DIE BEDEUTUNG VON FARBEN in der TCM

Foto: FotoliaDIE VEREINIGUNG DER 5 ELEMENTE MIT DER WIRKUNG DER FARBEN

Im „Inneren Klassiker des Gelben Kaisers“, einer der ältesten Schriften der chinesischen Medizin, steht: „Die Weisen behandeln nicht diejenigen, die bereits erkrankt sind, sondern diejenigen, die noch nicht erkrankt sind. Sie ordnen ihren Staat nicht erst während eines Aufruhrs, sondern bereits, bevor er entstanden ist.“ Auf dieser Grundlage wird in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) der Gesundheitserhaltung und Krankheitsprophylaxe seit jeher mehr Bedeutung beigemessen als der Krankheitsbehandlung. Im Alten China wurden Heilkundige nur honoriert, solange der vier- oder zweibeinige Patient gesund blieb. Also war der Arzt bemüht, jede energetische Störung so früh wie möglich zu erkennen und zu behandeln.

Das Prinzip von Yin und Yang

Yin und Yang sind gegensätzliche Kräfte, die untrennbar miteinander verbunden sind. Sie bedingen einander, bringen sich gegenseitig hervor und sind nie absolut, sondern bergen immer das jeweils andere in sich.
Als Polaritäten beschreiben sie die grundsätzliche Trennung aller Dinge. Dadurch symbolisieren sie einerseits die dualistische Natur der Welt, in der wir leben, gleichzeitig die unteilbare Einheit, die sich aus allen Gegensätzen ergibt. Denn jede Nacht endet in einem neuen Tag, es gibt kein Licht ohne Schatten und auf jeden Regen folgt irgendwann Sonnenschein.
Dabei sind beide Polaritäten niemals statisch zu sehen, sondern nur als Stadien innerhalb eines universalen Umwandlungsprozesses, wie z. B. der Kreislauf der Jahreszeiten. Und so spiegelt sich das Prinzip von Yin und Yang auch in der 5-Elemente-Lehre wider.

Die 5-Elemente-Lehre

Die 5-Elemente-Lehre entwickelte sich durch grundlegende Naturbeobachtungen und basiert auf den 5 chinesischen Elementen Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser, die sich in der gesamten Natur widerspiegeln – im Makrokosmos (Universum) genauso wie im Mikrokosmos (Mensch und Tier). Jedem der Elemente, zwischen denen ein fest definiertes Wirkverhältnis existiert, sind eine Farbe, eine Emotion, ein Sinnesorgan, ein Gewebe, ein Organ u. v. m. zugeordnet. Voraussetzung für die Anwendung dieser Lehre ist ein tiefgreifendes Verständnis über den wechselseitigen Einfluss der Elemente zueinander. Hierbei handelt es sich um Naturgesetzmäßigkeiten, die uns allen vertraut sind und die immerwährenden Themen Wandel und Entwicklung, Werden und Vergehen beschreiben. Und so sind am harmonischen Energiefluss jedes Lebewesens zwei Zyklen beteiligt: der Hervorbringungszyklus und der Kontrollzyklus.

Hervorbringungszyklus

Der Hervorbringungszyklus, auch Mutter-Kind-Zyklus oder Ernährungszyklus genannt, beschreibt die natürliche Abfolge der 5 Elemente, die wie die Jahreszeiten auseinander hervorgehen: Wasser nährt das Holz, Holz das Feuer, Feuer die Erde, Erde das Metall und Metall das Wasser.
Das Gedicht eines unbekannten Autors beschreibt diesen Zyklus ein wenig poetischer:

In dem Wasser ruht die Kraft,
sie steigt ins Holz als Lebenssaft,
erstrahlt dann in des Feuers Schein,
dringt wärmend in die Erde ein
und formt als klare Energie aus Metall
den Topf, den sie als Wasser füllt für
eine neue Reise
auf dem Elementenkreise.

Kontrollzyklus

Nur wenn alle Elemente im harmonischen, dynamischen Gleichgewicht zueinander stehen, nährt jedes Element das folgende wie eine Mutter ihr Kind. Damit nicht ein Element zu stark und das folgende zu schwach wird, kontrollieren die einzelnen Elemente sich gegenseitig: So dämmt die Erde das Wasser ein, das Wasser löscht das Feuer, Feuer kann Metall zum Schmelzen bringen, Metall kann Holz zerschneiden und Holz kann die Erde durchwurzeln. Dieser Zyklus wird als Kontrollzyklus bezeichnet.

Die richtige Farbwahl

Foto: Calek – ShutterstockFeng Shui ist ein Teilbereich der TCM und verfolgt wie diese das Ziel, das eigene Gleichgewicht zu erhalten oder wiederzufinden. Während die chinesische Medizin mithilfe von Akupunktur und Akupressur auf innere Disharmonien einwirkt, beschäftigt sich Feng Shui mit dem Einfluss der Umwelt und erläutert, wie u. a. Gegenstände, Formen und Farben auf Gesundheit und Wohlbefinden Einfluss nehmen. Speziell Farbschwingungen sind häufig unterschätzte Kräfte, die, gekonnt angewandt, zur Erhaltung eines harmonischen Energieflusses eingesetzt werden können. Wählen wir statt der schlichten grauen Decke doch einfach mal eine in einem warmen, die Regeneration unterstützenden Goldgelb. Denn suchen wir die Farben für die Wände, Schlafplätze, Körbchen und Kissen unserer Vierbeiner in den passenden Farbtönen aus, können wir sie bei der Genesung unterstützen, Krankheiten vorbeugen, ihre Gesundheit stärken und ihnen dabei helfen, sich noch wohler zu fühlen. Die richtigen Farben regen bei Tieren u. a. die natürlichen Organfunktionen an, unterstützen Zellerneuerung und Gewebebildung, lindern Entzündungen, wirken belebend, helfen bei Hautkrankheiten, haben bei richtiger Auswahl positiven Effekt auf Blutdruck, Muskelaktivität, Schlafrhythmus und das ganze Immunsystem.
Oft wird der Farbwahl in der Umgebung unserer Tiere wenig Aufmerksamkeit geschenkt, da z. B. Hunde und Katzen jeweils nur einen Teil des Farbspektrums wahrnehmen, manche Töne also gar nicht sehen können. Doch (Licht-)Schwingungen und damit auch Farben werden nicht nur von den Augen, sondern auch über die Haut aufgenommen. Diese physikalischen Reize werden zu Nervenimpulsen umgewandelt und zum Gehirn weitergeleitet, wo sie Reaktionen wie Wohlbefinden auslösen. So weit die nüchterne physikalische Beschreibung, die aber erklärt, warum selbst Blinde oder auch Tiere alle Farben wahrnehmen können und sehr gut auf farbtherapeutische Behandlungen ansprechen. Dafür ist es egal, ob Sie Ihr Tier mit farbigem Licht bestrahlen, ihm die Farbtöne gedanklich schicken oder seinen Liegeplatz farblich gestalten.

Was Farben bewirken

Farbe ist Emotion, Empfindung, Energie, die auf uns einwirkt auf der psychischen und rein körperlichen Ebene – ob wir es wollen oder nicht, ob wir uns dessen bewusst sind oder nicht. So hat man in wissenschaftlichen Untersuchungen belegen können, dass ein bestimmter Rosaton relaxierend auf die Muskelspannung und besänftigend wirkt, dass damit sogar randalierende Häftlinge innerhalb kurzer Zeit lammfromm auf ihrer Pritsche saßen – genauso wie übermütige Hunde, die statt der Zelle ihr Körbchen nun nicht mehr fachgerecht zerlegen. Ganz anders als sanftes Rosa wirkt Rot, das den Pulsschlag beschleunigt, aktiv macht und besonders erschöpfte Tiere oder – in Kombination mit Orange – solche, die unter Appetitlosigkeit leiden, beleben kann. Grün hat eine stark ausgleichende Wirkung, die unbalancierten, unausgeglichenen Tieren dabei hilft, zu entspannen und zur Ruhe zu kommen. Blaue Farbtöne beruhigen insbesondere Pferde sehr gut.
Da jede Farbe ihren eigenen Charakter mit speziellen Eigenschaften hat, ist es mit der passenden Farbe ein Leichtes, die Umgebung Ihres Tieres so zu gestalten, dass sie seinem Charakter gerecht wird und es sich rundum wohlfühlt. Schließlich hat schon Goethe den Einfluss von Farbe auf den lebenden Organismus erkannt und schreibt, unserer modernen Farbpsychologie vorgreifend, in seiner Farbenlehre: „Die Erfahrung lehrt uns, dass die einzelnen Farben besondere Gemütsstimmungen geben.“

Das Wasserelement und die Nieren

Foto: Zhabska T – FotoliaZurück zur chinesischen Medizin. Schauen wir uns als Beispiel das Element Wasser an. Dieser Wandlungsphase ist der Winter zugeordnet, die Kälte sowie die Organe Niere und Blase. Die Emotion, die mit diesem Element assoziiert wird, ist die Angst. Nicht umsonst gibt es in unserem Sprachgebrauch den Ausspruch „sich vor Angst in die Hose machen“. Die Nieren werden auch als Wurzeln des Lebens bezeichnet, da sie die Grundenergie des Lebens, die das Ungeborene bei der Zeugung mitbekommt, speichern; sie bilden eine Brücke zwischen feinstofflicher und materieller Welt. So verbindet das Wasser element Aspekte von tiefgreifenden Wandlungs- und Erneuerungsprozessen, von Geburt, Wachstum und Tod, weshalb die Nieren in engem Zusammenhang mit Fruchtbarkeit und Vermehrungsfähigkeit stehen. Ist die Nierenenergie in Harmonie, befindet sich das Tier im Fluss. Und zwar nicht nur, was das eher unbewusste Vertrauen dem Leben gegenüber betrifft, sondern auch in Bezug auf die materiellen, physischen Kreisläufe. Die Nieren scheiden mit dem Harn aus, was nicht mehr gebraucht wird, und halten zurück, was der Körper benötigt, wie z. B. Kalzium und Phosphat oder Mineralien, die wesentlich an der Entwicklung und Stabilität der Knochen und Zähne beteiligt sind. Denn die Knochen sind in der TCM ebenfalls den Nieren zugeordnet.
Die Farben, die zum Wasser gehören, sind, wie könnte es auch anders sein, Tiefblau, Schwarz und Grau, die mit ein wenig Rot und Grün aufgehellt werden können. Da Metall die Mutter des Wassers ist, wirken sich auch Silber- und Goldtöne, die dem Metallelement zugeordnet sind, vorteilhaft auf die Harmonie des Wasserelementes aus. Erdige Töne wie Gelb und Braun wirken hingegen schwächend, da die Erde das Wasser kontrolliert. Zu viel feuriges Rot ist ähnlich ungünstig, da die beiden polaren Kräfte Wasser und Feuer sich nicht vertragen.

Wie nun die passende Farbe am besten ins Umfeld Ihres Tieres bringen?

Nichts verändert einen Raum und die Stimmung darin so schnell wie eine neue Wandfarbe, und da die Wand die größte Fläche im Raum einnimmt, legt deren Farbe auch die Stimmung darin fest – der Charakter der Farbe färbt im wahrsten Sinne des Wortes auf den Raum ab und gibt ihm eine besänftigende, beruhigende, anregende, angstnehmende Atmosphäre. Doch die wenigsten werden nun direkt ein komplettes Zimmer oder eine Wand neu streichen wollen. All diejenigen können die heilenden Eigenschaften einer Farbe aber auch über ein Hintertürchen in die Umgebung ihrer Tiere bringen: indem die Qualität der Farbe in den ihr entsprechenden Stil „übersetzt“ wird – nicht die tatsächliche Wandfarbe kommt also zum Einsatz, sondern ihre Entsprechung in Form von Einrichtungsgegenständen, die die gleiche Qualität und eine ähnliche Wirkung haben. Im Fall von Blau für Niere/Blase würde das bedeuten, auf eine betont ruhige, in sich geschlossene Gestaltung mit weichen, runden Formen zu achten. Kühle, dezente Farbtöne, unterstützt von glatten, fast transparenten Materialien, die fließen wie Wasser, runden den Stil ab. In solchen „blauen“ Räumen, die nie überladen wirken sollten, kann man zur Ruhe kommen und Gelassenheit entwickeln. Noch einfacher wird es, wenn Sie zunächst die Körbchen, Decken und Kissen Ihrer Lieblinge in harmonischen Blautönen halten, um bei ängstlichen Tieren die Harmonie des Wasserelementes wiederherzustellen.

TINA VON DER BRÜGGEN TINA VON DER BRÜGGEN
TIERHEILPRAKTIKERIN MIT EIGENER PRAXIS IN RUHPOLDING, BUCHAUTORIN

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ISABELLE WOLF ISABELLE WOLF
FARBEXPERTIN, AUTORIN

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