Interview mit Wolfgang Fritz: Schlittenhundevizeweltmeister

Naturheilkunde als Prophylaxe im Hundesport Interview mit dem Vizeweltmeister im Schlittenhunderennen

Monika Heike Schmalstieg, Präsidentin des Verbandes Deutscher Tierheilpraktiker e.V. im Interview mit dem vierfachen Vizeweltmeister im Schlittenhunderennen, Wolfgang Fritz, Heilpädagoge und Dozent an den Paracelsus Schulen

Schmalstieg: Seit wann sind Sie im Schlittenhundesport tätig?

Fritz: Seit frühester Kindheit habe ich Hunde um mich. Ich bin mit Boxern groß geworden und lernte quasi das Sprechen mit dem Hund eher als die menschliche Sprache. Wenn sich keiner um mich kümmern konnte, wurde ich z. B. kurzerhand in einen Laufstall zu den Boxerwelpen gepackt. Aktiv im Schlittenhundesport bin ich seit 1995.

Schmalstieg: Welche Hunderasse bevorzugen Sie?

Naturheilkunde als Prophylaxe im HundesportFritz: Wir haben in unserem Kennel drei der vier anerkannten Schlittenhunderassen stehen. Neben dem Siberian Husky und dem Alaskan Malamute ist mir allerdings der Grönlandhund besonders ans Herz gewachsen. In älteren Hundebüchern steht, dass der Grönlandhund als rauer Naturbursche anzusehen ist, der sich nichts sagen lässt, fast unzähmbar erscheint. Wie es zu diesen Äußerungen kam, ist heute kaum noch nachzuvollziehen. Fakt ist, dass der Grönlandhund zwar schon ein recht eigenständiger Hund ist, der eine härtere Führung benötigt als z. B. der Pudel von Oma Meume, aber trotz allem ist er ein immer fröhlicher, dem Menschen freundlich gesinnter Zeitgenosse, dessen größte Leidenschaft es ist, vor einem Schlitten oder auch Trainingswagen zu arbeiten.

Schmalstieg: Ist der Grönlandhund häufig im Einsatz?

Fritz: In Deutschland gibt es gerade einmal etwas mehr als eine Handvoll Musher, die Grönlandhunde fahren. Es ist die seltenste Schlittenhunderasse, allerdings auch die reinste. Es gibt ein Einreiseverbot für Hunde nach Grönland. So ist sichergestellt, dass die Rasse nicht mit anderen Hunderassen vermischt wird. Der Grönlandhund ist wohl eine der ältesten Hunderassen der Welt, wenn nicht gar die älteste. Thomas Kernen, der letzte „Zwingerchef“ vom berühmten Eigergletscher, nahm mit seinen Hunden, den Nachfahren der „Jungfraujochbahn-Grönlandhunde“, regelmäßig auch an Schlittenhunderennen teil und war der einzige, der bei der WM 2006 in Frauenwald/Thüringen schneller war als ich.

Naturheilkunde als Prophylaxe im HundesportSchmalstieg: Haben Sie Erfahrungen im Einsatz von naturheilkundlichen Mitteln bei Ihren Hunden?

Fritz: Wenn meine Hunde erkranken, was Gott sei Dank selten vorkommt, behandle ich sie natürlich zuerst naturheilkundlich, sofern das möglich ist. Ein Beispiel: Aufgrund einer Verletzung im Bewegungsapparat kurz vor der Weltmeisterschaft 2006 stand der Einsatz meines Leithundes Fenris, der mein wichtigster Hund ist, auf dem Spiel. Schulmedizinische Schmerzmittel stehen ebenso auf der Dopingliste, wie auch entzündungshemmendes Cortison. Also blieb mir nur den Griff in die Trickkiste „Phytotherapie“. Mit Teufelskralle zur Stärkung der Gelenke und Weidenrinde als schmerzstillendes Mittel behandelte ich den Hund zwei Wochen vor Beginn der Weltmeisterschaft. Pünktlich zum Beginn der WM war der Hund wieder topfit und zog mich auf den zweitbesten Platz in der Vierhundeklasse.

Schmalstieg: Herr Fritz, bleibt das Ihre „Anekdote zur WM 2006 in Frauenwald“? Oder werden Sie künftig ebenso die Phytotherapie und Homöopathie wie z. B. Ruta zur Stärkung der Sehnen, Silicea für Haut und Fell oder den Klassiker Rhus toxicodendron bei Distorsionen einsetzen?

Fritz: Die Naturheilkunde bietet uns eine Vielfalt an Möglichkeiten, die wir entweder allein oder in Begleitung zu schulmedizinischen Therapien einsetzen können. Es ist schön zu sehen, wie die verschiedensten naturheilkundlichen Therapien wirken.

Schmalstieg: Bekommen Ihre Hunde auch prophylaktisch homöopathische Mittel oder Schüßler- Salze zur Stärkung und Kräftigung der Gesundheit, und welche Fütterung präferieren Sie?

Naturheilkunde als Prophylaxe im HundesportFritz: Nein, prophylaktisch gebe ich außer Beta- Carotin und Lachsöl kaum Zusätze. Lediglich kur mäßig Teufelskralle sowie Grünlippmuschel. Gerade für ältere Hunde sind das hervorragende Phytotherapeutika, um Arthrose vorzubeugen. Zur Fütterung: Ich bin auf das Füttern von Trockenfutter angewiesen. Bei momentan 13 Hunden würde z. B. Barfen sowohl den finanziellen als auch den zeitlichen Rahmen sprengen. Zudem darf man kein Fleisch über die Landesgrenze bringen, und leider sind die internationalen Meisterschaften häufig im Ausland. Meine Hunde bekommen ein Hochleistungsfutter, welches speziell für stark aktive Hunde entwickelt wurde. Zusätzlich gebe ich während der Saison 250 bis 500 Gramm Rindfleisch oder Fisch pro Hund.

Schmalstieg: Wann wird das nächste Rennen für Sie mit Ihren eigenen Hunden stattfinden?

Fritz: Es steht noch ein Qualifikationsrennen in Frauenwald an und dann geht es hoffentlich zur Europameisterschaft, die dieses Jahr Ende Februar in Haidmühle im Bayerischen Wald stattfindet.

Schmalstieg: Vielen Dank. Ich hoffe wir werden noch viel von Ihnen hören und lesen. Weiterhin viel Erfolg!

Weitere Informationen zu Wolfgang Fritz finden Sie auf seiner Homepage: www.malamute-mountain.de

Fotos: © Fritz

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