Strafe im Hundetraining - Ist das wirklich notwendig?

Fotos: © Kzenon – FotoliaUm über diese doch sehr umstrittene Frage nachzudenken, muss man sich zuerst ein paar Gedanken zum Lernen im Allgemeinen machen. Schauen wir uns die Definition des Lernens an: Lernen ist die Anpassungsreaktion eines Individuums an die jeweiligen Bedingungen der Situation. Das bedeutet in der Evolution: Wer sich nicht anpassen kann, stirbt aus. Im Alltag heißt es dann: Ein Individuum ist immer bestrebt, das Beste aus der Situation herauszuholen. Also wird versucht, negative Konsequenzen zu vermeiden und positive Konsequenzen zu erhalten.

Lerntheorien

Soviel zur Grundintention des Lernens. Das wirft die Frage auf, welche Arten des Lernens existieren. Dazu gibt es einige Lerntheorien, also Modelle oder Hypothesen, anhand derer die Lernvorgänge psychologisch erklärt werden sollen. Werfen wir einmal einen Blick auf ein paar, im Hundetraining wichtige Lerntheorien:

Soziales Lernen: Das Individuum muss die sozialen Regeln eines Gruppenverbandes lernen, um dazugehören zu dürfen.

Behavioristische Lerntheorien inkl. ihrer Vorgänger:

  1. Instrumentelle Konditionierung (Thorndike): Verhalten wird als Instrument eingesetzt, um ein befriedigendes Ergebnis zu erzielen.
  2. Klassische Konditionierung (Pawlow): Das Reflex-oder Emotionslernen, also daswillentlich nicht beeinflussbare Verhalten.
  3. Operante Konditionierung (Skinner): Lernen über Erfolg vs. Misserfolg oder über Strafe vs. Belohnung.
  4. Modelllernen (Bandura): Lernen über Einsicht oder Nachahmung.

Situation/Kontext

Wäre hier die Umsetzung gelernten Verhaltens vom Hundeplatz in die „reale“ Welt. Oder Erlernen von Lösungsmustern, die auf andere Situationen übertragen werden können. Natürlich kann man das noch weiter aufteilen oder einzelne Trainingsmethoden wie Shapen, Chaining etc. nennen. Das würde aber doch zu weit gehen.

Gruppenregeln

Daher beschäftige ich mich jetzt nicht genauer mit dem sozialen Lernen. Denn jedes Individuum bzw. jede Gruppe hat eigene Gruppenregeln. Bei mir dürfen z.B. die Hunde auf das Sofa. Mich stört es nicht. Das ist meine Gruppenregel. Bei anderen Leuten dürfen Hunde nicht auf das Sofa, und das ist deren Gruppenregel.

Generalisierung

Auch das Thema „Situation/Kontext“ dürfte jedem, der mit seinem Hund nur auf dem Hundeplatz trainiert, ein Begriff sein. Das Zauberwort hier heißt „Generalisierung“. Üben nicht nur an einem Platz, sondern an vielen Plätzen, damit das Geübte eine Allgemeingültigkeit bekommt. Denn dann kann das Gelernte auch in ähnlichen Situationen abgerufen werden.

Klassische Konditionierung und operante Konditionierung

Da man bei der klassischen Konditionierung im Bereich des willentlich nicht beeinflussbaren Verhaltens arbeitet, ist das für das „normale“ Hundetraining nicht unbedingt relevant. Zwar wird diese Methode auch, bewusst oder unbewusst, im Training genutzt, findet aber eher in der Verhaltenstherapie  Anwendung.  Beim  Hundetraining  ist  es  aber  der  Wunsch  des  Halters,  das  Verhalten  des  Hundes  so  zu  formen,  dass  der Hund auf Kommando eine  Handlung  zeigt  oder  unterlässt.  Also  mit  einem  willentlich  beeinflussbaren  Verhalten  auf das Kommando reagiert. Das ist  dann die operante Konditionierung mit  den 4 Grundsäulen des Behaviorismus: 

  • POSITIVE  VERSTÄRKUNG
    (Etwas Gutes, also Belohnung, wird hinzugefügt) 
  • NEGATIVE  VERSTÄRKUNG
    (Etwas Schlechtes,  also  Schmerz/Angst/ Druck, wird weggenommen) 
  • POSITIVE STRAFE
    (Etwas Schlechtes,  also  Schmerz/Angst/Druck,  wird zugefügt) 
  • NEGATIVE  STRAFE 
    (Etwas  Gutes, also toller Besitz/Freiheit, wird  weggenommen)

Positive Verstärkung

Beginnen  wir  mit  der  positiven  Verstärkung.  Laut  Lerntheorie  will  der  Hund einen für sich positiven Zustand  erreichen. Er möchte z. B. eine Belohnung  erhalten.  Um  an  diese  zu  kommen,  ist  der  Hund  bereit,  ein Verhalten  zu  zeigen,  das  eine  Belohnung  nach sich zieht. Das heißt im Klartext:  Ein Hund macht häufiger Sitz, wenn es  sich für ihn lohnt. Das hört sich in der  Theorie relativ einfach an. Leider ist es  doch mit gewissen Fehlerquellen verbunden. Diese werden dann auch gerne als Gegenargument, quasi als Berechtigung  für  aversive  Trainingsmethoden, genommen.

Man macht sich abhängig von Leckerlis. Ohne Leckerli kein Gehorsam? 

  • Gegenfrage: Wer arbeitet  schon  gerne  ohne Bezahlung? 
  • Gegenfrage:  Was  passiert  wenn  meine Rütteldose/Wasserflasche …  nicht da ist? Mache ich mich daher  nicht  genauso abhängig von  Hilfsmitteln? 
  • Außerdem: Belohnung ist mehr als  nur Leckerli. Denn außer Futter gibt  es  noch  die  soziale  Komponente  wie  Spiel,  Streicheleinheiten,  Lob  etc., oder die Methode der Umweltbelohnung, z. B. Freilauf, Schnüffeln  usw. Das entkräftet dann auch das  Argument mit der Abhängigkeit von  Leckerlis. 
  • Es gibt einen Unterschied zwischen  Belohnen und Locken. Belohnt wird  nach der Aktion. Der Hund weiß vorher nicht, ob er belohnt wird. Daher  muss  man  den  Hund  auch  nicht  zwangsläufig nach jeder Aktion belohnen.  Der  Hund  macht  das  Verhalten ja freiwillig, in der Hoffnung,  dadurch  eine  Belohnung  zu  erhalten. Man kann belohnen, muss aber  nicht,  zumindest  nicht  immer.  Anders  beim  Locken.  Denn  da  zeigt  man dem Hund vorher, dass er etwas  bekommt.  So  wird  der  Hund  auch  nur  eine  gewünschte  Aktion  zeigen,  wenn  die  Belohnung  gezeigt  wird.  Dann  ist  man  abhängig von Leckerlis. Aber Locken hat  nichts  mit  Belohnen  zu  tun,  sondern eher mit Bestechung, und eignet sich somit nicht für das Hundetraining.

Weitere Fehlerquellen?
Wird man so nicht finden. Denn selbst  wenn  man  falsches Verhalten  belohnen  sollte,  kann  man  das,  anders  als  bei  der  strafenden  Variante,  schnell  wieder rückgängig machen.

Strafe

Ein  Streitpunkt  im  Bereich  Strafe  ist  die negative Strafe. Eine Strafvariante,  die jeder, ob bewusst oder unbewusst,  mal  benutzt.  Aber  wo  beginnt  diese  überhaupt? Legt man das streng aus,  ist  nämlich  schon  das  Locken  ohne  zeitnahe Gabe des Leckerlis eine Strafe. Aber aus meiner Sicht beginnt diese Strafe erst dann, wenn man  auf  die  Konsequenz  des Verhaltens  einwirkt,  um  das Verhalten zu ändern. Ein Beispiel  gefällig?

Fotos: © javier brosch – FotoliaLOCKEN:  Man  hält  dem  Hund  ein Leckerli vor die Nase, bis er sitzt.  Er  bekommt  es  nicht  für  das  Stehen,  Winseln,  Bellen  …  (also  Strafe?),  aber  wenn der Hund sitzt, bekommt er das  Leckerli dafür.

Richtige  negative  Strafe  wäre  meiner Ansicht nach eher: Der Hund zeigt  ein  nicht  angemessenes  Verhalten,  und  daraufhin  nehmen  wir  ihm  etwas Tolles weg.  Umgemünzt  auf  das  wahre Leben wäre es in etwa so: Der  Hund  kommt  beim  Rückruf  nicht  zurück,  also  muss  er  an  die  Leine.  Somit wäre die Wegnahme  der  Freiheit  eine  Strafe. Noch eindeutiger wäre, der Hund  will Aufmerksamkeit und fordert diese  sehr  unschön  ein,  z. B.  durch  Bellen und Springen. Dann wäre eine angemessene  Strafe  der  Entzug  jeglicher Aufmerksamkeit. Das wird leider  gerne  als  Ignorieren  von  Fehlverhalten missinterpretiert. Schlimmer noch:  Manche Trainer sehen in dem Entzug  von  Aufmerksamkeit  eine  Methode  zur  Bindungsförderung.  Denn  indem  man den Hund ignoriert, soll der Halter wichtig werden.  Dadurch  soll  der  Hund von sich aus nach Aufmerksamkeit betteln. Das ist aber nicht richtig.  Denn der Entzug von Aufmerksamkeit  ist eine heftige Strafe und sollte nur im  äußersten  Notfall  durchgeführt  werden. Meist wird das zeitgleich auch als  Verhaltensabbruch  angewandt.  Auch  die Dauer ist wichtig. Hier geht es maximal  um  1–2  Minuten!  Diese Strafe wird, wenn  als  Strafe  richtig  eingesetzt,  äußerst  selten  benötigt.  Die  negative Strafe ist, wenn richtig angewandt, die Art der Strafe, die ich vertreten kann.

Fehlerquellen 

  • Die vermeintliche Strafe ist gar keine Strafe, sondern eine Belohnung.  Wie ist das zu verstehen? Ein Hund  bellt,  weil  er  Aufmerksamkeit  will.  Man  schließt  ihn  aus  der  Gruppe  aus.  Dann  ist  es  Strafe.  ABER:  Ein  Hund  bellt,  weil  er  sich  auf  dem  Hundeplatz nicht wohl, aber im Auto sicher fühlt. Nun packt der Besitzer den Hund ins Auto, weil er bellt.  Dann ist das keine Strafe, sondern  eine  Belohnung.  Hier  muss  man  vorher  die  Motivation  des  Hundes  für das Fehlverhalten kennen. Sonst  macht man ganz schnell Fehler. 
  • Übertriebene Härte. Mehr als 2 Minuten werden in keinem vernünftigen Fachbuch, selbst bei aggressivem Verhalten, empfohlen.

Jetzt kommen wir zu den beiden Möglichkeiten der Strafe, die ein normales  Hundetraining nicht braucht. Selbst in  der Verhaltenstherapie sind diese Formen der Strafe nicht notwendig, auch  wenn einem das manchmal im Fernsehen vorgegaukelt wird.

Fotos: © Tatyana Gladskih – FotoliaNegative Verstärkung

Für mich eine sehr unschöne Art, um  mit seinem Hund zu arbeiten. Man fügt  dem  Hund  während  der  gesamten  Dauer des Fehlverhaltens Schmerzen  zu, bis er „freiwillig“ ein anderes Verhalten zeigt, um dem Schmerz zu entgehen. Warum ist das so unfair? Es impliziert dem Halter, der Hund ist ja selber schuld. Schließlich braucht er doch  nur  ein  anderes  „richtiges“  Verhalten  zeigen.  Das  beruhigt  das  Gewissen.  Richtig ist aber: Der Halter ist schuld.  Denn man lässt den Hund bewusst in  einen Fehler laufen, damit er sich, im  besten Fall, über Schmerz selber korrigiert. Aber dazu muss man dem Hund  im Vorfeld Schmerzen zufügen. Denn  nur  so  kann  man  den  Hund  für  richtiges  Verhalten  mit  Wegnahme  des  Schmerzes belohnen.

Fehlerquellen

  1. Der Schmerz ist zu stark und steht  in keiner Relation zum Auslöser. Das  führt öfters zu Punkt 3.
  2. Der  Schmerz  ist  zu  schwach  und  hat keinen Einfluss auf das Verhalten. Das führt oft zu Punkt 5.
  3. Das  Verhalten  wird  schlimmer,  da  der  Hund  flüchten  oder  sich wehren will.
  4. Das Verhalten wird schlimmer, da der  Hund den Schmerz falsch verknüpft.  Das wiederum führt zu Punkt 3.
  5. Es  wird  zu  häufig  eingesetzt  und  führt  zur  Gewöhnung  (das  ist  auch  eine Lernform) beim Hund.
  6. Es wird zu häufig eingesetzt und führt  zur Gewöhnung beim Menschen.
  7. Es wird vom Menschen generalisiert.

Für  einen  professionell  arbeitenden  Trainer  sollte  das  keine  Option  sein.  Hier wird auch schon mal § 11 zur Auslegungssache. Denn es gibt leider immer  noch  genügend  Trainer,  die  mit  Stachel-/Würgehalsbändern oder Erziehungsgeschirren,  die  gezielt  auf  Schmerzpunkte  einwirken,  arbeiten.  Und  das  oft  schon  bei  so  einfachen  Sachen wie Leinenführigkeit.

Positive Strafe

Zu  guter  Letzt  die  positive  Strafe.  Wenigstens  eine  ehrliche  Sache.  Der Hund macht etwas, was der Halter  nicht  will,  und  dafür  bekommt  er  vom  Halter  die  unangenehme  Konsequenz. Wenn man es richtig macht  (mit  der  richtigen  Härte,  emotionslos,  zum  richtigen  Zeitpunkt,  und  so,  dass der Hund die Strafe mit seinem  Fehlverhalten verknüpft), kann es sogar funktionieren, und der Hund weiß  dann,  dass  das  Verhalten  eine  unangenehme  Konsequenz  nach  sich  zieht.  Seit  Kurzem  gibt  es  aber  eine  neue  Meinung.  Strafe  soll  nur  so  gemacht werden, dass der Hund keinen  Bezug  zum  Halter  herstellen  kann.  Das  ist  richtig, wenn  man  es  im  richtigen Kontext sieht. Hier geht es darum, dass der Hund die Strafe nicht mit  dem Menschen verknüpft und so entweder  Angst  vor  seinem  Halter  bekommt oder ein Meideverhalten zeigt.  Er  zeigt  das  falsche  Verhalten  nur  dann nicht, wenn der Halter in der Nä- he ist, sonst aber schon. Die neue Variante, die ich meine und falsch finde,  ist: Strafe soll weg vom Halter stattfinden,  damit  der  Hund  die  Strafe  nicht  mit  dem  Halter  verknüpft,  damit  der  Halter  toll  dasteht.  Also  auf  Entfernung z. B. mit Rappeldosen oder doch  mit Strom (?). Entschuldigung, aber wie  verlogen ist das denn?! Wenn man mit  Schmerz, Druck, Angst oder Zwang arbeitet, dann sollte man auch dazu stehen.  Sowohl  in  der  Öffentlichkeit  als  auch  bei  seinem  Hund.  Ein  Ferntrainer, egal ob Stromhalsband, Wurfgeschoss  oder  ein Tritt  auf  die  Schleppleine, macht  das Training nicht besser, nur weil die Strafe augenscheinlich  nicht  direkt  vom  Halter  kommt.  Auch  senken  solche  Aussagen  die  Hemmschwelle, um Strafe anzuwenden. Ist ja  schließlich nicht so schlimm, der Hund  weiß ja nicht, dass ihm der Halter den  Schmerz zugefügt hat.

Fehlerquellen

  • Der  Zeitpunkt  ist  falsch  und  es  kommt zu Fehlverknüpfungen.
  • Die  Strafe  ist  zu  hart  und  erschüttert das Verhältnis zum Halter. Hier  zählt  die  Motivation  des  Hundes,  und nicht die schlechte Laune oder  der Frust des Menschen.
  • Die  Strafe  ist  zu  leicht  und  bringt  nichts. Hier zählt die Motivation des  Hundes,  und  nicht  die  Stimmung  des Menschen.
  • Man  straft  nicht  emotionslos  und  wird dadurch eher Gegner als Chef.
  • Der Hund verknüpft  die Strafe  mit  dem  Menschen,  was  zu  Angst  vor dem Halter führen kann.
  • Man straft zu oft.
  • Man straft, ohne Alternativverhalten  anzubieten.

Vergleicht  man  die  Fehlerquellen,  dürfte es sich eigentlich von selbst erklären, welche Methoden man im Hundetraining anwenden sollte. Da kommt  dann schnell der Einwand: Man braucht  im  Zusammenleben  mit  dem  Hund  aber  Regeln  und  auch  Grenzen,  und  die muss man einfordern. Das ist richtig. Auch meine Hunde haben Regeln,  an die sie sich halten müssen, und genauso gibt es auch Grenzen. Das kann  man mit positiver Verstärkung im Vorfeld  antrainieren.  Genauso  wie  auch  Abbruchkommandos  oder  Verhaltensunterbrecher. Denn das sind alles  wichtige Sachen, sowohl im normalen  Zusammenleben, im Training wie auch  in der Verhaltenstherapie.

Verhaltenstherapie

Gerade  in  Bezug  auf  Verhaltenstherapie  kommt  meist  der  Einwand:  Mit  schwierigen  Hunden  müsse  man  etwas härter arbeiten. Die verstehen das  sonst nicht. Da greift dann wieder die  alte Weisheit: „Gewalt setzt da an, wo  Wissen endet“. Selbst mit schwierigen  Hunden  kann  man  vernünftig  arbeiten, also auch ohne Strafe. Da braucht  man  im  Vorfeld  eine  genaue  Verhaltensanalyse,  damit  man  weiß,  warum  der Hund macht, was er macht. Dann  erstellt  man  einen  vernünftigen  Trainingsplan,  und  los  geht‘s!  Ein  oft  gehörtes Gegenargument ist dann: Aber  man  kann  das  Fehlverhalten  doch nicht ignorieren! Das stimmt, und das  sagt ja auch keiner. Denn Fehlverhalten  muss  unterbrochen  werden,  damit es keinen Erfolg hat. Sonst wird es  unter  Umständen  noch  öfter  gezeigt.  Denn auch hier greifen die Regeln des  Behaviorismus. Je nach Motivation des  Hundes  muss  man  den  Hund  auch  mal körperaktiv blocken, um das Verhalten zu beenden. Das sollte normalerweise bei einem gut durchdachten  Training und einer guten Vorbereitung  eher  selten  passieren,  aber  zugegeben: Fehler passieren. Trotzdem ist ein  Verhaltensabbruch  keine  Strafe.  Der  Abbruch hat nur die Beendigung des  Verhaltens als Ziel. Im Gegensatz dazu möchte man ja bei der Strafe durch  Verändern der Konsequenz eine Verhaltensänderung  erzielen.  In  meinen  Augen ist die Verhaltenstherapie grob  genommen  auch  Training.  Aber  mit  dem  Unterschied,  dass  Training  Verhalten beeinflusst und die Verhaltenstherapie das Verhalten verändert. Daher  benötigt  man  in  der  Verhaltenstherapie  ein  tieferes  Wissen,  gerade  in  den  Bereichen  Verhaltensbiologie,  Ethnologie, Lerntheorien, Neurobiologie und Endokrinologie. Auch gewisse  medizinische  Kenntnisse  sollten  Mindeststandard  sein.  Wissen  über  Ernährung  und  Nahrungsergänzungsmittel, die Körpersprache des Hundes  und einen gut gefüllten Werkzeugkoffer an Arbeitsmethoden sind hier zwingend  notwendig.  Dann  braucht  man  auch keine Strafen, um Verhalten ändern zu wollen.

Zum Schluss noch eine kleine Denkanregung: Strafe verändert nicht nur die  Emotion bei demjenigen, der gestraft  wird,  sondern  auch  die  Emotion  des  Strafenden. Einfach mal in sich hineinhören: Was passiert mit mir, wenn ich  Strafe  benutze?  Sowohl  kurz  davor,  während und nach der Strafe …

THORSTEN BEHNLE-NAPIERALATHORSTEN BEHNLE-NAPIERALA

TIERHEILPRAKTIKER, HUNDETRAINER
HUNDESCHULE IN BERNSTADT

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  • Verhaltenstherapie und Hundetraining für besondere Hunde
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