Die 5 Säulen der TCVM: Teil 5 – Tuina

Fotos: © martincp – FotoliaIn dieser Ausgabe stelle ich Ihnen die letzte Säule aus dem Therapiespektrum der TCVM vor, die einem umfassend in TCVM  geschulten Therapeuten zur Behandlung seiner vierbeinigen Patienten zur Verfügung steht: TUINA, der chinesische Weg der manuellen Therapie. Ziel der Artikelserie ist es zu zeigen, wie vielfältig  die Therapieformen  der Traditionellen Chinesischen Medizin sind und dass ein gut ausgebildeter TCVM-Therapeut idealerweise über mehrere Techniken verfügt als „nur“ Akupunktur. Ich kann nicht oft genug darauf hinweisen, dass eine richtige Diagnose nach  dem System der 8 Leitkriterien bzw. 5 Wandlungsphasen die Voraussetzung jeder Behandlung ist und dass basierend darauf sowohl passende Akupunkturpunkte gewählt werden, eine  wirksame Kräutermischung erstellt wird, die Ernährung angepasst wird und eine Tuina-Massage durchgeführt werden kann. Ein derart aufeinander abgestimmtes Behandlungskonzept führt zu deutlich besseren und schnelleren Erfolgen,  und eröffnet dem Therapeuten Spielraum in der  Wahl der am besten passenden Methode beim jeweiligen Termin.

Tuina-Kurse  gehören  zu  den  unterhaltsamsten  Seminaren,  die  Studierende  der  Tierheilkunde  besuchen.  Das liegt daran, dass hier nicht nur für  das Wohl der Tiere, sondern auch für  das der Kursteilnehmer gesorgt wird:  Die Teilnehmer sind die ersten „Versuchsobjekte“,  an  denen  geknetet  und  massiert  wird  –  und  wer  leidet  nicht hin und wieder unter verspannten Nackenmuskeln?

Was bedeutet das Wort TUINA?

Tuina  ist  die  manuelle  Therapieform  der  Chinesischen  Medizin.  Tuina-Therapeuten wenden verschiedene Techniken an, um Leitbahnen und Akupunkturpunkte  zu  tonisieren  oder  zu  entspannen. Tuina  zählt  zu  den  5  Säulen  der TCVM-Therapiemethoden. Wie die  anderen  Säulen  –  Akupunktur,  Kräuterheilkunde,  Ernährung  und  Qigong  –  hat  sich  auch  das  Tuina  über  Jahrtausende  zu  einer  ausgefeilten  und  sehr  effektiven  Heilmethode  entwickelt,  sowohl  in  der  Human-  als  auch  in der Veterinärmedizin. Während Wirkung und Einsatzbereich von Akupunktur  und  Kräuterheilkunde  mittlerweile  durch  zahllose  Studien  wissenschaftlich belegt sind, basiert das Tuina-Wissen hauptsächlich auf Erfahrungswerten  der  Therapeuten.  Die  Ergebnisse  richtig angewandten Tuinas sind allerdings beeindruckend – und daher ist es  für uns als Tierheilpraktiker von großem  Nutzen, diese Methode in unser Therapiespektrum aufzunehmen.  Tuina ist auch bekannt unter dem Namen  „Tui  Na An  Mo“.  Die  Namensgebung unterscheidet sich je nach Region, in der die Techniken praktiziert werden, die Methode an sich ist dieselbe.  Im Chinesischen ist es leicht zu erkennen, wie ein Tuina-Therapeut arbeitet: 

Tui = Schieben An = Drücken
Na = Greifen Mo = Streichen

Es wird also geschoben, gegriffen, gedrückt, gestrichen … und wie wir weiter  unten sehen werden, gibt es noch eine ganze Reihe weiterer Handgriffe, die  bei einer Tuina-Behandlung angewendet werden. Die Handgriffe sind westlichen Manualtherapeuten wie Physiotherapeuten, Tiermasseuren oder Tier-  osteopathen  häufig  recht  geläufig,  es  gibt einige kleinere Unterschiede in der  Ausführung,  aber  der  Großteil  ist  bekannt. Anders als in der herkömmlichen  Massage  basiert  jede  Tuina-Behandlung auf einer TCVM-Diagnose, so wie  wir  sie  in Teil  1  dieser  Serie  beschrieben haben. Der Tuina-Therapeut macht  ebenso wie ein Akupunkteur, ein Phytotherapeut oder ein Ernährungsberater eine Anamnese und darauf aufbauend  die  Diagnose  und  den  Therapieplan, die den Regeln der TCVM folgen.  Der  zweite  Unterschied  ist,  dass  alle  Massagegriffe  auf  den  Körperleitbahnen  ausgeübt  werden.  Auch  der  Tuina-Therapeut  muss  genaues  Wissen  über deren Verläufe und die Lage der  Akupunkturpunkte haben. 

Eingesetzt  wird  der  gesamte  Körper.  Akupunkturpunkte  können  mit  Daumen  oder  Zeigefinger,  bei  besonders  festem  Gewebe  auch  mit  2  Fingern, bearbeitet  werden.  Größere  Flächen  drückt oder streicht man mit den Fingerknöcheln, dem  Handballen.  Auch  der Ellenbogen ist z. B. zur Behandlung  der Kruppenmuskulatur eines Pferdes  gut geeignet.

Warum ist es für Tierheilpraktiker sinnvoll, Tuina als  Behandlungsmethode in das Therapieangebot aufzunehmen?

Tuina  hat  Überlappungen  mit  zumindest zwei im Westen sehr bekannten  manuellen Verfahren, die nicht nur in  der Human-, sondern auch in der Tiermedizin immer häufiger von den Tierbesitzern  nachgefragt  werden:  Tiermassage und Tierphysiotherapie bzw.  Tierosteopathie.  Alle  diese  Techniken  sind  in  der  Humanmedizin    gut  bekannt,  viele  Tierbesitzer  haben  die  Wohltat  einer  solchen  Behandlung  am eigenen Leib erlebt und möchten  ihren  Lieblingen  Ähnliches  gönnen.  Die  Hemmschwelle  zum  Kauf  dieser  Leistungen ist damit sehr niedrig, Tuina eignet sich somit sehr gut als Einstiegsbehandlung  für  „Neulinge“  der  naturheilkundlichen Therapien. Tuina-Handgriffe am eigenen Tier anzuwenden, stellt eine ideale Hausaufgabe  für  den  Tierbesitzer  zwischen  den  Besuchen  beim  Tierheilpraktiker  dar. Sie sind relativ leicht zu erlernen,  und  auch  wenn  der  Tierbesitzer  nur  wenige Schritte aus einem vollständigen  Behandlungsprotokoll  anwendet,  kann  bereits  das  den  Heilungsprozess  beschleunigen  und  die  Wirkungen  von Akupunktur  und  Kräutertherapie  intensivieren.  Auch  die  psychische  Komponente  spielt  eine  wichtige  Rolle.  Der  Tierbesitzer  übernimmt  Verantwortung für sein Tier, seine Willenskraft wird trainiert, immerhin muss  er die Griffe ja konsequent täglich 1–2  Mal ausführen. Willenskraft ist Energie  der Nieren, und wenn die Nieren des  Tierbesitzers  gestärkt  werden,  überträgt sich ein Teil davon auf sein Tier.  Nicht  zu  vergessen  ist  die  Tatsache,  dass manche Tiere einfach keine Nadeln dulden. Einige sind einfach noch  zu  jung,  andere  haben  eventuell  mal  schlechte  Erfahrungen  mit  zu  viel  „pieksen“ gemacht und schlagen oder  beißen, sobald der Therapeut sich mit  Nadeln nähert. In solchen Fällen eignet  sich  Tuina  perfekt,  um  eine  Vertrauensbasis  zwischen  Patient  und  Therapeut zu schaffen.

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Indikationen, bei denen  Tuina erfolgreich eingesetzt werden kann

Tuina  hilft,  den  Qi-Fluss  in  gestörten  Meridianen  wiederherzustellen,  wirkt  ausgleichend  und  schmerzlindernd  bei Gelenksproblemen, Sehnenverletzungen, belebt den Qi- und Blutfluss  im  gesamten  Organismus.  Das  bedeutet,  dass Tuina  eine wichtige  Methode in der Schmerztherapie sowohl  bei  akuten  als  auch  bei  chronischen  Schmerzzuständen ist. Ebenso nimmt  der  Tuina-Therapeut  Einfluss  auf  die  Zang-Fu-Organe  und  stimuliert  das  Abwehrsystem des Körpers.
In der Veterinärmedizin hat Tuina einen  sehr  weiten  Anwendungsbereich.  Sie  kann als einzige Methode im Rahmen  einer  Behandlung  eingesetzt  werden  oder  unterstützend  bzw.  ergänzend eingebettet sein in andere Therapieformen. Fast jedes Tier lässt sich  die sehr sanften Manipulationen gerne  gefallen, und anfängliches Misstrauen  löst sich in Entspannung und Wohlbefinden auf. Gerade bei einem Erstbesuch, wenn der Therapeut die Reaktionen des Patienten noch nicht genau  kennt,  hilft  Tuina  nicht  nur  „medizinisch“, sondern auch auf psychischer  Ebene und schafft ein Vertrauensverhältnis zwischen Therapeut und Patient,  das  die Arbeit  bei  den  Folgesitzungen bedeutend erleichtert. 

Was passiert im Organismus bei einer Tuina-Behandlung?

SCHMERZLINDERUNG AUFGRUND VERBESSERTEM QI- UND BLUTFLUSS

Ein  in  der  TCVM  bekannter  Lehrsatz  lautet: „Wo Schmerz ist, ist der Fluss  von Qi und Blut blockiert“. Im Zuge einer  Tuina-Behandlung  werden  Leitbahnen  und  Akupunkturpunkte  stimuliert und damit die Qi- und Blutzirkulation  harmonisiert.  Verspannungen  in der Muskulatur lösen sich ebenso wie  Verklebungen der Faszien, die Lymphe  kann  wieder  besser  fließen,  Gelenke  werden mobilisiert. All das führt zu einer deutlichen Minderung von Schmerzen, denn: „Wo Qi und Blut frei fließen  können, besteht kein Schmerz“. 

REGLULATION DER INNEREN  ORGANE UND QI-PRODUKTION

Die  Innere  Medizin  der  TCVM  sind  die  Zang-Fu-Organe  und  ihr  Zusammenwirken  im  Körper.  Die  Zang  Fu  sind in Yin(Zang)- und in Yang(Fu)-Organe  eingeteilt.  Wenn  man  dem  bei  uns  bekannten  Diagnosesystem  der  5 Wandlungsphasen  folgt,  dann  sind  jeder  Wandlungsphase  jeweils  ein  Zang-  und  ein  Fu-Organ  zugeordnet  – mit Ausnahme der Wandlungsphase Feuer, die besteht aus 2 Zang- und  2  Fu-Organen.  Die  Theorie  der  Zang  Fu beschreibt sehr detailliert, wie die  Zang  Fu  durch  ihr  Zusammenwirken  im  Organismus  einen  reibungslosen  Ablauf aller Körperfunktionen sicherstellen.
Die Organfunktionen sind miteinander  verwoben  und  nicht  weniger  komplex, als wir das aus der westlichen Inneren Medizin kennen. Dennoch gibt  es  2  Zang-Organe,  die  besonderen  Einfluss auf die Qualität des Qi haben,  dessen freier Fluss gewährleistet sein  muss,  um  einen  Organismus  gesund  zu erhalten: die Lunge und die Milz.
Das  Zang-Organ  Lunge  ist  Oberwächter  über  das  Qi,  Haut  und  Haare,  verantwortlich  für  einen  großen  Teil  des  Wassermetabolismus  sowie  das Immunsystem. Die Massagegriffe,  die der Tuina-Therapeut auf der Hautoberfläche  ausführt,  haben  direkten  Einfluss auf das Qi der Lunge, und damit auf die Abwehrkraft des Körpers.
Das  Zang-Organ  Milz  ist  der  Produzent  des  nachgeburtlichen  Qi.  Das  ist die Energie, die der Körper durch  Transformation  der  Nahrung  selber generiert. Sie bildet die wichtigste  Grundlage  für  alle  nachfolgenden  Körperprozesse.  Darüber  hinaus  herrscht  die  Milz  über  die  gesamte  Körpermuskulatur.  Akupressur  bzw.  Anwendung der Tuina-Techniken wirken  über  die  Muskulatur  regulierend  auf die Funktion der Milz und verbessern die Qi-Ausbeute des Körpers.

YIN-YANG-AUSGLEICH

Nach  dem  Verständnis  der  TCVM  liegt  jeder  Erkrankung  ein  Ungleichgewicht  zwischen  Yin  und  Yang  zugrunde.  Wenn  eines  von  beiden  die  Oberhand gewinnt, zeigen sich Symptome, die sich zu akuten oder chronischen  Beschwerdebildern  entwickeln. Tuina zielt darauf ab, das Körpersystem  in  Balance  zu  halten.  Bei  Unterfunktionen (Yin oder Yang ist zu  wenig)  werden  tonisierende  Techniken angewendet, bei Überfunktionen  (Yin oder Yang ist zu viel) wirken sedierende Griffe ausgleichend. 

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Welche Techniken gibt es beim Tuina?

Man  unterscheidet  6  große  Gruppen  von  Manipulationstechniken,  wobei  jede  Gruppe  aus  Untergruppen  besteht  (Klassifikationssystem  von  Prof.  Han).

BAI DONG FA – SCHWINGEN

Unter Bai Dong Fa werden Techniken  zusammengefasst, bei denen auf der  zu  behandelnden  Körperoberfläche  rhythmische,  schwingende  oder  rollende Bewegungen mit dem Daumen,  Ellenbogen,  Handrücken  usw.  ausgeführt  werden.  Der  Finger  wird  nur  leicht auf die Behandlungsfläche aufgesetzt, die Bewegungen sind relativ  rasch (120–160 in der Minute).

MO CA FA – FRIKTIONEN

Mo  Ca  bedeutet  Reiben  oder  Streichen.  Dabei  werden  die  ganze  Hand  und  der  Handballen  eingesetzt.  Bei  sehr kleinen Flächen, wie den Zehenballen eines Hundes, genügt der Einsatz  des  Daumens.  Mo-Ca-Fa-Techniken  sind  wärmend.  Sie  werden  bei  Yang-Mangel-Patienten  zum  Lösen  von Leitbahnblockaden eingesetzt. 

JI YA FA – DRÜCKEN,  ZUSAMMENDRÜCKEN

Ji Ya Fa ist eine Gruppe von drückenden,  quetschenden  Griffen.  Die  Körperoberfläche  wird  mit  den  Fingern,  Handflächen,  Ellenbogen  oder  Knien  eingedrückt.  Sehr  bekannt  ist  z. B.  die  zu  dieser  Gruppe  gehörende Technik  An Fa: Dabei übt der Therapeut mit seiner flachen Hand, bei dickeren Gewebeschichten manchmal auch mit übereinandergelegten  Handflächen,  einen  etwas  festeren  Druck  auf  die  Hautoberfläche  aus.  Diese  Technik  eignet  sich sehr gut für größere Muskelgruppen, in denen sich schmerzhafte Triggerpunkte  festgesetzt  haben.  Durch  den Druck der Hände wird zunächst ein  Unterdruck (an Blutversorgung) im Gewebe erzeugt. Das nach dem Loslassen zurückströmende frische Blut löst  Blockaden  und  stillt  Schmerzen.  Eine  zweite Technik aus dieser Gruppe, die  ebenfalls von westlichen Manualtherapeuten gerne angewendet wird, ist Na  Fa. Dabei werden die Haut und die darunter liegende Muskulatur zusammengedrückt  und  angehoben.  Na  Fa  regt  die Durchblutung an und wird bei Kältesymptomen  und  Schmerzen/Steifheit aufgrund von Minderdurchblutung  des  Gewebes  eingesetzt.  Tuina-Griffe wirken unterschiedlich stark auf den  Organismus  und  sind  daher  immer  in  ein Tuina-Protokoll eingebettet, das die  Abfolge der Techniken vorgibt. Na Fa  wirkt  besonders  stark  und  sollte  daher nicht am Anfang einer Behandlung  verwendet werden, wenn der Organismus noch nicht aufgewärmt ist.

201701 TCVM4ZHEN DONG FA –  RÜTTELN, VIBRIEREN

Rütteln bzw. Vibrieren ist eine Technik,  die eine gute Kondition des Therapeuten  erfordert,  weil  die  Bewegungen  mit  sehr  hoher  Frequenz  ausgeführt  werden  müssen,  um  den  erwünschten Effekt zu erzielen. Es gibt zwei große Gruppen des Zhen Dong Fa. Bei der  ersten geht es um Vibrationen an den  Extremitäten,  z. B.  an  der  Hinterhand  eines  Pferdes:  Der  Therapeut  ergreift  mit beiden Händen das Bein unterhalb  des Sprunggelenkes, hebt es leicht an  und  rüttelt  gefühlvoll.  Richtig  durchgeführt lösen sich dabei Verspannungen der Muskulatur. Eine zweite Gruppe umfasst Manipulationen am Abdomen: Die flache Hand des Therapeuten liegt auf dem Brustkorb des Patienten  und vibriert, ohne zu verrutschen. Am  Brustkorb  liegen  wichtige  Akupunkturpunkte der Leber bzw. Gallenblase,  zwei Meridiane, in denen es häufig und  rasch zu Qi-Stau kommen kann. Die Vibrationstechnik löst diese Staus auf. 

KOU JI FA – KLOPFEN

Beim Kou Ji Fa wird geklopft – mit der  hohlen geschlossenen Hand, mit dem  Handrücken,  mit  der  Handkante,  entweder  bei  geöffneter  oder  zur  Faust  geschlossener Hand. Wenn das zu bearbeitende Gewebe sehr fest ist, sind  auch  Hilfsmittel  wie  Holz-  oder  Hartplastikkugeln erlaubt. Die Klopftechniken wirken alle sehr tonisierend, sie aktivieren Qi- und Blutfluss und sind vor  dem  Training  oder  Wettkampf  nützlich, um den Organismus auf Touren zu  bringen. Auch die sehr bekannten Akupunkturpunkte Gallenblase 20 oder Du  Mai  14  können  „beklopft“  werden.  An  beiden Punkten zweigen wichtige Nebenleitbahnen ab, die direkt ins Gehirn  laufen. Werden hier Kou-Ji-Fa-Techniken  angewendet,  kommt  es  zur  Aktivierung des gesamten ZNS.

TECHNIKEN DES PASSIVEN DURCHBEWEGENS

201701 TCVM5Auch  die  Chinesische  Medizin  kennt  das  passive  Durchbewegen,  d. h.  die  isolierte Mobilisation einzelner Körperteile ohne aktive Mitwirkung des Patienten. Es gibt dafür keine zusammenfassende  Gruppenbezeichnung,  die  angewendeten Methoden ähneln den  westlichen  Ansätzen.  Leichte  Mobilisation der Gelenke durch sanftes Hin-  und Herbewegen, Yao Fa, löst Verklebungen,  die  nach  Verletzungen  oder  längeren  Ruhephasen  entstehen.  Als  Ban Fa bezeichnet man Techniken, bei  denen versucht wird, den Bewegungsradius  z. B.  der  Halswirbelsäule  durch  sanftes Drehen des Kopfes zu vergrößern. Ban Fa hilft also bei „eingerosteten“ Wirbeln und verkürzter Muskulatur. Auch  die  Mobilisation  an  der Wirbelsäule  fällt  darunter. Am Abschluss  einer Tuina-Behandlung wird sehr häufig  Ba  Shen  Fa  angewendet,  das  sind  Streckungen  von  Extremitäten  oder  der  Schwanzzug  beim  Pferd,  der  die  Wirbelsäule aufdehnt. 

Wie man sehen kann, steht einem Tuina-Therapeuten  ein  riesiger  Werkzeugkasten von Instrumenten zur Verfügung, die er im konkreten Fall beim  Patienten  einsetzen  kann.  Wonach  entscheidet  sich  nun,  welcher  Griff   gemacht  wird?  Wird  immer  der  ganze Körper behandelt, oder nur einzelne Abschnitte? Gibt es eine bestimmte Reihenfolge, die man einhalten soll?  Welche Griffe angewendet werden, ob  sie tonisierend oder sedierend wirken  sollen, hängt von der Diagnose ab. Und  die bestimmt sich nach den schon bekannten  Regeln  der  TCVM.  Der  Therapeut  nimmt  die  Symptome  des  Patienten auf, ordnet sie nach dem System der 8 Leitkriterien (Yin/Yang, Fülle/Leere,  Hitze/Kälte,  Innen/Außen)  und bestimmt die vorliegenden ZangFu-Muster bzw. das Therapiekonzept.

Der  nächste  Schritt  ist  die  Erstellung  eines  Behandlungsprotokolls,  das  genau  beschreibt,  in  welchen  Körperregionen,  auf  welchen  Leitbahnen  und  Akupunkturpunkten  mit  welchen  Tuina-Techniken  therapiert  werden  soll.  Sehr  verbreitet  ist  die  Tuina-Therapie  bei Erkrankungen des Bewegungsapparates.

MMAG. ISOLDE HEIMMMAG. ISOLDE HEIM

TIERHEILPRAKTIKERIN,  HUMANENERGETIKERIN

 

TÄTIGKEITSSCHWERPUNKTE

  • Tierhomöopathie
  • Traditionelle Chinesische Veterinärmedizin
  • Phytotherapie
  • Tierpsychologie
  • Dozentin an den Paracelsus Schulen

KONTAKT

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