die eitrige Flüssigkeit sich in den Bauchraum ergießt, was eine lebensgefährliche Bauchfellentzündung nach sich zieht.

THP 1 19 gross Page15 Image2Therapeutische Möglichkeiten

Der Tierarzt kann mittels Ultraschalluntersuchung schnell und sicher die Diagnose stellen und über die weitere Behandlung entscheiden. Die Therapie, zu der die meisten Fachkundigen raten, ist die Entfernung der Gebärmutter, denn nur wenn die Quelle der Giftstoffe aus dem Organismus entfernt wird, kann sich der Zustand verbessern. Ein weiterer Grund, der für die operative Entfernung spricht, ist die hohe Rückfallquote. Wenn die Hündin einmal an einer Gebärmutterentzündung erkrankt ist, besteht die Gefahr, dass diese bei nachfolgenden Läufigkeiten wieder auftritt. In seltenen Fällen, z.B. wenn der Allgemeinzustand der Hündin zu schlecht für eine Operation unter Vollnarkose ist oder es sich um eine Zuchthündin handelt, kann über eine konservative Therapie nachgedacht werden. Diese Behandlungsmöglichkeit sollte allerdings nur in Betracht gezogen werden, wenn die offene Form der Gebärmuttervereiterung vorliegt, da hierbei der Muttermund bereits geöffnet ist, sodass sich die Flüssigkeit nicht weiter in der Gebärmutter ansammeln kann. Jedoch kann sich der Allgemeinzustand trotz Therapie schnell verschlechtern, sodass letztlich doch noch operiert werden muss. Egal ob operiert oder konservativ behandelt wird, auf jeden Fall muss die Hündin zusätzlich mit einem Antibiotikum, Entzündungshemmern und Schmerzmitteln behandelt werden.

THP 1 19 gross Page16 Image1Begleitend kann hier die Genesung mit naturheilkundlichen Therapien unterstützt werden, z.B. mit Homöopathie oder Heilpflanzenmischungen, damit sich der angegriffene Organismus schnell erholt und den durch toxische Stoffe geschädigten Organen bei der Regeneration zu helfen. Die Operationswunde kann mit kolloidalem Silber oder medizinischen Honigprodukten in ihrem Heilungsprozess unterstützt werden. Da im Zuge der Behandlung auch ein Antibiotikum zum Einsatz kommt, empfiehlt es sich, nach Beendigung der Medikation eine Darmsanierung durchzuführen. Hier können z.B. Vitalpilze einen wertvollen Beitrag leisten. Jeder Halter einer unkastrierten Hündin sollte über die Risiken dieser Erkrankung Bescheid wissen. In der Zeit einer Läufigkeit und danach sollten bei auftretenden unklaren Symptomen die Alarmglocken klingeln. Denn nur wenn frühestmöglich und kompetent eingegriffen wird, kann eine Hündin diese gefährliche Situation überstehen.

MELANIE LIPPMELANIE LIPP

TIERHEILPRAKTIKERIN
PRAXIS IN NEU-ULM

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