Blutegel: Altes Wissen neu belebt!

201501 Blut1HIRUDO MEDICINALIS – GAR NICHT EKLIG

Bereits vor dem 5. Jhd. v. C. war die Blutegelbehandlung ein fester Bestandteil der Heilkunst. Sowohl griechische als auch römische Gelehrte haben diese Technik im großen Rahmen angewandt.
Blutegel (lat.: Hirudo medicinalis) gehören zur Klasse der Gürtelwürmer und leben in Gewässern, wo sie sich vom Blut ernähren, das sie durch Saugen von Säugetieren gewinnen. An das Blut kommen die Blutegel, indem sie mit ihren Kalkzähnen die Haut eröffnen und sich anschließend festsaugen.
In der Tierheilpraktik sind sie ein besonderer Baustein und sehr vielseitig einsetzbar. Oft sind die Tierbesitzer aufgeregter als die tierischen Patienten selbst, die in den meisten Fällen völlig entspannt bleiben.
201501 Blut2Blutegelspeichel enthält laut Wissenschaft über 20 verschiedene Inhaltsstoffe. Am intensivsten erforscht wurden die Substanzen Eglin und Hirudin. Eglin ist eine Substanz, die entzündungsauslösende Enzyme in ihrer Aktivität blockiert. Auf diese Weise wirkt sie Entzündungsprozessen entgegen. Eine weitere wertvolle Eigenschaft des Eglins ist seine schmerzstillende Wirkung, was gerade bei Arthrosen eine große Rolle spielt.
Hirudin hingegen hemmt die Blutgerinnung, indem es den Gerinnungsfaktor Thrombin in seiner Wirkung beeinträchtigt, was sich sehr positiv auf die Fließeigenschaft des Blutes auswirkt. So verhindert Hirudin die Bildung von Thrombosen und hilft, bestehende Thromben aufzulösen, sodass eine Emboliegefahr deutlich verringert werden kann. Zudem wirkt Hirudin gefäßkrampflösend, also entstauend.
Aufgrund des feinen Zusammenspiels der Wirkstoffe und des lokalen Aderlasses sind Blutegel grundsätzlich bei allen lokalen, gestauten, entzündlichen und durchblutungsgestörten Prozessen angezeigt.
Blutegel haben aber manchmal auch ihren eigenen Kopf! Um den Umgang zu üben, durften Teilnehmer unseres Seminars gleich nach dem theoretischen Teil auch praktisch das Handling ausprobieren. Behandelt wurden ein Hund mit Spondylose und ein Pferd mit Schale. Beide Tierbesitzer berichteten später über eine wesentliche Verbesserung der Schmerzsymptomatik.

JULIA NEIDHARDT JULIA NEIDHARDT
TIERHEILPRAKTIKERIN UND TIERPHYSIOTHERAPEUTIN IN EIGENER PRAXIS

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TÄTIGKEITSSCHWERPUNKTE

  • Homöopathie
  • Blutegeltherapie
  • Bach-Blütentherapie
  • Schüßler-Salze
  • Tierphysiotherapie
  • Dozentin an den Paracelsus Schulen

INDIKATIONSGEBIETE BEI PFERD UND HUND

  • Arthrosen, Sehnenentzündungen, Arthritis, Hufrolle, Spat, Hufrehe, Phlegmone, Bursitis, Ödeme, Muskelverspannungen, Diskopathien, HD, ED, Spondylosen, schlecht heilende Wunden, Entgiftung bei verschiedenen Krankheiten, Akupunkturpunkte verstärken

WIRKWEISEN

  • antiphlogistisch, bakterizid, antithrombotisch, Verbesserung der Fließeigenschaften des Blutes, lymphstrombeschleunigend, immunisierend, kreislaufschonender, lokaler Aderlass

KONTRAINDIKATIONEN

  • starke Blutarmut, Immunschwäche, Diabetes mellitus, Gerinnungshemmungsstörungen, allergische Reaktionen auf Wirkstoffe des Blutegels, Tiere mit geschwächter allgemeiner Konstitution, Trächtigkeit, Tiere unter 7 kg Gewicht, fortgeschrittene Lebererkrankungen, extreme Allergiker (besonders Eiweiß), Viruserkrankungen

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